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Warum müssen Kinder und Jugendliche mehr lesen?

Veröffentlicht am 01.12.2019

Bildungsforscher und die Lehrkräfte an Schulen alarmieren, dass immer weniger Kinder und Jugendliche tatsächlich verstehen, was sie lesen. Lernende in deutschen Schulen können ihren Angaben nach immer weniger die wichtigen Aussagen aus Texten herausfiltern und diese dann Themenbereichen oder größeren Zusammenhängen zuordnen. Die Schülerinnen und Schüler verstehen oft noch nicht einmal, was inhaltlich eigentlich gesagt wird, da sie mehr mit dem Entziffern von Wörtern und Sätzen beschäftigt sind.

Die Fähigkeit zu lesen und das Gelesene zu verstehen ist in der heutigen Kommunikationsgesellschaft eine grundlegende Voraussetzung, um die Masse an „alten“ und „neuen“ Informationen aufnehmen, verarbeiten und im Gedächtnis behalten zu können. Kinder und Jugendliche mit unzureichend ausgeprägter Lesekompetenz haben oft in der Schule fächerübergreifend Probleme.

Warum die Schülerinnen und Schüler im Lesen und bei der Lesekompetenz immer schlechter werden, hängt von vielen verschieden Faktoren ab. Im Blogbeitrag: „Grundschüler lesen und rechnen schlechter – Ergebnis der PISA-Studie“ (link to: https://www.hauslehrer.de/blog/grundschueler-lesen-und-rechnen-schlechter-ergebnis-der-pisa-studie/) wurde die Frage nach dem „Warum?“ schon einmal gestellt und nach Antworten gesucht.

Experten, Lehrkräfte und führende Nachhilfeinstitute sind sich jedoch darüber einig, dass es eine Vielzahl von Negativfaktoren gibt, deren Zusammenspiel letztendlich einen Abfall der Lesefähigkeit und der Lesekompetenz bewirkt.

In den folgenden Ausführungen soll daher nicht mehr auf mögliche Ursachen dafür, sondern allein auf die Bedeutung des Lesens für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und ihre schulischen und beruflichen Perspektiven eingegangen werden.

Fünf Vorteile des Lesens

Vorteil 1: Lesen entwickelt die Lesekompetenz

Die Lesekompetenz ist nicht nur die Fähigkeit, einzelne Wörter, Sätze und ganze Texte fließend und fehlerfrei zu lesen, sondern auch den Textzusammenhang des gelesenen Textes zu verstehen und wesentliche Aussagen herauszufiltern.

Eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Entwicklung der Lesekompetenz ist, dass sich der Fokus nicht mehr auf das reine Lesen (Erfassen) von Wörtern beschränkt. Kurzum, wer flüssig lesen kann und sich nicht mehr auf das Entziffern von Buchstaben, Silben und Wörtern konzentrieren muss, kann das „Lesen von Texten und Verstehen derer Inhalte“ besser umsetzen.

Nebenbei bemerkt: Eine entwickelte Lesekompetenz hat positive Effekte auf die Leistungen in allen Schulfächern.

Vorteil 2: Lesen unterstützt den Spracherwerb und die Sprachkompetenz

Durch regelmäßiges Lesen erlernen Kinder und Jugendliche neue Wörter, Wortkombinationen und Möglichkeiten, diese im Sachzusammenhang sprachlich anzuwenden. Dieses „Lernen“ erfolgt für den Lesenden durch bewusstes, aber auch unbewusstes Auseinandersetzen mit unbekannten Wörtern und deren Bedeutung. Je häufiger sich Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Begriffen befassen, desto leichter gehen diese in den aktiven Wortschatz über.

Lesen ist folglich eine Art der Bildung, egal welches Genre man beim Lesen favorisiert.

Zudem hat ein erweiterter Wortschatz positive Auswirkungen auf die eigene Ausdrucksweise und die eigene Schreibkultur. Wobei die Schreibkultur neben Ausdrucksvermögen auch die Rechtschreibung und Grammatik umfasst.

Im Übrigen: Regelmäßiges Lesen in einer bestimmten Fremdsprache unterstützt das Erlernen dieser Fremdsprache, besonders in Bezug auf Vokabular und Grammatik.

Vorteil 3: Lesen entspannt und reduziert Stress

Besonders Heranwachsende, welche für sie interessante Bücher lesen, tauchen tief in die Geschichten ein. Alles um sie herum gerät in den Hintergrund und ein Moment der inneren Ruhe tritt ein.

Focus Gesundheit berichtet in einem Beitrag, dass bereits sechs Minuten Lesen vor dem Einschlafen den Stresslevel spürbar reduziert und dieses deutlich mehr als Musikhören. (vgl. Focus Gesundheit: https://www.focus.de/gesundheit/videos/egal-was-vor-dem-einschlafen-warum-sie-jetzt-unbedingt-noch-etwas-lesen-sollten_id_4905465.html; Stand 10.10.2019)

Um beim Lesen richtig entspannen zu können, ist es wichtig, sich auf einen zusammenhängen Text und ein zusammenhängendes Thema (Buch, Zeitschrift, etc.) zu konzentrieren. Kurze Zeitungsartikel, Twitter, WhatsApp und Co. taugen als Stresskiller in der Regel nicht.

Apropos: Vor dem Einschlafen zu lesen, kann sich schnell zu einem festen Ritual entwickeln und hilft so beim Einschlafen.

Vorteil 4: Lesen belebt die Vorstellungskraft und den Einfallsreichtum

Tauchen Kinder und Jugendliche in eine Geschichte ein, entstehen in ihrer Fantasie eigene Bilder zum Beispiel beschriebener Charaktere oder Situationen. Anders als im Fernsehen oder Kino, wo alles vorgegeben ist, lassen Lesende ihren eigenen Film im Kopf entstehen. Besonders Kinder und Jugendliche fördern durch regelmäßiges Lesen ihre Fantasie und Kreativität.

Wer eine gute Vorstellungskraft besitzt, also die Fähigkeit sich etwas in Gedanken auszumalen, kann diese unter anderem auf Textaufgaben, Rechenaufgaben oder Definitionen übertragen und dadurch besser nach kreativen Ansätzen des Verstehens oder des Lösens von Schulaufgaben suchen.

Schülerinnen und Schüler mit einer ausgeprägten Fantasie und Kreativität kommen daher in der Regel in der Schule leichter zurecht und das fächerübergreifend.

Eine profilierte Kreativität hat zudem einen positiven Einfluss auf die Schreibkultur, die Diskussionskultur und die Fähigkeit, zielorientiert Problemlösungen zu suchen. Zudem haben Kinder und Jugendliche, welche regelmäßig lesen, weniger Probleme, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, was positive Effekte auf das Empathievermögen hat.

Am Rande: Eine ausgeprägte Fantasie und Kreativität bringt auch bei Konfliktlösungen im persönlichen oder beruflichen Alltag Vorteile mit sich und wird in manchen Berufsfeldern bereits als Kernkompetenz vorausgesetzt.

Vorteil 5: Lesen steigert die Konzentration am effektivsten

Beim Lesen von zusammenhängenden Geschichten oder Büchern werden Bilder im Kopf erzeugt, welche die Vorstellungskraft und den Einfallsreichtum der Lesenden anregen (vgl. Vorteil 4). Um diesen gedanklichen Zustand zu erreichen, muss zwangsläufig die äußere Ablenkung auf ein Minimum reduziert werden. Kinder und Jugendliche lernen beim Lesen äußeren Ablenkungen wie Fernsehen, Handy und Co. zu widerstehen, um nicht den roten Faden zu verlieren oder um nicht am Ende eines Satzes vergessen zu haben, was am Anfang stand. Geübte Leser und Leserinnen können sich, selbst bei laufendem Radio oder Fernsehen, ganz auf den Text konzentrieren.

Das Arbeitsgedächtnis (funktionell betrachtet ein Teil des menschlichen Erinnerungsvermögens) speichert das Gelesene im Gehirn zwischen, um zu verstehen, was die aneinandergereihten Wörter eines Satzes oder Textteiles inhaltlich bedeuten.

Um das Arbeitsgedächtnis mehr zu fordern bzw. zu trainieren, muss man lernen, sich besser zu konzentrieren.

Außerdem: Kinder und Jugendliche, welche regelmäßig lesen, sind auch bei längeren Hausaufgaben konzentrierter oder haben bei Klassenarbeiten und Klausuren seltener einen Konzentrationsabfall.

Tipps, die passende Lektüre zu finden und die Motivation zu fördern

  • Stellen Sie fest, wie es um die Lesefähigkeit des Kindes steht, um mit dem ausgesuchten Buch nicht zu unterfordern oder zu überfordern.
  • Fragen Sie nach, welches Genre bevorzugt gelesen wird, um Vorlieben und Interessen zu berücksichtigen.
  • Jüngere oder langsame Leser und Leserinnen benötigten für Konzentrationspausen mehr Bilder und Zeichnungen.
  • Wählen Sie Lektüre mit fließendem Absatztext, nicht im Blocksatz geschrieben und mit großen und gut lesbaren (altersgerechten) Buchstaben, um einen guten Lesefluss zu ermöglichen.
  • Schauen Sie nach Büchern mit ansprechendem Einband, um Interesse am Buch zu erwecken.
  • Fangen Sie mit dünneren Büchern an, um nicht bzgl. der „Leseaufgabe“ abzuschrecken.
  • Stellen Sie keinen zeitlichen Rahmen auf, indem das Buch gelesen werden muss.
  • Zeigen Sie Interesse an der Lektüre, indem Sie in regelmäßigen Abständen bzgl. deren Inhalt und Gefallen daran nachfragen, um für ein Folgebuch entsprechende Informationen zu erhalten.
  • Loben Sie, wenn ein Buch zu Hand genommen wird, um dieses zu lesen.
  • Seien Sie ein „Lese-Vorbild“, in dem Sie auch lesen und über das Gelesene sprechen.
  • Fangen Sie bereits im Vorschulalter an, durch Vorlesen von Geschichten Interesse an Büchern zu wecken.
  • Gestalten Sie einen richtigen „Leseplatz“ und halten Sie Bücher und andere Lektüre immer griffbereit.

Fazit:

In der heutigen Zeit der Medienüberflutung und der „Kurznachrichten“ über soziale Netzwerke oder Informationsdienste verliert ein gutes Buch oder ein guter Zeitungsartikel immer mehr an Bedeutung. Bewusstes Lesen und das Verstehen inhaltlicher Zusammenhänge rückt dadurch immer mehr in den Hintergrund.

Aber gerade in der heutigen komplexen Welt gehört eine ausgeprägte Lesekompetenz zum Fitmachen für Schule, Beruf und Alltag einfach dazu, um komplexe Zusammenhänge zu erfassen und zu hinterfragen

Eltern sollten daher darauf achten, ihren Beitrag zu leisten, damit ihre Kinder auch in Zeiten von Internet, Computer, Handy und Fernseher Freude am Lesen gewinnen.

 

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Quellen:

  1. Ann-Kathrin Marr: „Lesen lernen – So können Eltern ihren Kindern helfen“, https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/so-lernen-kinder-lesen-tipps-und-tricks-fuer-eltern-a-1181818.html, 17.07.2019
  2. Beitragssammlung: Fit im Fach durch Lesekompetenz – Leseförderung in allen Fächern und in allen Schularten, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, München, 1. Auflage, Juni 2018
  3. Jörg F. Maas | Simone C. Ehmig (Hrsg.): Zukunft des Lesens – Was bedeuten Generationswechsel, demografischer und technischer Wandel für das Lesen und den Lesebegriff, Stiftung Lesen, Mainz 2013
  4. „Lesen gegen Stress“, http://www.easyrelax.at/lesen_gegen_stress/, Stand 01.10.2019