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Aktives Zuhören

Veröffentlicht am 29.11.2017

Dieser Beitrag wurde inspiriert von den Ergebnissen der Studie „IQB Bildungstrend 2016“.

Das „Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen“ an der Humboldt-Universität überprüft im Auftrag der Kultusminister die von der Kultusministerkonferenz selbst gesetzten Standards für das Bildungswesen in Deutschland. Dabei wurden die Kompetenzen von Grundschülern am Ende der 4. Klasse in den Fächern Deutsch und Mathematik untersucht. In Deutsch wurden speziell die Kompetenzen in Lesen, Zuhören und Orthografie analysiert.
Auf der Einstiegsseite des Portals der IQB (https://www.iqb.hu-berlin.de/bt/BT2016/Bericht) finden Sie alle weiterführenden Links zu der Studie.

Gravierende Mängel eigentlich überall

Die aktuelle Analyse wurde am 13. Oktober 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Ergebnisse sind besorgniserregend: Die Studie weist gravierende Mängel bei allen getesteten Mindeststandards nach. Hier ein Auszug aus den Ergebnissen:

„Im Fach Deutsch erreichen oder übertreffen im Jahr 2016 bundesweit im Bereich Lesen knapp 66 Prozent, im Bereich Zuhören gut 68 Prozent und im Bereich Orthografie rund 54 Prozent der Viertklässlerinnen und Viertklässler den Regelstandard. Den Mindeststandard verfehlen in diesen Kompetenzbereichen jeweils knapp 13 Prozent, fast 11 Prozent und rund 22 Prozent der Schülerinnen und Schüler. Kompetenzen, die dem jeweiligen Optimalstandard entsprechen, erreichen in Deutschland insgesamt sowohl im Lesen als auch im Zuhören etwa 10 Prozent und in der Orthografie fast 9 Prozent der Schülerinnen und Schüler.“

Mehr als 10% der Schüler erreichen den Mindeststandard in Deutsch nicht mehr und nur noch bei 10% der Schüler lässt sich ein optimaler Erfolg bei der Vermittlung der Kompetenzen feststellen!

Die Bundesländer im Vergleich

Die Ergebnisse variieren in den einzelnen Bundesländern: Wieder gehören Bayern und Sachsen zu den Besten: „In Bayern erreicht im Lesen und in der Orthografie ein signifikant höherer Anteil der Schülerinnen und Schüler die Optimalstandards als bundesweit.“

Berlin und Bremen sind wieder einmal das Schlusslicht beim Kompetenzerwerb: „Signifikant geringer als in Deutschland insgesamt fällt hingegen der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die mindestens den Regelstandard erreichen, in allen drei Kompetenzbereichen in Berlin und Bremen aus.“

Und nicht nur das: Die Leistungen haben in den vergangenen 5 Jahren bereits weiter abgenommen, wie der Vergleich mit der letzten IQB-Bildungsstudie aus dem Jahr 2011 zeigt: „Für die Bereiche Zuhören und Orthografie sind hingegen signifikant negative Trends zu verzeichnen…“

Kompetenzerwerb „Zuhören“

Besonders interessant finde ich den getesteten Kompetenzerwerb „Zuhören“. Den Schülern wurde eine Geschichte als Audiodatei vorgespielt, zu der dann Fragen zum Inhalt und zum Verständnis gestellt wurden. Hier wird eher die akustische Aufmerksamkeit getestet; mit dem „Zuhören“, wie wir es aus Gesprächen und Unterhaltungen kennen, hat dies jedoch nichts zu tun.

Liebe Eltern, „Zuhören“ ist eine zwischenmenschliche Disziplin, die Sie ihren Kindern am besten beibringen, in dem Sie sie durch gutes Beispiel vorleben. Lassen Sie mich mit einem Beispiel aus unserer langjährigen Tätigkeit verdeutlichen, was ich meine. (Die folgende Szene zeigt deutlich, wie man es nicht machen sollte):

Die Mutter steht in der Küche und schneidet das Gemüse für das Abendessen. Sie zitiert ihren Sohn herbei und fordert ihn auf zu zeigen, dass er seine Englischvokabeln gelernt hat. Dabei sieht sie nicht von ihrer Tätigkeit auf und ihr Rücken bleibt dem Kind abgewandt. Der Sohn fühlt sich zunehmend unwohl und kann die Fragen seiner Mutter nicht mehr wirklich beantworten. Er kommt ins Stottern und antwortet falsch. Die Mutter reagiert daraufhin gereizt, weist ihren Sohn zurecht und macht ihm Vorwürfe, nicht gelernt zu haben. Daraufhin ist der Junge so verschüchtert, dass er keine Antwort mehr gibt. Seine Mutter hat sich während des „Gesprächs“ nicht umgedreht. Erst als sie ihm Vorwürfe macht, blickte sie ihren Sohn dabei an.

Solche und ähnliche Erfahrungen machen wir von „die hauslehrer“ immer wieder bei unseren Hausbesuchen.
Eltern können jedoch durch ein stimmiges Kommunikationsverhalten ihren Kindern zeigen, dass eine ausgewogene und wohlmeinende Kommunikation möglich und auch erwünscht ist. Diese wird allgemein als „aktives Zuhören“ beschrieben.

In unserem obigen Beispiel hat die Mutter zwei grundlegende Fehler gemacht:

Nr. 1
Sie hat dem Gespräch und dem Gesprächsverlauf keine wirkliche Aufmerksamkeit gewidmet. Das emotionale Setting war frei von Wohlwollen und Hinwendung; der Sohn hat sich von Anfang an in dieser Situation unwohl gefühlt. Dies wiederum führte dazu, dass er nicht in der Lage war, die Anforderung seiner Mutter zu erfüllen, obwohl er im Unterricht vorher bewiesen hatte, dass er den Stoff verinnerlicht und gelernt hat.

Nr. 2
Die Mutter ging mit einem hohen Erwartungsdruck an ihren Sohn in das Gespräch. Da der Junge nicht reagierte wie gewünscht, wurde daraus die falsche Schlussfolgerung gezogen, er hätte nicht ausreichend gelernt. In dieser Situation, unfähig sich zu verteidigen, ist das Ergebnis dieses Gesprächs ein tiefes Missverständnis zwischen Mutter und Sohn, das beide negativ emotional zurück lässt. Wiederholt sich diese Situation immer wieder, kann die zwischenmenschliche Beziehung zwischen den beiden Schaden nehmen.

Die Mutter in unserem obigen Beispiel ist sicherlich keine schlechte Mutter. Sie ist erst vor kurzem von der Arbeit gekommen und muss nun schnell das Abendessen vorbereiten. Hätte sie dies nicht als letzten Tagesordnungspunkt zu bewältigen, hätte sie sicher auch mehr Zeit und Geduld, sich ihrem Sohn zuzuwenden, um sich wirklich auf ihn einlassen zu können.

„Aktives Zuhören“ bedeutet, aufmerksam zu sein

Für uns alle gesprochen:
Können wir unseren inneren Dialog nicht stoppen, der uns davon abhält, unserem Gegenüber die volle Aufmerksamkeit zu widmen, wird ein auf Verständnis beruhendes Gespräch schwierig.

„Aktives Zuhören“ vertieft das Verständnis der Gesprächspartner untereinander und leistet einen bisher immer noch unterschätzten, sehr wichtigen Beitrag zur Verbesserung zwischenmenschlicher Beziehungen. Aktive Zuhörer sind auch aktive Fragensteller. Wenn sie etwas nicht verstanden zu haben glauben, fragen sie nach. Das, was sie verstanden haben, fassen sie in eigenen Worten zusammen. So bekommt das Gegenüber die Gelegenheit, zu hören, ob das Gesagte auch vollständig „angekommen“ ist. Auf diesem Weg werden Missverständnisse vermieden, beziehungsweise schnell aus dem Weg geräumt. So lassen sich leichter Lösungen für Probleme finden. Die zueinander gewandten Gesprächspartner gehen empathisch miteinander um, was einer Intensivierung der Gesprächsqualität gleichkommt.

Bevor wir von „die hauslehrer“ Ihnen einen unserer Lehrer nach Hause schicken, haben Letztere in Schulungen gelernt, aktiv zuzuhören. Wir legen großen Wert darauf, dass wir in einen ehrlichen und authentischen Dialog mit unseren Schülern treten können. Unser Ziel ist es, Vertrauen der Schüler zu uns aufzubauen und mit ihnen einen empathischen Umgang zu pflegen, der es ermöglicht, auf Augenhöhe wirksamen Unterricht durchzuführen.

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