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Die PISA-Studie 2019 – Wo wir stehen und warum

Veröffentlicht am 10.01.2020

Als am 3. Dezember 2019 die neue PISA-Studie in Deutschland veröffentlicht wurde, war das Medienecho wie erwartet sehr groß:
„Deutschland ist Mittelmaß!“, so der Tenor. Unsere Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sieht das allerdings anders.

„Das deutsche Bildungssystem kann sich sehen lassen. Eine gute Bildung und Ausbildung und die hohe Bereitschaft für das lebensbegleitende Lernen sind die besten Voraussetzungen, um auf die sich verändernden gesellschaftlichen und beruflichen Herausforderungen reagieren zu können.“ (Quelle: https://www.bmbf.de/de/gute-voraussetzungen-fuer-den-digitalen-wandel-9592.html)

Wieso uns die Pisa-Studie mit widersprüchlichen Ergebnissen konfrontiert

Die Studie versorgt uns mit widersprüchlichen Angaben: Zwar soll Deutschland über dem Durchschnitt der Länder und gleichauf mit europäischen Ländern wie Frankreich, Irland, Norwegen, Belgien und auch mit Australien liegen, aber gleichzeitig haben die getesteten Schüler im Alter von 15 Jahren in Deutschland insgesamt schlechter abgeschnitten als bei der letzten Erhebung im Jahre 2015. Die Studie wird in 3-Jahres Abschnitten durchgeführt.

Die Jubelmeldungen der deutschen Politiker beziehen sich jedoch auf die Statistiken bezüglich Studium bzw. Erwachsenenbildung. Hier liegt Deutschland im überdurchschnittlichen Bereich, weil sich bis zu 40% der Schulabgänger für ein naturwissenschaftliches Studium entscheiden beziehungsweise einen Bachelor-Abschluss in den MINT-Studiengängen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft & Technik) anstreben.
Diese Erkenntnis ist durchaus positiv, da die deutschen Schulabgänger vermehrt versuchen, sich wissenschaftlich zu qualifizieren, um ihr Wissen für sich und in der Gesellschaft anzuwenden. Es scheint, als ob in Deutschland eine hohe Anzahl von Schülern zu Akademikern in den Natur- und Ingenieurswissenschaften reifen möchte. Zumindest ist Deutschland bemüht, ein Volk der Denker zu bleiben. Doch wird dies in Zukunft bei Versuchen bleiben, wenn in der Sekundarstufe die Lesekompetenz auf der Strecke bleibt. Die diesjährige PISA-Studie hat diesem Thema ihren Fokus gewidmet und ist zu interessanten Ergebnissen gekommen.

Besorgniserregende Lesekompetenz

So ist zuerst einmal alarmierend, dass 20% der 15-Jährigen nicht in der Lage sind, auf Grundschulniveau zu lesen. Auch die Anzahl der sechs Millionen funktionalen Analphabeten in Deutschland bleibt die Gleiche und sinkt nicht.

Lesekompetenz wird in der Pisa-Studie nicht nur als Methode definiert, aus Texten Informationen zu gewinnen. Dies ist vielmehr die Voraussetzung.
Wichtig ist, durch das Sammeln von Fakten Wissen aufzubauen und dieses kritisch zu überdenken, um begründete Urteile fällen zu können.
Ein großes Problem stellt an dieser Stelle die Unterscheidung von Fachinformation und Meinung dar. Dieses Problem hat sich mit dem Internet aufgetan.
Konnten sich früher Schüler darauf verlassen, dass Schulbücher oder andere Nachschlagewerke verlässliche und allgemein anerkannte Informationsquellen waren, ist dies bei der heutigen Überfülle an Informationen aus der digitalen Welt nicht mehr der Fall. Sie müssen nun eigenständig bewertet werden. Die Welt ist vieldeutiger geworden und hält komplexe Wissenszusammenhänge parat. Ohne eine verlässliche Orientierung von Seiten der Ausbildung ist die Bewältigung dieser Aufgabe von den Schülern jedoch kaum zu leisten. In unserer Wissensgesellschaft ist es aber unabdingbar, nicht nur Wissen anzusammeln, sondern daraus Kompetenzen zu entwickeln und anzubieten, die in der Gesellschaft benötigt und gebraucht werden. So wird die Teilhabe an der Zukunft für unsere Kinder gesichert sein, sind sich alle an derPISA- Studie Beteiligten einig.

Und hier tut sich in Deutschland eine Schere auf: Die Studie zeigt deutlich, dass sich die Lesekompetenzen der Schüler parallel zu ihrer ökonomischen Situation entwickeln. Je mehr Einkommen in der Familie, desto höher die Lesekompetenz. Bei den gut situierten Schülern steigt die Zahl, bei den weniger gut situierten fällt die Anzahl der lesekompetenten Kinder. Die Studie macht immer deutlicher, dass eine gute, nachhaltige Lernentwicklung leider auch immer häufiger einen monetär solide aufgestellten familiären Hintergrund braucht.

Armut bleibt der große Bildungsverhinderer

Finanziell schlecht situierte Familien schicken ihre Kinder meist auch auf sozioökonomisch weniger gut aufgestellte Schulen. Diese sind auch häufiger von Unterrichtsausfall und Lehrermangel betroffen als die mit besserem sozioökonomischen Hintergrund, wie die Studie feststellte.
Ein benachteiligter familiärer Hintergrund kann von unserem Bildungssystem nicht mehr aufgefangen werden.
Diese Abwärtsspirale nahm schon vor längerer Zeit Fahrt auf und ging als „Pisa-Schock“ im Jahre 2000 in die deutsche Bildungsgeschichte ein. Das Problem ist nun seit bald 20 nicht nur bekannt, sondern auch mit fundierten wissenschaftlichen Daten beschreibbar. Die Frage stellt sich nun nach dem letzten Ergebnis der Studie: Hat Deutschland das Problem verschlafen, ignoriert oder ist es an ihm gescheitert?

Hier kann ein Blick in den Bildungsfinanzbericht 2019 hilfreich sein, der vom Statistischen Bundesamt herausgegeben wird. Dort wird treffend zusammengefasst:
„Für das Wachstum der Volkswirtschaften sind die Humanressourcen und die durch Forschung und Entwicklung gewonnenen Erkenntnisse zunehmend wichtiger als Sachressourcen. Deshalb kommt der Beobachtung der Entwicklung der Bildungsausgaben eine große Bedeutung zu.“ (Seite 17)

Investitionen gegen das Bildungsproblem

Der Bericht zeigt auf, dass das Bildungsbudget seit 2015 jährlich um 5 bis 6 Milliarden Euro steigt und im Jahr 2017 bei 206,8 Milliarden Euro lag. Dabei werden 80% des Bildungsbudgets für formale Bildungseinrichtungen wie unter anderem Kindergärten und Schulen ausgegeben: Das sind 162,3 Milliarden Euro. Die Ausgaben der öffentlichen Hand steigen in diesem Bereich stetig, was eine positive, weil unbedingt notwendige Entwicklung ist. Auch dass knapp die Hälfte der gesamten öffentlichen Bildungsausgaben 2018 für Schulen aufgewendet wurde, zeigt, dass auf die erkannten Probleme tatsächlich reagiert wird.

Deutschland hatte sein Bildungsproblem schlichtweg verschlafen und wurde durch die 1. PISA-Studie wachgerüttelt, die vor inzwischen bald 20 Jahren veröffentlicht wurde Seit dieser Zeit wurde viel unternommen. Trotzdem resultieren daraus eklatante Mängel und ihre nachhaltigen, sich in die Gegenwart verschleppenden Konsequenzen sind für unsere Heranwachsenden in den letzten Jahren auch immer deutlicher geworden. Angefangen bei geschlossenen Schultoiletten und dem Zerfall der baulichen Substanz aufgrund fehlender Wartung.

Die insgesamt erfreuliche Entwicklung der Budgeterhöhung kommt zu spät und ist zu niedrig, um die vorhandenen Probleme in angemessener kurz- bis mittelfristiger Zeit zu bekämpfen. Durch den hohen Investitionsbedarf sind die Mängel nicht rechtzeitig beseitigt worden, sondern werden in die Gegenwart verschleppt und dürften uns auch in absehbarer Zukunft weiter beschäftigen.

Private Investitionen in die Bilderung der Kinder – Nachhilfe & Co.

Interessant ist, dass der Bildungsfinanzbericht 2019 auch hier einige Zahlen bereit hält, denn er erfasst auch die Ausgaben der privaten Haushalte für Nachhilfeunterricht und Lernmittel: 2016 betrugen sie insgesamt 3,6 Milliarden Euro. Dies sind knapp 3,9% am Gesamtvolumen der deutschen Bildungsausgaben. Die hohen privaten Investitionen belegen den Zwang eigeninitiativ organisierten Bildung

Für die Zukunft ist absehbar, dass Eltern ihre Kinder im Laufe ihrer Schulkarriere weiter privat in der Ausbildung unterstützen müssen.

  • Halten Sie diese Kosten so gering wie möglich!
  • Beginnen Sie, so früh wie möglich ihren Kindern vorzulesen!
  • Inspirieren Sie sie zur Auseinandersetzung mit Inhalten!
  • Schauen Sie sich auch zum Beispiel gemeinsam sog. „Wimmelbilder“ an!

In Letzteren ist so viel zu sehen! Sie sind eine grob unterschätzte Möglichkeit, das Gesehene in logischer Reihenfolge zu beschreiben. Das Erkannte muss verbal in sinnvolle Zusammenhänge gebracht werden. Das kindliche Gehirn ist gezwungen, strukturierende Leistungen zu vollbringen.

Die frühkindliche Förderung von Lesekompetenz, die mit einer steigenden Präzision an Formulierungsfertigkeit einhergeht, kann am besten von den Eltern gefördert werden.

Nehmen Sie sich Zeit, um vorzulesen!

Locken Sie das intellektuelle Potenzial ihrer Kinder hervor!

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Quellen:

OECD-Studie
OECD (2019), PISA 2018 Ergebnisse (Band I): Was Schülerinnen und Schüler wissen und können, PISA, wbv Media, Bielefeld, https://doi.org/10.1787/1da50379-de

Bildungsfinanzbericht 2019
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Bildungsfinanzen-Ausbildungsfoerderung/Publikationen/_publikationen-innen-bildungsfinanzbericht.html;jsessionid=6A5115900781E4D7982E3D2B81B5E74E.internet742