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Helikoptereltern

Für uns als ganzheitlich arbeitendes Nachhilfeinstitut ist Whitepaper-Helikoptereltern-Print-final_Seite_01eine gesunde Entwicklung von Kindern enorm wichtig. Das Phänomen „Helikoptereltern“ ist in letzter Zeit sowohl in den Medien sehr präsent, als auch intern in unserem Nachhilfeinstitut. Viele alltägliche Situationen geben unseren Konrektoren und Hauslehrern immer wieder Anlass zur Diskussion. Da viele Eltern unsere Lehrer zum Thema Förderung und Überbehütung um Rat fragen, haben wir uns entschlossen einen ganzen 11-seitigen Ratgeber dem Thema „Helikoptereltern“ zu widmen. Wir zeigen Ihnen den Weg zwischen der wichtigen elterlichen Verantwortung und kritischer Überbehütung. Lesen Sie unsere Erziehungstipps und Ratschläge zur gesunden Förderung von Kindern.

Download  Ratgeber „Helikoptereltern – Erziehungstipps für die gesunde Entwicklung von Kindern“ komprimiert (6,5 MB)

1. Helikoptereltern wollen immer das Beste für Ihre Kinder
2. Was genau sind Helikoptereltern
3. Ein Patentrezept für Erziehung gibt es nicht
4. Was genau sind typische Situationen der Überbehütung oder Überfürsorglichkeit
5. Wie entwickeln sich überbehütete Kinder? Was fehlt ihnen?
6. TIPP: Lernen Sie mit externer Hilfe, Ihren Erziehungsstil objektiv zu bewerten
7. Woher kommt der Begriff Helikoptereltern?
8. Welche Rolle spielt unsere Gesellschaft? Warum gibt es immer mehr Helikoptereltern? Und warum können Eltern sich dieser Entwicklung kaum entziehen?

Helikoptereltern wollen immer das Beste für Ihre Kinder

Doch was benötigen Kinder für eine altersgerechte und optimale Entwicklung? Brauchen sie eine spezielle Förderung? Welche Erfahrungen sind wichtig für sie? Wir zeigen Ihnen den richtigen Weg und den Unterschied zwischen der wichtigen elterlichen Verantwortung und der kritischen Überbehütung durch Helikoptereltern. Nehmen Sie unsere Tipps in Ihren Erziehungsalltag mit auf und begleiten Sie Ihre Kinder in eine positive, selbstverantwortlich gestaltete Zukunft.

Der Begriff „Helikoptereltern“ begegnet uns seit einiger Zeit vermehrt in den Medien. Doch die meisten Eltern wissen nicht genau, was sich hinter diesem Ausdruck verbirgt. Ist man eine „Helikoptermutter“, nur weil man sein Kind beschützen möchte, zur Schule fährt und das Beste für es will? Wir möchten mit diesem Whitepaper die Thematik der Helikoptereltern aus pädagogisch-psychologischer Sicht erläutern. Wir möchten außerdem, dass Sie verstehen, welche Entwicklungen und Erfahrungen wichtig für Ihre Kinder sind und welche Auswirkungen diese auf deren späteres Leben haben. Als ganzheitlich arbeitendes Nachhilfeinstitut haben wir das Anliegen, Ihnen dabei zu helfen zu einem gesunden Umgang mit Ihren Kindern vor allem in Schul- und Lernthematiken zu finden. Kinder sind von Natur aus neugierig und wissbegierig, daher ist es wichtig, dass Ihre Kinder sich aus sich selbst heraus motivieren können (die sogenannte „intrinsische Motivation“) und Freude am Lernen haben.

Helikoptereltern - Lehrerin mit Schüler

Was genau sind Helikoptereltern?

Helikoptereltern kreisen ständig um ihre Kinder, sie sind überfürsorglich und überwachen am liebsten jede Minute ihrer Sprösslinge. Sie tun dies alles in guter Absicht, denn sie wollen ihrem Kind einen möglichst positiven Start ins Leben ermöglichen. Sie hoffen, dass ihr Kind dank ihrer Hilfe möglichst wenige Enttäuschungen durchmachen und wenige Hindernisse im Leben überwinden muss. Außerdem möchten sie durch intensive Förderung und das Überwachen jeglicher schulischer Aktivitäten gute Noten, das Abitur und die spätere Berufskarriere begünstigen. Dieser Erziehungsstil findet sich in der heutigen Gesellschaft immer öfter wieder. Die Eltern haben dabei gute Absichten und möchten ihr Kind auf das spätere Leben in unserer Leistungsgesellschaft vorbereiten. Es gibt jedoch enttäuschende Erfahrungen und daraus abgeleitete Erkenntnisse, die jedes Kind braucht, um ein zufriedener Erwachsener zu werden. Überbehüteten Kindern fehlen diese Entwicklungsschritte. Statt ihren Kindern Selbstbewusstsein mit auf den Weg zu geben, werden so Kinder herangezogen, die nie gelernt haben, Probleme aktiv anzugehen und eigenständig Lösungswege zu finden. Unsere Hauslehrer finden diese Erziehungsmuster teilweise im Verhalten ihrer Schüler und im Alltag ihrer Nachhilfefamilien wieder. Sie erleben ältere Schüler, die zu spät zum Unterricht kommen, weil ihre Mutter verschlafen hat. Schüler, die ihre schweren Bücher nicht in die Schule mitgebracht haben, weil ihre Eltern sie nicht mit dem Auto dorthin gefahren haben. Oder den Vater, der das defekte Notebook immer noch nicht vom Reparaturservice abholen konnte, weswegen die Hausaufgaben nicht richtig gemacht wurden. All diese Situationen zeigen, dass die Kinder nicht alleine nach einer Lösung gesucht, sondern sich auf ihre Eltern verlassen haben. Da Eltern aber ab einem gewissen Alter nicht mehr rund um die Uhr alles für Ihre Kinder auffangen können, entstehen Situationen, die eigentlich vermeidbar gewesen wären.

Ein Patentrezept für Erziehung gibt es nicht

„die hauslehrer“ sind ein renommiertes Nachhilfeinstitut, welches den Nachhilfeunterricht und die Entwicklung der Kinder ganzheitlich betrachtet. Unsere Hauslehrer sind allesamt pädagogisch-psychologisch geschult. Sie bekommen an erster Stelle und ungefiltert die Angst und Sorgen der heutigen Eltern mit. Da unserem Institut die kindliche Lernentwicklung sehr wichtig ist und uns die Überbehütung in unserem Nachhilfealltag immer öfter begegnet, möchten wir unsere gesammelten Erfahrungen und Empfehlungen der letzten Jahre an Sie weitergeben.

Was genau sind typische Situationen der Überbehütung oder Überfürsorglichkeit?

Unsere Hauslehrer haben durch unser ganzheitliches Konzept einen intensiven Austausch mit

Eltern und Schülern. Sie erhalten tiefe Einblicke in den Alltag einer Vielzahl von Nachhilfeschülern. Nachfolgend finden Sie einige typische Situationen, die von unseren Lehrern beobachtet wurden:

  • Eltern fahren ihre Kinder überall mit dem Auto hin. Als Gründe für dieses Verhalten, geben die Eltern eventuell zu erwartendes schlechtes Wetter oder Zeitmangel, da viel für die Schule gelernt werden muss, an. Zudem haben Eltern eine übersteigerte Angst, dass ihrem Kind etwas zustoßen könnte.
  • Ein Elternteil bringt seinem Kind in der 5.Klasse mitten im Schulunterricht seine Regenjacke, weil es im Laufe des Vormittags begonnen hatte, zu regnen.
  • Eltern sind täglich detailliert über alle sich im Schulranzen befindenden Arbeitsblätter informiert. Eltern, die dies nicht sind, stellen eher eine Ausnahme dar.
  • Eltern arbeiten sich komplett in die Schulthemen ihrer Kinder ein. Sie möchten ihnen helfen und opfern ihre Nachmittage, Abende und Wochenenden. Das Kind soll gute Zensuren mit nach Hause bringen, koste es, was es wolle.
  • Aus den Hausaufgaben der Kinder wird ersichtlich, dass ein Großteil des Geschriebenen von den Eltern herrührt. Ein Kind würde eine Aufgabe so nicht lösen oder beantworten.
  • Schlechte Noten in der Schule werden sofort angefochten. Lehrer oder das Schulsystem werden dafür verantwortlich gemacht, das eigene Kind ist niemals schuld.
  • Lehrer werden bei jeder Kleinigkeit von den Eltern angesprochen.
  • Die Eltern setzen sich mit dem Lehrer über Noten auseinander, nicht die Kinder.
  • Eltern planen und kontrollieren die Freizeit ihrer Kinder, sie wird so durchorganisiert, dass es keinen Raum mehr für freies Spiel gibt. Kinder treffen sich nicht mehr alleine auf der Straße oder auf dem Spielplatz. Alles findet geregelt und von Erwachsenen organisiert in Kursen und Vereinen statt (die sogenannte „Verinselung“ kindlicher Lebensräume). Spontanes Fußballspielen auf einer Wiese oder der Straße gibt es nicht mehr. Will ein Kind Fußball spielen, geht es in den Fußballverein. Spontane Verabredungen sind gar nicht mehr möglich. Schon in der Grundschule sind die Nachmittage komplett verplant. Um Verabredungen muss man sich schon ein oder zwei Wochen vorher kümmern.
  • Kinder und Jugendliche müssen perfekt sein. Fällt ein Kind beispielsweise in der Schule negativ auf, kann dies „gar nicht sein“. Das eigene Kind hat immer eine „reine Weste“, Schuld haben immer die anderen: Lehrer, Mitschüler, das Schulsystem.

Die oben genannten Situationen zeigen einige Ausschnitte aus dem Leben überbehütender Eltern. Doch was zeigen diese guten Absichten?

  • Eltern möchten ihre Kinder keine Fehler machen lassen. Sie trauen ihnen nicht mehr zu, aus Fehlern zu lernen und sie möchten sie vor Misserfolgen und Unannehmlichkeiten schützen.
  • Sie lassen ihren Kindern zu wenig Raum für die eigene Entwicklung und für eigene Bedürfnisse
  • Kinder sind für Eltern zu einer Art Projekt geworden. Sie agieren als Produktentwickler, damit ihr Kind am Markt bestehen kann.
  • Sie wollen alles zu 100% richtig machen. Sie haben diesen Anspruch sowohl an sich selbst, als auch an ihre Kinder.

Wie entwickeln sich überbehütete Kinder? Was fehlt ihnen?

Kinder sollten persönliche Stärken entwickeln und sich selbst gut kennen lernen. Sie lernen sich selbst aber nur durch das Machen von Fehlern und den daraus resultierenden Konsequenzen richtig kennen.

  • Sie sollten ihre Selbstwirksamkeit erfahren. Was bewirkt das eigene Tun, was kann ich alles aus eigener Kraft meistern?
  • Kinder sollten die Erfahrung machen, dass auch Ihre Schwächen angenommen werden. Nur wenn ein Kind sich im Ganzen angenommen fühlt, kann es Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl entwickeln.
  • Nur mit einem gesunden Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl können schwierige Lebensphasen später gemeistert werden. Kinder stecken ansonsten bei der kleinsten Gelegenheit frustriert den Kopf in den Sand. Sie suchen nicht nach einer neuen Lösung.
  • Mit ihrer Haltung zeigen Eltern ihren Kindern tendenziell, dass sie nicht an sie glauben, dass sie ihnen nichts zutrauen. Dies führt Kinder zu einer falschen Wahrnehmung ihrer eigenen Person sowie der Umwelt und begünstigt Unselbstständigkeit. Übertriebene Sorge der Eltern führt zur Verunsicherung der Kinder.
  • Kinder sollten lernen, dass sie für ihr Wohlbefinden selbst verantwortlich sind. Überbehütete Kinder sehen oft andere Menschen verantwortlich für ihr Leben und fordern schließlich immer mehr.
  • Ohne Verantwortung für ihr eigenes Tun und Handeln mangelt es Kindern an Erfolgserlebnissen. Die Kinder werden träge und lustlos.

TIPP: Lernen Sie mit externer Hilfe, Ihren Erziehungsstil objektiv zu bewerten

Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihre Erziehung von einem neutralen Standpunkt aus zu bewerten, dann könnte Ihnen eine Beratungsstunde bei einem Experten oder Coach helfen. In einem Coaching können Sie lernen, Ihre wahrgenommenen Gefühle zu äußern, die Situation von außen zu betrachten und auf Basis dieser Analyse, Strategien für Ihren Erziehungsstil zu entwickeln. Diese wichtige neutrale Beurteilung im Zusammenhang mit ihrem eigenen Kind ist für die meisten Eltern alleine nicht umsetzbar. Im Kern geht es darum, eine wertschätzende Beziehung zu entwickeln, die zu mehr Kooperation und Kreativität im Zusammenleben führt. Unterstützung erhalten Sie dabei von einem externen Kommunikator, der Ihnen hilft, Objektivität zu bewahren, sowohl in der Beurteilung als auch Formulierung Ihrer Bedürfnisse und Wünsche. Die regionalen Konrektoren unseres Instituts „die hauslehrer“ können diese Unterstützungsfunktion gerne für Sie übernehmen.

  • Eltern, die Aufgaben übernehmen, die Kinder bereits alleine bewältigen können, entmündigen diese tendenziell. So entstehen Abhängigkeiten sowohl in lebenspraktischen als auch in emotionalen Belangen.
  • Der Anspruch, alles zu 100% richtig zu machen, bedeutet Druck und Stress. Es ist ein Ziel, an dem Kinder wie Eltern nur scheitern können. Der Erfolgsdruck auf die Kinder verursacht einen erheblichen Stresspegel, der die Freude am Lernen und an der persönlichen Entwicklung nimmt.
  • Eltern die ihre Kinder fördern möchten, ohne dass diese ein eigenes Interesse an beispielsweise dem Erlernen eines Instrumentes haben, begünstigen damit ein bloßes „Funktionieren“ des Kindes. Das Kind stellt seine eigene Persönlichkeit und seine Bedürfnisse hintenan und lernt, es vor allem den Eltern Recht zu machen.
  • Auch Eltern, die den Terminplan des Kindes zu voll packen, fördern damit Freudlosigkeit, einseitige Leistungsorientierung bis hin zur Überforderung. In extremen Fällen kann dieses Verhalten negative Auswirkungen auf die Lebenslust der Kinder haben und zu Depressionen führen.

Selbstwirksamkeit, ein positives Selbstwertgefühl, Selbstständigkeit, Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen führen zu einer Art seelischer Widerstandskraft (Resilienz) im Erwachsenenalter. Kinder von Helikoptereltern können all diese Eigenschaften nicht vollständig entwickeln.

Kinder lernen, indem sie in unbekannten Situationen eine positive oder negative Erfahrung machen und merken, dass ihr Handeln etwas bewirkt hat. Diese Erfahrungen lassen lernen, welcher Weg geeignet oder ungeeignet ist. So bilden sich neue Synapsen im Gehirn, die sich immer mehr vernetzen. Diese Kompetenzen ermöglichen Kindern den Transfer von Lernerfahrungen in ähnliche Lebensbereiche. Überbehütete Kinder erleben dieses Kompetenzlernen nicht.

Helikoptereltern - Überforderte Kinder

 

Tipps für den richtigen Umgangmit Kindern für ein positives Selbstwertgefühl

  • Ihr Kind soll und darf in der Kindheit lernen, mit Enttäuschungen umzugehen. Das Leben ist voll von Hindernissen, die im Erwachsenenalter alleine gemeistert werden müssen. Kinder können nicht völlig beschützt vor der Welt aufwachsen.
  • Ermöglichen Sie Ihrem Kinde altersgerechtes Lernen. Muten Sie ihm Enttäuschungen und Frustrationen zu. Das bedeutet nicht, dass Sie es alleine lassen. Erlauben Sie ihm, Neues auszuprobieren und die Wirksamkeit des eigenen Handelns zu spüren.
  • Ermöglichen Sie ihrem Kind Kompetenzlernen, geben Sie ihm die emotionale Sicherheit, dass es aus eigener Kraft Situationen bewältigen kann. Das gibt ihm innere Stärke und signalisiert: „Ich glaube an dich. Du schaffst das.“
  • Bleiben Sie gelassener. Sie müssen nicht immer 100% erreichen. Nicht für alle Kinder ist das Gymnasium die richtige Wahl, nicht alle sind sprach- oder künstlerisch begabt. Das müssen Eltern akzeptieren.
  • Lassen Sie Ihr Kind für Dinge, die es möchte, selbst aktiv werden. Ermutigen Sie es, auf andere zuzugehen.
  • Trauen Sie Ihren Kindern mehr Eigenverantwortung zu. Spielen Sie nicht Taxi, wenn der beste Kumpel zwei Straßen entfernt wohnt und ihr Kind sich sicher und alleine im Verkehr bewegen kann.
  • Seien Sie ein gutes Vorbild im Sozialverhalten, in Gesprächssituationen, im Alltag, bei ihrem Medienverhalten. lhr Kind lernt von Ihnen und schaut sich Ihr Verhalten ab.

Tipps für ein gesundes Maß an Förderung bei Kindern

  • Natürlich ist es sinnvoll, Kindern bei ihren Hausaufgaben zu helfen und sie in der Schule zu unterstützen. Aber die Hausaufgaben sollten überwiegend dem eigenen Horizont der Kinder entspringen und nicht das Resultat der elterlichen Bemühungen sein, denn in Klassenarbeiten können Sie ihrem Kind auch nicht helfen. Lassen Sie ihr Kind eigene Lernstrategien entwickeln.
  • Kinder sollen spielen dürfen, anstatt ständig Sprachen, Schreiben oder Rechnen lernen zu müssen. Ausnahmen bestehen bei einer Hochbegabung, bei der das Kind diese Förderung zum eigenen Wohlbefinden benötigt und auch selbst einfordert. Oder auch bei mehrsprachigem Aufwachsen, weil die Elternteile unterschiedliche Muttersprachen haben. In diesem Fall erlebt das Kind die Sprache aus praktischer Sicht. Im Englischkurs für Dreijährige bleibt die Sprache aber immer theoretisch und das Kind ist nicht von sich aus motiviert.
  • Ein normal anregendes Elternhaus reicht für Kleinkinder und Kinder vollkommen aus, es reicht, um ihre natürliche Neugier zu befriedigen. Eine spezielle Förderung ist normalerweise nicht nötig, damit Ihr Kind sich gut entwickelt.
  • Fördern Sie nur bestehende Begabung oder Motivation. Wenn Kinder musisch oder künstlerisch besonders begabt sind, motivieren sie sich über schnell erzielte Erfolge von selbst. Eltern müssen dabei keine Anreize geben. Oft folgen diese Kinder auch dem vorgelebten Beispiel der Eltern, wenn diese Musiker oder Künstler sind. Gegen eine solche Förderung ist nichts einzuwenden. Auch Kinder, die nicht besonders talentiert sind, sollten ein Instrument lernen dürfen, wenn sie es wollen. Kleine Motivationstiefs sind bei Kindern allerdings auch normal. Hier dürfen Eltern natürlich darüber hinweghelfen. Eine permanente Motivierung durch die Eltern sollte allerdings nicht stattfinden, da dies eher ein Zeichen des mangelnden Interesses des Kindes ist.
  • Kinder sollten Nachhilfe bekommen, wenn sie dem schulischen Stoff nicht mehr angemessen folgen können. Hierfür sind oft auch mentale Blockaden verantwortlich. Daher sollten Eltern auf eine pädagogisch und psychologisch orientierte Nachhilfe achten. Eltern sollten außerdem darauf achten, nicht zu spät mit Nachhilfe anzufangen, da diese oftmals erst langfristig wirkt.

Lesetipps:

  • „Kinder, bleibt im Haus!“, Süddeutsche vom 06.03.15
  • „Die Wut der Lehrer auf nervige Eltern“, Die Welt vom 22.01.15
  • „Lehrer sind das Problem, nicht Helikoptereltern“, Die Welt vom 11.12.14
  • „Übervorsichtige Helikopter-Eltern schaden ihren Kindern“, Hamburger Abendblatt vom 06.02.13

Woher kommt der Begriff Helikoptereltern?

Der Beriff Helikoptereltern entspringt der Übersetzung des englischen Wortes „helicopter parents“. Im Deutschen wird auch manchmal der Begriff „Hubschrauber-Eltern“ verwendet. Diese populärsprachlichen Begriffe meinen einen überbehütenden Erziehungsstil der Eltern, die ihre Kinder überwachen, wie ein Beobachter-Hubschrauber. Im Englischen gibt es noch einen weiteren, eher wissenschaftlichen Ausdruck: „paranoid parents“. Dieser Begriff wurde durch den Psychologen und Autor Haim G. Ginott in seinem Buch „Between parents and children“ geprägt. Auch in anderen Ländern gibt es neugeschaffene Begriffe für überbesorgte Eltern. In Skandinavien werden sie „curling-parents“ genannt: Eltern, die ihren Kindern wie beim Eisstockschießen alle Hindernisse aus dem Weg räumen.

Welche Rolle spielt unsere Gesellschaft? Warum gibt es immer mehr Helikoptereltern? Und warum können Eltern sich dieser Entwicklung kaum entziehen?

Eltern haben heute oft nur noch ein bis zwei Kinder, auf die sie all ihre Energie verteilen können. Viele Kinder sind zudem langersehnte Wunschkinder „später“ Eltern. Die Eltern projizieren all ihre Wünsche und Hoffnungen auf die Kinder. Sie möchten ihnen eine bestmögliche Startposition in unserer leistungsorientierten Gesellschaft sichern. Sie möchten immer und in jeder Situation das Beste für ihre Kinder. Diese sollen vor allen Problemen und Enttäuschungen dieser Welt bewahrt werden und glücklich aufwachsen. Erziehungsstile sind Symptome ihrer jeweiligen Zeit. Eltern, die überbehüten, gehören in eine Zeit des Konkurrenz- und Konsumdenkens. Unsere Gesellschaft vermittelt: „Wenn ihr nicht zu den Besten gehört, werdet ihr ausgetauscht und durch Leistungsfähigere ersetzt.“ Auf diesen Leistungskampf wollen heutige Eltern ihre Kinder mit Frühförderung vorbereiten. Die Bildungschancen der Kinder hängen fast überall in der Welt immer noch stark vom Geldbeutel der Eltern ab, auch hier in Deutschland. Eltern, denen dies bewusst ist, arbeiten umso härter am schulischen und beruflichen Erfolg ihrer Kinder. Auch Sicherheitsdenken ist in unserer Gesellschaft fest verankert. Unsere Welt wird immer sicherer, was uns viele Vorteile bringt. In einer sicheren Welt bleibt allerdings wenig Platz für Freiheit und Kreativität, für Risiko und Ausprobieren. Spielplätze sind beispielsweise heutzutage genormt. Kindern wird auch durch diese vorgefertigten und genormten Spielplätze nichts mehr zugetraut. Sie werden in Ihrer Kreativität gehemmt.

Die Überbehütung fängt häufig schon im Kleinkindalter an. Eltern, die diesen Erziehungsstil eher ablehnen, finden sich alleine auf der Spielplatzbank wieder. Alle anderen Eltern sitzen nämlich bei ihren Kindern im Sandkasten und animieren zur Schaffung der schönsten (Sand-) Kunstwerke. Nähert sich ein Kind den Spielsachen eines anderen, wird das Kind häufig sofort zurückgerufen. Jedes Kind soll mit seinen eigenen Spielsachen spielen. Streiten sich zwei Kinder, greifen sofort die Eltern ein. Wenn Eltern befürworten, dass die Kinder Streitigkeiten auch mal unter sich ausmachen, werden sie „schräg“ angeschaut. Kinder finden auf dem Spielplatz häufig keine Spielkameraden, denn alle Kinder sind durch ihre Eltern „besetzt“. Eltern, die ihr Kind eigentlich gerne mit anderen Kindern spielen lassen möchten, können oft nicht anders, als auch in die Buddelkiste zu steigen und mitzumachen, denn Kinder brauchen einen Spielkameraden. Auch Eltern, die Überfürsorglichkeit eher ablehnen, sind nicht ohne Zweifel. Häufig fürchten sie einen Wettbewerbsnachteil in Schule und Beruf. Denn natürlich wollen auch sie nur das Beste für ihre Kinder. Sie unterwerfen sich notgedrungen den extremen Förderanforderungen, in der Angst, ihrem Kind sonst nicht alles geboten zu haben. Trotzdem kommt die Überlegung, das Kind einen Fehler machen zu lassen, des Öfteren auf. Es soll von alleine verstehen lernen, wie wichtig Schule und gute Noten sind. Die Angst ist dann allerdings größer, dass die Kinder „die Kurve“ nicht von alleine wieder „kriegen“ und am Ende ohne Schulabschluss dastehen. All diese berechtigten Ängste lassen Eltern zu Helikoptereltern werden, denen es schwer fällt, ernste von harmlosen bzw. zur Reifung der Kinder notwendigen Situationen zu unterscheiden.