Gesellschaft Archive | die hauslehrer https://www.hauslehrer.de/blog/category/gesellschaft/ Nachhilfe, die ankommt. Mon, 16 Mar 2026 09:57:41 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Von Google zu GPT: Warum Schüler das kreative Denken verlernen https://www.hauslehrer.de/blog/von-google-zu-gpt-warum-schueler-das-kreative-denken-verlernen/ Fri, 14 Nov 2025 10:16:26 +0000 https://www.hauslehrer.de/?p=9626 Ob bei der Ideenfindung für Texten oder das Verfassen von Hausaufgaben: Der Griff zur Suchmaschine ist für viele Schüler ebenso wie bei der privaten Nutzung selbstverständlich geworden. Schließlich scheint das Netz unerschöpfliche Inspiration zu liefern. Doch zeigt z. B. eine aktuelle Studie der Carnegie Mellon University (CMU): Zu häufiges „Googeln“ wirkt sich negativ auf die […]

Der Beitrag Von Google zu GPT: Warum Schüler das kreative Denken verlernen erschien zuerst auf die hauslehrer.

]]>
Ob bei der Ideenfindung für Texten oder das Verfassen von Hausaufgaben: Der Griff zur Suchmaschine ist für viele Schüler ebenso wie bei der privaten Nutzung selbstverständlich geworden. Schließlich scheint das Netz unerschöpfliche Inspiration zu liefern. Doch zeigt z. B. eine aktuelle Studie der Carnegie Mellon University (CMU): Zu häufiges „Googeln“ wirkt sich negativ auf die Kreativität aus und reduziert unsere Ideenvielfalt. Und die Sache wird noch komplexer, wenn künstliche Intelligenz ins Spiel kommt.

Stört das „Googeln“ die Kreativität?

Ein Forschungsteam der amerikanischen Privatuniversität hat untersucht, welchen Einfluss googeln auf die Kreativität bei der Ideenfindung hat. Dazu teilten sie ihre Proband:innen in zwei Gruppen auf: Während die eine Gruppe ein Kreativproblem ohne digitale Hilfe lösen sollte, durfte die andere nach Herzenslust googeln. Ziel war es, Einsatzmöglichkeiten für einen Regenschirm und für ein Schild zu sammeln.

Das Ergebnis war überraschend: Die Proband:innen, die die Suchmaschine nutzten, fanden insgesamt weniger Verwendungszwecke für die beiden Gegenstände. Vor allem fiel der Unterschied beim Schild auf, da zu diesem auch bei Google nicht so viele Ideen zu finden waren, wie beim Schirm.

Warum aber kam es zu diesem Ergebnis? Das Fazit der Forscher: Digitale Recherche kann die Eigenleistung bei kreativen Aufgaben mindern, weil der Fokus stärker auf vorhandenen Ideen und weniger auf eigenen Denkprozessen liegt. Dieser sogenannte Fixation-Effect entsteht, wenn eine mögliche Lösung vorgegeben wird und die Proband:innen sich eher an dieser orientieren, als eigene, weitere Lösungen zu finden.

Von Google zu GPT: Wie KI die kreative Recherche verändert

Die Studie bezog sich zwar auf Google, ähnlich kann es sich aber mit KI verhalten. Nicht wenige Privatnutzer:innen googeln gar nicht mehr, sondern stellen ihre Fragen allesamt Tools wie ChatGPT.  ChatGPT, Gemini oder Perplexity AI liefern blitzschnell Ideen, Gliederungen, Überschriften – und wirken damit wie ein Turbo fürs kreative Arbeiten. Doch ist das wirklich so?

Die Parallelen zur Google-Recherche sind offensichtlich: Auch KI kann dazu verleiten, sich auf fremde Ideen zu verlassen, statt selbst kreativ zu denken. Wenn Du also KI als Ideengeber nutzt, entsteht schnell eine Illusion von Kreativität, die aber – wie bei Google – nicht zwingend mit echter Originalität einhergeht.

KI-Tools sind mächtig, keine Frage. Sie sind vielseitig einsetzbar und sparen oft Zeit – doch wer sie unkritisch als Kreativhelfer einsetzt, riskiert uniformen Inhalt, ideenlose Überschriften oder Copy-Paste-Content, der wenig Mehrwert bietet.

Digitale Bequemlichkeit: Wie Informationsflut unsere Ideenfindung beeinflusst

Googeln oder KI birgt eine große Gefahr: Wir suchen externen Input, oft bevor wir selbst einen Denkprozess durchlaufen haben. Das Problem: Je mehr Ideen von außen kommen, desto weniger Raum bleibt für originelle Gedanken im Inneren.

Diese kognitive Bequemlichkeit ist in Zeiten ständiger Reizüberflutung ein echtes Hindernis für kreative Arbeit. Unser Gehirn lernt, dass es Ideen nicht selbst entwickeln muss, und verlernt genau das mit der Zeit.

In einer Umgebung, in der Schüler unter Druck stehen, möglichst schnell hochwertige Inhalte zu liefern, ist dieser Mechanismus besonders gefährlich. Dabei gibt es Wege, die eigene Kreativität gezielt zu fördern – trotz (oder gerade wegen) digitaler Tools.

Was bedeutet das für Schüler?

Kreativität lebt von Reibung, Kontrasten, Perspektivwechseln und nicht zu verachten, einem fundierten Bildungshintergrund!

 Deshalb ist es wichtig, bei der Ideenentwicklung bewusst zwischen interner und externer Informationsverarbeitung zu unterscheiden:

  • Erst denken, dann suchen: Versuche, erste Gedanken, Ansätze oder Ideen ohne externe Hilfe zu entwickeln.
  • KI & Google nur als Sparringspartner Lass Dir neue Perspektiven liefern, aber prüfe, ob Deine ursprünglichen Gedanken nicht doch besser waren.
  • Gönn Deinem Kopf Pausen. Manchmal entstehen die besten Ideen nicht beim Googeln, sondern beim Spazierengehen, Duschen oder Nichtstun.
  • Team-Workshops ohne Geräte: Für kreativen Austausch kann es sinnvoll sein, bewusst auf digitale Geräte zu verzichten.

Fazit: Bewusst suchen, bewusst denken

Die Studie liefert einen wichtigen Impuls für alle, die kreativ arbeiten: Externe Recherche – sei es über Google oder KI – kann die Kreativität fördern, wenn sie bewusst und gezielt eingesetzt wird. Wer sich jedoch zu früh auf digitale Tools verlässt, läuft Gefahr, die eigene Originalität zu verlieren.

Gerade im schulischen Zusammenhang, wo es auf Unverwechselbarkeit, Relevanz und Afbau eines Textes ankommt, ist der eigene Denkprozess Gold wert. Google und KI sind Werkzeuge, Kreativität bleibt ein Handwerk.

Und noch eine kleine Anmerkung:

Wir wissen alle oder sollten es zumindest wissen, um eine Suchmaschine wirklich nutzen zu können braucht es Bildung (und nicht nur Wissen).

Geben sie als Beispiel bei google das Stichwort „Kopfschmerz“ ein ist der vierte Treffer schon Werbung für ein Medikament! Und um aus all den vielen „Treffern“ für sich das Richtige zu finden, bräuchten sie schon fundierte medizinische Kenntnisse.

So ist es bei allen Suchanfragen.

Wir sollten als Eltern, Lehrer und überhaupt Jeder dafür sorgen, dass unsere Kinder Bildung erfahren können, damit sie in Zukunft eigenständig denken und kreativ sich Herausforderungen stellen können.


Quellen der Studien:

[Submitted on 10 Jun 2025] Cornell University:Your Brain on ChatGPT: Accumulation of Cognitive Debt when Using an AI Assistant for Essay Writing Task (Nataliya Kosmyna, Eugene Hauptmann, Ye Tong Yuan, Jessica Situ, Xian-Hao Liao, Ashly Vivian Beresnitzky, Iris Braunstein, Pattie Maes)

Human-AI Collaboration Can Unlock New Frontiers in Creativity – Tools Developed by SCS Researchers Show Benefits for Inventors, Designers, Songwriters   Thursday, May 29, 2025 Carnegie Mellon University

How AI Affects Our Sense of Self  And why it matters for business by Gizem Yalcin and Stefano Puntoni

From the Magazine (September–October 2023) Harvard Business Review

Der Beitrag Von Google zu GPT: Warum Schüler das kreative Denken verlernen erschien zuerst auf die hauslehrer.

]]>
Demokratiebildung und Demokratiepädagogik – die Basis für eine lebendige Demokratie https://www.hauslehrer.de/blog/demokratiebildung-und-demokratiepaedagogik-die-basis-fuer-eine-lebendige-demokratie/ Tue, 13 May 2025 07:49:28 +0000 https://www.hauslehrer.de/?p=9502 Wie unser Bildungssystem dazu beitragen kann, heranwachsende Menschen auf das Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft vorzubereiten.  Schon in der griechischen Antike, die bekanntlich als die „Wiege der Demokratie“ gilt, äußerte der athenische Staatsmann und Dichter Solon (ca. 640 – 560 v. Chr.) die Ansicht: „Ein Fürst erlangt am meisten Ruhm bei seinen Bürgern, wenn er […]

Der Beitrag Demokratiebildung und Demokratiepädagogik – die Basis für eine lebendige Demokratie erschien zuerst auf die hauslehrer.

]]>
Wie unser Bildungssystem dazu beitragen kann, heranwachsende Menschen auf das Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft vorzubereiten. 

Schon in der griechischen Antike, die bekanntlich als die „Wiege der Demokratie“ gilt, äußerte der athenische Staatsmann und Dichter Solon (ca. 640 – 560 v. Chr.) die Ansicht: „Ein Fürst erlangt am meisten Ruhm bei seinen Bürgern, wenn er die Alleinherrschaft in eine Volksherrschaft verwandelt“. Denn die Demokratie als Lebensform und politische Ordnung bezieht ihre Legitimation dadurch, dass das Volk als der oberste Souverän angesehen wird und Entscheidungen auf dem mehrheitlichen Willen der Bevölkerung basieren. Somit erscheint sie im Vergleich zu anderen Herrschafts- und Regierungsformen, bei denen die Macht nur von einer kleinen, elitären Minderheit ausgeübt wird (Oligarchie) oder gar nur dem Willen und mitunter der Willkür einer Einzelpersönlichkeit unterliegt (Monarchie, Tyrannis), wohl als die gerechteste. Auch, dass die Demokratie nach allgemeiner Auffassung bestimmte fundamentale Wertvorstellungen, wie das Rechtsstaatsprinzip, die Gleichheit aller vor dem Gesetz sowie die Garantie von Grund- und Menschenrechten, beinhaltet, spricht sicherlich für sie. So hat sie sich denn auch in den meisten Ländern der modernen, zivilisierten Welt als Staatsform etabliert.

Allerdings umfasst die demokratische Regierungsform nicht nur Rechte für die Bürger, sondern natürlich auch Pflichten und stellt Anforderungen an sie. Denn das Recht zur Mitbestimmung politischer Themen erfordert auch die eigenständige geistige Auseinandersetzung mit ihnen und fordert auf zur aktiven Mitgestaltung. Und demokratische Werte können nur zur Realität werden, wenn sie im Alltag eines jeden einzelnen auch umgesetzt werden. Kurz: Eine Demokratie funktioniert nur dann wirklich, wenn sie aktiv gelebt wird. Dies setzt wiederum voraus, dass die in einer Gesellschaft lebenden Menschen zu einer demokratischen Lebensführung befähigt werden. Und in diesem Zusammenhang übernehmen Demokratiebildung und Demokratieerziehung, besonders natürlich mit Blick auf die junge Generation, eine Schlüsselfunktion.

Sachverhaltsklärung und Begriffsdefinitionen

Demokratiebildung, Demokratieerziehung und Demokratiepädagogik – Begriffe, die oft synonym verwendet werden, aber jeweils spezifische Schwerpunkte setzen. Auch wenn eine exakte, generell akzeptierte Abgrenzung dieser Begriffe kaum möglich ist, sollte man sich dennoch die tendenziell unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen bewusst machen, um die verschiedenen Ebenen der politischen Bildungsarbeit zu verstehen und gezielt umzusetzen:

  • Demokratiebildung bezeichnet die Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten, die notwendig sind, um Demokratie zu verstehen, zu leben und aktiv mitzugestalten (eher intellektuell und wissensorientiert). Sie zielt auf die bewusste Auseinandersetzung mit demokratischen Prinzipien sowie auf die aktive Teilhabe an politischen Prozessen.
  • Demokratieerziehung fokussiert speziell auf den Prozess der Sozialisation junger Menschen hin zu demokratischen Werten und Verhaltensweisen (eher handlungs- bzw. verhaltensorientiert). Es geht darum, demokratische Einstellungen und Haltungen frühzeitig zu fördern und eine innere Haltung der Toleranz und des Respekts zu entwickeln.
  • Demokratiepädagogik beschreibt pädagogische Konzepte und Methoden, mit denen demokratische Kompetenzen gezielt gefördert werden. Sie beinhaltet sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Handlungsansätze, die demokratische Lernprozesse initiieren und begleiten.

Ziele und Dimensionen von Demokratiebildung

Demokratiebildung verfolgt zentrale Ziele, um Demokratie langfristig zu sichern und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Sie soll Bürgerinnen und Bürger dazu befähigen, demokratische Strukturen nicht nur zu akzeptieren, sondern aktiv mitzugestalten. Demokratiebildung trägt wesentlich dazu bei, Extremismus vorzubeugen, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und die politische Kultur einer Gesellschaft positiv zu beeinflussen. Zu diesen Zielen gehört, das demokratische Bewusstsein in der gesamten Gesellschaft nachhaltig zu verankern und Menschen dazu zu befähigen, aktiv an demokratischen Prozessen teilzunehmen. Dabei geht es um das interessenausgleichende Gemeinwohl als allgemeines Ziel von Politik, was eine kontinuierliche Reflexion über eigene Werte und gesellschaftliche Entwicklungen erfordert.

Zudem spielt die Vermittlung sogenannter Demokratiekompetenzen eine zentrale Rolle. Diese Kompetenzen umfassen drei entscheidende Dimensionen:

  1. Kognitive Dimension: Dabei steht das politische Wissen über demokratische Systeme, ihre Funktionsweisen und die Bedeutung politischer Beteiligung im Vordergrund. Dazu gehören Kenntnisse über politische Institutionen, Prozesse der Gesetzgebung und die Bedeutung von Grundrechten.
  2. Affektiv-motivationale Dimension: Hierbei geht es um die emotionale Bindung an demokratische Werte, wie Freiheit, Gleichheit und Solidarität, sowie um die Motivation zur aktiven Beteiligung am demokratischen Leben. Werte wie Empathie, Fairness und Verantwortung werden entwickelt und gestärkt.
  3. Behaviorale Dimension: Diese Dimension bezieht sich auf das praktische demokratische Verhalten, etwa das Engagement in politischen oder sozialen Projekten, das aktive Wählen, die Teilnahme an Bürgerinitiativen oder das Engagement in zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Historische Entwicklung der Demokratiebildung und Demokratiepädagogik

Das Thema Demokratiebildung hat schon eine recht lange Tradition. Geradezu legendär ist das fundamentale Buch „Demokratie und Erziehung“ des Philosophen und Psychologen John Dewey, das erstmals im Jahr 1916 veröffentlicht wurde und auch heute noch als Schlüsselwerk der modernen Reformpädagogik gilt. Inspiriert von eigenen Schulversuchen, die Dewey unter dem Dach des US-amerikanischen Schulsystems durchgeführt hatte, entwickelte er ein Erziehungskonzept, nach dem die Schüler Lernfortschritte auf der Basis von praxisnaher Erfahrung, verbunden mit sozialer Interaktion erzielen sollen. Dieser fächerübergreifende Erfahrungsprozess soll den gesamten Schulalltag durchdringen. Soll heißen: Kultur und demokratisches Sozialverhalten sollen von den Schülerinnen/Schülern immer wieder praktisch geübt und dabei permanent weiterentwickelt werden. Dewey prägte somit die Vorstellung, dass Schulen quasi als „Miniaturdemokratien“ gestaltet werden sollten. Sein Ansatz ist also pragmatisch (da handlungszentriert). Zugleich ist er antiautoritär, insofern als er darauf abzielt, Kinder zu eigenständig denkenden Bürgern in einer Demokratie zu erziehen und die Zwangsindoktrination vorgefertigter Meinungen durch das Bildungssystem ablehnt.

In Deutschland wurde die Idee der Reformpädagogik, wenn auch in etwas abgewandelter und vielleicht abgeschwächter Form, zur Zeit der Weimarer Republik vor allem durch den „Bund Entschiedener Schulreformer“ weiter vorangetrieben. Immerhin erreichten sie die offizielle Einführung des auf demokratischen Prinzipien basierenden Lehrfachs „Staatsbürgerkunde“ – für den bisherigen Obrigkeitsstaat ein Novum. Unter dem nationalsozialistischen Regime erlitten (wen mag es wundern…) demokratiebildende und reformpädagogische Bestrebungen zunächst erst einmal einen Rückschlag. Erst nach Kriegsende, in den 1950er Jahren, wurden in Deutschland ansatzweise Vorstellungen in Richtung auf einen demokratischen Erziehungsstil wiederbelebt. Es folgten die Gesamtschul-Bewegung und das Konzept der antiautoritären Erziehung in den 1970er Jahren sowie verschiedene demokratische Schulprojekte, z. B. in Deutschland die Bielefelder Laborschule oder international die Sudbury Valley School im US-Bundesstaat Massachusetts.

Seit den 1990er Jahren bis in die Gegenwart hinein müssen sich Demokratiebildung und –erziehung in Deutschland auch der neuen Herausforderung stellen, auf die sich zunehmend verbreitenden Erscheinungen des Rechtsextremismus und Rassismus zu reagieren. Gehören doch zum Gedanken der Demokratie trotz des angewandten Mehrheitsprinzips auch gesellschaftliche Toleranz und der Schutz von Minderheiten. Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang etwa das Bundesförderprogramm „Demokratie leben!“ oder die 2005 gegründete Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V. (DeGeDe), die zahlreiche Projekte und Aktionen unterstützt. Eine koordinierende Funktion übernimmt dabei die Kultusministerkonferenz (KMK), in der sich die Bildungsminister und –senatoren der einzelnen Bundesländer miteinander austauschen.

Methoden und Beispiele aktiver Politikbildung, insbesondere an unseren Schulen

Um demokratische Werte erfolgreich zu vermitteln, werden vielfältige pädagogische Methoden eingesetzt. Dazu zählt die Integration demokratiebildender Inhalte in den regulären Fachunterricht, insbesondere in Geschichte, Sozialkunde und Politik. Auch fächerübergreifende Projekte wie Planspiele zur Simulation politischer Entscheidungsprozesse, Diskussionsrunden zu aktuellen politischen Themen oder die Teilnahme an Schülerwettbewerben zur politischen Bildung fördern aktives politisches Lernen und machen Demokratie erfahrbar.

Ein bedeutender Ansatz ist die Medienpädagogik, die Schülerinnen und Schüler befähigt, Propaganda, Fake News und manipulative Werbung kritisch zu hinterfragen. Hier werden Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien geschult, die für die Meinungsbildung in einer modernen Demokratie unerlässlich sind. Durch Projektarbeit, Besuche bei politischen Institutionen (z.B. Landtag oder Bundestag) oder Begegnungen mit Politikerinnen und Politikern wird politische Bildung erfahrbar und persönlich relevant. Initiativen wie Jugendparlamente oder „Schule trifft Landtag“ bieten zusätzliche Möglichkeiten, Politik aus erster Hand kennenzulernen.

Gelebte Demokratie in Schulen zeigt sich zudem in Schülervertretungen, Schulversammlungen und demokratischen Entscheidungsprozessen, wie etwa Klassensprecherwahlen. Schulen, die demokratische Mitbestimmung aktiv fördern, schaffen wichtige Erfahrungsräume für junge Menschen, um demokratische Prozesse nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern auch praktisch zu erleben. Ein aktiver Umgang mit Konflikten, Mitspracherechte bei Schulentwicklungsprozessen oder die Gestaltung von Klassenregeln in partizipativen Verfahren stärken das demokratische Bewusstsein nachhaltig.

Zudem können Programme wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ein demokratisches Schulklima fördern. Schulen, die sich diesem Netzwerk anschließen, verpflichten sich zu einem respektvollen und toleranten Miteinander. Die Implementierung demokratischer Werte im Schulalltag erfordert auch Lehrkräfte, die Demokratiebildung nicht nur lehren, sondern aktiv vorleben. Lehrkräfte nehmen dabei eine Vorbildfunktion ein, indem sie Transparenz, Fairness und Partizipation in ihren Unterricht und ihr pädagogisches Handeln integrieren. Die Schule wird so zu einem Erfahrungsraum für Demokratie, in dem Engagement, Verantwortungsübernahme und solidarisches Handeln gefördert werden.

Vielleicht eine gewisse Vorreiterrolle in Sachen Demokratiebildung nimmt das Land Baden-Württemberg ein. Hier hat die Landeszentrale für politische Bildung BW einen „Leitfaden Demokratiebildung“ herausgegeben. Er richtet sich an Lehrkräfte und Schulleitungen und wurde mit Beginn des Schuljahres 2019/20 an allen Schulen in Baden-Württemberg verbindlich eingeführt. Es handelt sich dabei um eine praxisnahe Anleitung, wie Demokratiebildung an Schulen funktionieren kann. Darin werden vier Handlungsfelder und vier Bausteine der Demokratiebildung definiert mit dem Ziel, Schülerinnen und Schülern ihre Identität als Individuum innerhalb einer pluralistischen Gesellschaft bewusst zu machen, ihnen demokratische Werte zu vermitteln und demokratisches Sozialverhalten einzuüben. Darüber hinaus bietet das Projekt zahlreiche konkrete Angebote, wie Publikationen, Materialien und Veranstaltungen zu dem Thema. Als interessant erscheint nicht zuletzt, dass in der „Fächerübersicht“ nicht ausschließlich gesellschaftswissenschaftliche Fächer auftauchen, sondern Schnittmengen zur Demokratiebildung für nahezu sämtliche Schulfächer aufgezeigt werden.

Welchen Beitrag kann Nachhilfeunterricht in Hinblick auf Demokratiebildung und Demokratiepädagogik leisten?

Der Nachhilfeunterricht bietet zahlreiche Möglichkeiten, Demokratiebildung zu integrieren und zu fördern. Dies kann etwa durch Diskussionen über demokratische Werte und Erfahrungen im Alltag der Schülerinnen und Schüler erfolgen. Rollenspiele ermöglichen es ihnen, demokratische Entscheidungsfindung und Konfliktlösungen praktisch zu erproben. Die kritische Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimawandel, soziale Gerechtigkeit oder Digitalisierung eröffnet Anknüpfungspunkte für eine lebendige, lebensnahe Demokratiebildung.

Darüber hinaus können gezielt Texte, Lernspiele und Unterrichtsmaterialien der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) eingesetzt werden. Diese Materialien vermitteln demokratische Inhalte altersgerecht und anschaulich und regen zur kritischen Reflexion an. Auch aktuelle politische und gesellschaftliche Themen sollten im Nachhilfeunterricht aufgegriffen und gemeinsam diskutiert werden, um demokratische Kompetenzen gezielt zu stärken. Der Nachhilfeunterricht bietet den Vorteil individueller Betreuung, sodass gezielt auf Fragen, Unsicherheiten und Interessen der Lernenden eingegangen werden kann.

Indem demokratische Bildung in den Nachhilfeunterricht integriert wird, entwickeln Schüler ein tieferes Verständnis und eine größere Wertschätzung demokratischer Strukturen und Prozesse. Der Nachhilfeunterricht kann somit einen wichtigen Beitrag leisten, junge Menschen in ihrer demokratieförderlichen Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen und ihnen Mut zu machen, ihre Stimme in der Gesellschaft aktiv einzubringen.

Ein konkreter Tipp: das Spiel zur Demokratiebildung „Demokratie in Aktion“

Ein einfaches, aber wirkungsvolles Spiel zur Förderung der Demokratiekompetenz ist „Demokratie in Aktion“. In diesem Spiel übernehmen die Teilnehmer:innen die Rollen verschiedener Interessengruppen innerhalb einer fiktiven Stadt (z. B. Umweltschützer:innen, Unternehmer:innen, Schülervertretung, Seniorenvertretung). Ziel ist es, gemeinsam über ein neues Stadtprojekt zu entscheiden, zum Beispiel den Bau eines neuen Parks oder die Umgestaltung eines Stadtteils.

Das Spiel läuft in mehreren Phasen ab:

  1. Vorbereitung: Jede Gruppe erhält Hintergrundinformationen und vertritt ihre spezifischen Interessen.
  2. Diskussion: In einer moderierten Sitzung präsentieren die Gruppen ihre Argumente und Vorschläge.
  3. Verhandlung: Es wird über mögliche Kompromisse diskutiert.
  4. Abstimmung: Zum Abschluss wird demokratisch über den besten Vorschlag abgestimmt.

Durch dieses Rollenspiel lernen die Teilnehmenden die Bedeutung von Kompromissbereitschaft, Kommunikation, Fairness und Mehrheitsentscheidungen kennen. „Demokratie in Aktion“ eignet sich hervorragend für den Nachhilfeunterricht, Projektwochen oder Workshops und macht Demokratie hautnah erlebbar.

Nutzen Sie unser kostenloses Beratungsgespräch!

Zum Kontaktformular

Verwendete Literatur:

https://bildungsklick.de/fruehe-bildung/detail/kooperationsverbund-unterstreicht-wichtigkeit-von-demokratiebildung
bildungsklick.de (Betreiber und Redaktion: die-journalisten.de GmbH, Köln): MITGESTALTUNG – Kooperationsverbund unterstreicht Wichtigkeit von Demokratiebildung.

https://www.bpb.de/
Bundeszentrale für politische Bildung | Startseite | bpb.de

https://www.demokratie-leben.de/
Bundesprogramm „Demokratie leben!“ (demokratie-leben.de)

https://www.kmk.org/themen/allgemeinbildende-schulen/weitere-unterrichtsinhalte-und-themen/demokratiebildung.html
Demokratiebildung – KULTUSMINISTER KONFERENZ (kmk.org)

https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/demokratie-und-erziehung/33575
Dewey, John: Demokratie und Erziehung (Deutsche Version). Beltz, 2011. — Gratis-Zusammenfassung (getabstract.com)

https://www.kompetenznetzwerk-deki.de/index.html
Das Kompetenznetzwerk Demokratiebildung im Kindesalter – DEKI (kompetenznetzwerk-deki.de)

https://www.lpb-bw.de/demokratiebildung-konzept
Leitfaden Demokratiebildung – Konzept und Umsetzung (lpb-bw.de)
® Download-Link

https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratiebildung
WIKIPEDIA – Die freie Enzyklopedie. Artikel „Demokratiebildung“

Der Beitrag Demokratiebildung und Demokratiepädagogik – die Basis für eine lebendige Demokratie erschien zuerst auf die hauslehrer.

]]>
Gen Z und Alpha https://www.hauslehrer.de/blog/gen-z-und-alpha/ Mon, 17 Feb 2025 08:28:03 +0000 https://www.hauslehrer.de/?p=9417 Irgendwie ist jede Generation anders. Da junge Menschen offener für Neues sind, bringt jede neue Generation veränderte Wertvorstellungen, Sichtweisen und Verhaltensmuster hervor. Zugleich wächst sie unter geänderten Rahmenbedingungen auf (wirtschaftlich, sozial, technologisch…), durch die sie wiederum geprägt wird. Dass diese Diskrepanzen leicht zu einem Generationenkonflikt mit den Älteren führen können, und letztere sich mitunter über […]

Der Beitrag Gen Z und Alpha erschien zuerst auf die hauslehrer.

]]>
Irgendwie ist jede Generation anders. Da junge Menschen offener für Neues sind, bringt jede neue Generation veränderte Wertvorstellungen, Sichtweisen und Verhaltensmuster hervor. Zugleich wächst sie unter geänderten Rahmenbedingungen auf (wirtschaftlich, sozial, technologisch…), durch die sie wiederum geprägt wird. Dass diese Diskrepanzen leicht zu einem Generationenkonflikt mit den Älteren führen können, und letztere sich mitunter über „die Jugend von heute“ beschweren, ist geradezu ein „Klassiker“.

Doch was speziell macht die in unserer Zeit heranwachsenden jungen Leute, die „Net Generation“ aus, die von Kindheit an den Umgang mit moderner Informationstechnik gewohnt sind? Was sind die Charakteristika dieser Generation, die als Berufstätige und „Macher“ von morgen bald die Geschicke unserer Gesellschaft lenken werden? Welche Chancen bringt sie mit sich, aber auch welche Risiken? Und nicht zuletzt in diesem Zusammenhang die Frage: Welche Auswirkungen hat das digitale Zeitalter auf die wichtigen Lebensbereiche Pädagogik und Bildung?

Einflüsse auf Generationen Z und Alpha

 

Verbreitete Vorstellungen von diesen digital orientierten Jugendlichen können einen schon mit einem gewissen Schaudern erfüllen:

„Sie sind ständig online. Wenn wir an sie denken, haben die meisten von uns ein Bild von jungen Leuten vor Augen, die quasi permanent und zwanghaft, geradezu wie an einer „Nabelschnurr“ an ihren Smartphones hängen und die Welt um sich herum nahezu völlig zu vergessen scheinen. So findet auch die Kommunikation mit Gleichaltrigen immer mehr über die digitalen sozialen Medien, wie Instagramm, Tik Tok, X & Co., statt, wo man im Austausch mit anderen nach dem vermeintlich schönen Leben sucht. Auch Freundschaften sind zunehmend virtueller Natur. Der typische Vertreter der Netzgeneration sitzt meist „mutterseelenallein“ in den eigenen vier Wänden vor seinem Bildschirm oder über seinem Smartphone, wo er nur noch in irgendwelchen Chaträumen etc. Kontakt zu anderen Menschen aufnimmt. Sprachlich kommuniziert man dabei oft nur in einem äußerst simplen „Telegramm-Stil“ miteinander. Und auch das Selbstwertgefühl wird neu definiert. Es scheint plötzlich in konkreten Zahlen messbar geworden zu sein, und zwar in Form der Anzahl von virtuellen „Freunden“, die man um sich schart, und der Likes, die man von anderen für seine Posts erhält. Und daher setzt der Netz-Jugendliche sich selbst einem enormen Druck aus, um davon so viele, wie nur irgend möglich, zu „erhaschen“. Umgekehrt fällt er, falls ihm dies nicht gelingt, oft in ein tiefes Loch… Von hässlichen Erscheinungen, wie Mobbing über die sozialen Netzwerke, einmal ganz zu schweigen…

Bei so viel Virtualität und Digitalität kann einem dann schnell schon einmal der Bezug zum realen Leben etwas abhandenkommen, nicht zuletzt auch der zur Arbeitswelt… So gilt die Netzjugend bei den älteren Generationen oft als arbeitsscheu und unzuverlässig. Der Slogan von der „Work-Life-Balance“ ist oft zu hören…“

Stellt sich die Frage, inwieweit diese Jugend den Herausforderungen der Arbeitswelt gewachsen ist. Oder noch schärfer formuliert: Ist sie überhaupt lebenstauglich?

Die folgenden Abschnitte dieses Artikels sollen die Merkmale dieser neuen Generationen noch etwas genauer und fundierter beleuchten und versuchen Antworten auf die Frage zu finden, welche gesellschaftlichen Konsequenzen und Herausforderungen sich daraus ergeben, insbesondere auch in Hinblick auf die Vermittlung von Bildung.

Definition: Wer sind die Generationen Z und Alpha?

Auf die „Baby-Boomer“ der 1950/60er Jahre, die Generationen X und Y folgen die Generationen Z und Alpha, die nahezu vollständig in eine technisierte Welt hineingeboren wurden und dadurch entscheidend geprägt sind. Die jungen Leute unserer Zeit, die sich aktuell in den zukunftsweisenden Lebensphasen Schule / Ausbildung / Studium befinden und daher an dieser Stelle im Fokus unserer Betrachtung stehen, entstammen im Wesentlichen diesen beiden Generationen.

Generation Z (1995–2010):

Die Generation Z, auch „Net Generation“ genannt, umfasst Menschen, die zwischen 1995 und 2010 geboren sind. Sie ist die erste Generation, die von klein auf mit Smartphones (Verbreitung seit ca. 2007) und sozialen Medien aufgewachsen ist. Ihr Leben ist eng mit digitalen Technologien verknüpft – das „Real Life“ und das digitale Leben verschmelzen zunehmend. Zu den Kehrseiten dieses digitalisierten Lebensstils gehört, dass viele Mitglieder dieser Generation mit Informationsüberflutung, sozialem Druck durch Social Media und einer wachsenden Unverbindlichkeit in sozialen und beruflichen Beziehungen kämpfen. Die Bipolarität von Berufs- und Privatleben hat sich bei diesen Geburtsjahrgängen endgültig eindeutig zugunsten des Privatlebens verschoben. Während bei den „Baby-Boomern“ noch der Beruf die oberste Priorität hatte („Leben, um zu arbeiten“), gilt für die Gen Z nur noch das Motto: „Leben, leben, leben…“.

Generation Alpha (2010–2025):

Die Generation Alpha folgt auf die Generation Z und setzt prinzipiell deren Trends fort. Eine klare Abgrenzung zwischen diesen Altersgruppen erweist sich als eher schwierig. Die Technologieabhängigkeit der „Alphas“ ist noch stärker ausgeprägt als die ihrer Vorgänger-Generation. Als „Early Adopters“ digitaler Technologien ist für sie schon im Baby- und Kleinkindalter der Umgang mit Smartphones selbstverständlich. Analoge Erfahrungen betrachten sie daher oft als sekundär. Der Begriff „Generation lebensunfähig“ macht die Runde, um ihre potenzielle Abhängigkeit von digitaler Infrastruktur zu beschreiben. Hinzu kommen einige weitere Hintergründe, die das Leben der Generation Alpha bestimmen, wie z. B. die zunehmende Bedeutung des Themas Klima- und Umweltschutz, eine Neudefinition von Wohlstand (finanziell, ökologisch, sozial) oder auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie während der Jahre 2020 bis 2022.

Herausforderungen durch digitalen Medienkonsum

Reiz- und Informationsüberflutung

Der ständige Zugang zu Informationen, Benachrichtigungen und sozialen Netzwerken führt dazu, dass Kinder und Jugendliche der Generationen Z und Alpha zunehmend Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren. Die Überforderung durch die Vielzahl an verfügbaren Informationen wirkt sich negativ auf die Fähigkeit aus, Entscheidungen zu treffen und Aufgaben gezielt zu bearbeiten.

Defizite in der Sozialkompetenz

Der Schwerpunkt auf virtuellen Interaktionen hat die sozialen Fähigkeiten vieler junger Menschen verändert. Häufig fehlt es an Erfahrung in direkter Kommunikation, Konfliktbewältigung und Empathie. Persönliche Kontakte werden seltener und oft durch die schnelle, oberflächliche Kommunikation über soziale Medien ersetzt.

Sprache und Ausdruck

Ein weiterer Effekt des digitalen Lebens ist der verkürzte Sprachstil, der vor allem durch Chats und Kurznachrichten geprägt ist. Diese Art der Kommunikation beeinflusst die sprachliche Ausdrucksfähigkeit negativ und kann langfristig zu Schwächen im schriftlichen Ausdruck führen.

Leistungsdruck durch soziale Medien

Soziale Netzwerke verstärken den Druck, perfekt zu sein. Jugendliche vergleichen sich ständig mit den (meist inszenierten) Erfolgen und Lebensstilen anderer, was das Gefühl der Unzulänglichkeit und des Versagens verstärkt. Dies kann zu mentalen Gesundheitsproblemen wie Angststörungen und Depressionen führen.

Gen Z und Alpha - Herausforderungen durch digitalen Medienkonsum

Wie wirkt sich all’ dies auf Bildungsadaption und schulische Leistungen aus?

Die Herausforderungen, die mit dem permanenten Medienkonsum und der digitalen Lebensweise einhergehen, wirken sich in vielfacher Hinsicht auf die schulische Leistungsfähigkeit aus. Die Konzentrationsfähigkeit der Schüler:innen ist durch die ständige Reizüberflutung eingeschränkt. Push-Benachrichtigungen, wechselnde Inhalte und kurze Videoformate, wie auf TikTok, fördern eine fragmentierte Aufmerksamkeitsspanne, die es erschwert, sich über längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Im Unterricht zeigt sich dies häufig durch Unruhe, schnelles Abschweifen und Schwierigkeiten, komplexe Zusammenhänge zu verstehen.

Darüber hinaus hat die Verlagerung hin zu digitalen Lernmethoden auch Schwächen offengelegt. Während Schüler:innen gut darin sind, digitale Tools zu bedienen, fehlt es oft an tiefergehenden Fähigkeiten wie der Recherchekompetenz oder dem kritischen Umgang mit Informationen. Viele Schüler:innen verlassen sich auf oberflächliche Informationen und zeigen Defizite bei der Analyse und Bewertung von Quellen. Dies stellt vor allem in Fächern wie Geschichte, Politik und den Naturwissenschaften ein Problem dar, in denen fundiertes Wissen und die Fähigkeit zur Verknüpfung von Informationen entscheidend sind.

Übrigens sind trotz intensiver Nutzung von sozialen Medien auch die IT-Kenntnisse der hier betrachteten Jahrgänge oft defizitär. Auch hier mangelt es an der Tiefe des Wissens.

Ein weiteres Problem ist die schwindende Bedeutung traditioneller Lernmedien wie Bücher. Obwohl digitale Angebote wie E-Books und Lern-Apps eine Bereicherung darstellen, bleibt das Lesen längerer Texte oft eine Herausforderung. Dies beeinträchtigt nicht nur das Textverständnis, sondern auch die Fähigkeit, komplexe Argumentationen zu erfassen und eigenständig aufzubereiten. Die Dominanz audiovisueller Inhalte im Alltag vieler Schüler:innen führt zudem dazu, dass das schriftliche Ausdrucksvermögen und die Fähigkeit zur detaillierten Auseinandersetzung mit Themen abnehmen.

Jedoch scheint es erfreulicherweise auch gegenläufige Tendenzen zu geben, die darauf hoffen lassen, dass das konventionelle, gedruckte Buch noch nicht ganz im Aussterben begriffen ist. So ergab etwa eine von dem Institut statista im Zeitraum Juli 2022 bis Juni 2023 durchgeführte Befragung zum Leseverhalten, dass auch von den Vertretern der Generation Z während dieser Zeitspanne immerhin 31% gedruckte Buchvarianten konsumiert hatten. E-Books waren mit 23% und Audiobooks mit 27% vertreten1 .

Die Corona-Pandemie hat die oben beschriebenen Trends verstärkt. Viele Schüler:innen haben während der Lockdowns den Kontakt zur Schule verloren, was nicht nur zu Wissenslücken geführt hat, sondern auch zu einem Rückgang der Motivation. Die fehlenden sozialen Interaktionen und die mangelnde Struktur im Homeschooling trugen dazu bei, dass Selbstorganisation und Durchhaltevermögen nachließen – wichtige Kompetenzen, die in der schulischen und beruflichen Laufbahn entscheidend sind.

Eltern und Pädagogen: Gemeinsam die Zukunft gestalten

Ähnlich, wie die landwirtschaftliche (neolithische) Revolution der Steinzeit und die industrielle Revolution des 18./19. Jahrhunderts, die die Menschheit, wie eine unaufhaltsame Lawine überrollten, sicherlich manches Nützliche und Positive hervorgebracht hatten, aber eben auch nicht ausschließlich, so lassen sich auch die durch die digitale Revolution des 20./21. Jahrhunderts angestoßenen Entwicklungen wohl kaum noch umkehren. Was uns bleibt, ist die Aufgabe, uns damit zu arrangieren.

Eltern und Pädagogen sind dabei Schlüsselakteure, um die Herausforderungen der Generationen Z und Alpha zu meistern. Gemeinsam können sie ein Umfeld schaffen, das jungen Menschen hilft, ihre Potenziale trotz der digitalen Einflüsse voll auszuschöpfen.

Die Rolle der Eltern

Eltern sollten den Medienkonsum ihrer Kinder bewusst regulieren, ohne ihn vollständig zu verbieten. Wichtig ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen digitalen und analogen Aktivitäten. Regelmäßige „Offline“-Zeiten, etwa durch gemeinsames Spielen, Sport oder kreative Tätigkeiten, fördern die Konzentration und helfen, die Bindung zwischen Eltern und Kindern zu stärken. Zudem können Eltern als Vorbilder agieren, indem sie selbst einen reflektierten Umgang mit Medien vorleben.

Eltern können außerdem die soziale Kompetenz ihrer Kinder gezielt fördern, indem sie Wert auf echte, persönliche Kontakte legen. Vereinssport, Musikunterricht oder andere Gruppentätigkeiten helfen dabei, soziale Fähigkeiten zu stärken und das Selbstbewusstsein zu fördern. Auch gemeinsame Gespräche über die Inhalte, die Kinder in sozialen Medien konsumieren, können helfen, kritisches Denken zu schulen und die Auswirkungen von unrealistischen Schönheitsidealen oder Erfolgsbildern zu relativieren.

Die Rolle der Pädagogen und Nachhilfelehrer

Pädagogen können durch moderne Lehrmethoden die Stärken der digitalen Generationen nutzen, ohne deren Schwächen zu verstärken. Das Schulsystem und das Bildungswesen kommen wohl nicht ganz umhin, sich den besonderen Bedürfnissen dieser jungen Generationen ein Stück weit anzupassen, um sie besser zu erreichen. So können etwa Projekte, die digitale Tools einbinden, wie das Erstellen von Präsentationen mit Apps oder das Arbeiten in virtuellen Teams, die Lernmotivation steigern. Der Lernstoff sollte stets möglichst anschaulich und kurzweilig präsentiert werden. Denn nur so kann man der Schnelllebigkeit und der kurzen Aufmerksamkeitsspanne dieser Jahrgänge Rechnung tragen.

Gleichzeitig sollten sie aber den Fokus auf wichtige Kompetenzen wie kritisches Denken, Problemlösungsfähigkeit und Teamarbeit legen.

Nachhilfeanbieter wie „die hauslehrer“ haben dabei eine besonders wichtige Rolle. Durch individuelle Förderung können sie gezielt auf die Defizite einzelner Schüler:innen eingehen, etwa durch das Training der Konzentrationsfähigkeit, die Verbesserung des schriftlichen Ausdrucks oder die Vermittlung grundlegender Medienkompetenzen. Darüber hinaus kann Nachhilfe den Schüler:innen helfen, Selbstbewusstsein aufzubauen und den Spaß am Lernen wiederzuentdecken.

Chancen und Risiken der digitalen Generationen

Die Generationen Z und Alpha stehen vor Herausforderungen, die es in diesem Ausmaß noch nie gegeben hat. Die allgegenwärtige Digitalisierung bietet einerseits große Chancen: Sie eröffnet Zugang zu nahezu unbegrenztem Wissen, ermöglicht kreativen Ausdruck und erleichtert die Vernetzung mit Gleichgesinnten auf der ganzen Welt. Technologien wie interaktive Lernplattformen, KI-gestützte Bildungstools und virtuelle Klassenzimmer können das Lernen individualisieren und ansprechend gestalten.

Andererseits bringen diese Entwicklungen auch erhebliche Risiken mit sich. Der permanente Medienkonsum kann zu sozialer Isolation, mentalen Gesundheitsproblemen und einer Überforderung durch die Vielzahl an Informationen führen. Besonders problematisch ist, dass grundlegende Fähigkeiten wie Konzentration, kritisches Denken und sprachlicher Ausdruck durch die digitale Dominanz ins Hintertreffen geraten.

Doch die Zukunft dieser Generationen ist keineswegs düster. Mit der richtigen Unterstützung – von Eltern, Pädagogen und Nachhilfeanbietern – können die Schwächen der digitalen Lebensweise ausgeglichen und die Stärken gefördert werden. Es liegt an uns, Bildung und Erziehung so zu gestalten, dass sie den Anforderungen einer sich wandelnden Welt gerecht werden, ohne die Verbindung zur analogen Realität zu verlieren.

Am Ende bleibt die wichtige Erkenntnis: Digitalisierung ist weder gut noch schlecht – es kommt darauf an, wie wir sie nutzen. Die Herausforderung besteht darin, junge Menschen dabei zu unterstützen, ihre Rolle in einer zunehmend digitalen Welt zu finden, ohne ihre Menschlichkeit und sozialen Fähigkeiten zu verlieren. Mit einer klaren Vision und gemeinschaftlicher Anstrengung können wir sicherstellen, dass die Generationen Z und Alpha nicht nur die Herausforderungen der Zukunft meistern, sondern diese aktiv gestalten.


Quellen:

https://www.marketinginstitut.biz/blog/gen-z/
Deutsches Institut für Marketing (DIM): Gen Z – Zahlen, Daten und Fakten zu Generation Z | DIM-Blog (marketinginstitut.biz)

 

https://www.andrealehky.at/die-kleinen-alphas/
Lehky, Andrea (JOURNALISTIN, AUTORIN UND REISENDE): Die kleinen Alphas (andrealehky.at)

 

Mörstedt, Prof. Dr. Antje-Britta / PFH Private Hochschule Göttingen: Generation Z – geht‘z noch?. Hotel Kursaal, Herbstagung 2018, 5. November 2018 (PDF-Dokument)

 

https://www.panopto.com/de/blog/rethinking-training-and-development-for-generation-z/
Panopto: Umdenken bei der Aus- und Weiterbildung für den Lernstil der Generation Z

 

Pöllinger, Hans Peter: Die Auswirkungen der Medien und sozialen Netzwerke auf die Lese- und Schreibkompetenz der Schüler und Schülerinnen in den letzten zwei Jahrzehnten. MASTER THESIS zur Erlangung des akademischen Grades Master of Arts in Education. Studium: Universitätslehrgang Professionalität im Lehrberuf (ProFiL). Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Klagenfurt, September 2020.

® Download-Link: https://netlibrary.aau.at/obvuklhs/content/titleinfo/7062767/full.pdf

 

Schnetzer, Simon | Jugendforscher & Arbeitgeber-Coach

 

https://www.kapiert.de/blog/teenager-frueher-und-heute/

Teenager – früher und heute – kapiert.de Blog

 

WIKIPEDIA – Die freie Enzyklopedie

 

1) https://de.statista.com/infografik/30645/buchkonsum-in-deutschland-nach-generation-und-typ/

Zandt, Florian / statista (2023): BUCHMARKT IN DEUTSCHLAND – Leseratten: Eine gefährdete Spezies?

Der Beitrag Gen Z und Alpha erschien zuerst auf die hauslehrer.

]]>
Neue Studien der Uniklinik Bonn zu ADHS https://www.hauslehrer.de/blog/neue-studien-der-uniklinik-bonn-zu-adhs/ Mon, 27 Mar 2023 11:56:29 +0000 https://www.hauslehrer.de/?p=8874 In den letzten Jahren lesen und hören wir immer mehr von Kindern und Jugendlichen, die von der sogenannten Teilleistungsstörung „Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom“, kurz ADS und der Variante ADHS (also mit Hyperaktivitätsstörung) betroffen sind. Ich meine ja inzwischen – durchaus mit einem leichten ironischen Augenzwinkern – dass ADHS doch eine ganz natürliche Reaktion eines Heranwachsenden sei, der auf […]

Der Beitrag Neue Studien der Uniklinik Bonn zu ADHS erschien zuerst auf die hauslehrer.

]]>
In den letzten Jahren lesen und hören wir immer mehr von Kindern und Jugendlichen, die von der sogenannten Teilleistungsstörung „Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom“, kurz ADS und der Variante ADHS (also mit Hyperaktivitätsstörung) betroffen sind.

Ich meine ja inzwischen – durchaus mit einem leichten ironischen Augenzwinkern – dass ADHS doch eine ganz natürliche Reaktion eines Heranwachsenden sei, der auf die Reizungen des Überangebotes unserer heutigen Mediennutzung reagiert. Ohne ADHS käme er doch gar nicht mit der schnelllebigen Nutzung von TikTok, Facebook, Instagramm und Konsorten zurecht.

Zu Beginn der Forschung, und oft auch noch heute im allgemeinen Sprachgebrauch, wurde ADS auf die Kindheit und Jugendzeit beschränkt angesehen. Gerade der Anteil der  Betroffenen mit ADHS, also der Hyperaktivität, sei nur dem natürlichen Bewegungsdrang der Kinder geschuldet und würde sich im Erwachsenenalter von allein verlieren.

Jedoch zeigen die Forschungsergebnisse der letzten Jahre ein viel deutlicheres und verändertes Bild der Betroffenen. Inzwischen, so die neuere wissenschaftliche Einschätzung, leiden etwa 50-80 % der betroffenen Kinder und Jugendlichen auch im Erwachsenenalter in unterschiedlicher Schwere und Symptomausprägung an ADHS. Dies tritt auch noch sehr oft mit weiteren psychischen und körperlichen Erkrankungen auf.

ADHS ist, nach übereinstimmenden Untersuchungen weltweit, mit einer Prävalenz (als Prävalenz bezeichnet man die Häufigkeit einer Krankheit oder eines Symptoms in einer Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt) von 2,5 % sogar eine häufig auftretende Erkrankung.

Die Forschungen der neueren Zeit zeigen jedoch, dass ADHS, sowohl durch genetische Bedingungen und – hier wird es interessant – frühe Umwelteinflüsse, gravierende Auswirkungen auf ein noch in der Entwicklung befindliches Gehirn hat.

Bei den einzelnen Patienten finden sich jedoch ätiopathogenetisch (die Ätiopathogenese ist das wissenschaftliche Erklärungsmodell für die Ursache sowie die Entstehung und Entwicklung von Krankheiten), klinisch, neuropsychologisch und auf die Befunde der Hirnbildgebung bezogen unterschiedliche Profile.  Dies bedeutet, dass es keinen einzelnen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang gibt. Das wäre auch zu schön gewesen. Jedoch ist deutlich geworden, dass gerade in der frühkindlichen Entwicklung ein „Überangebot“ an Mediennutzung massive Veränderungen und Auswirkungen auf die Hirnausprägung hat.

Die jeweiligen Inhalte, zu denen Kinder und Jugendliche ganz leicht Zugang haben, lassen mich oft nur noch erschrecken. So hat zum Beispiel eine Umfrage des Landes Rheinland-Pfalz an Schulen aus dem Jahre 2017 (vom Kultusministerium beauftragt) herausgefunden, dass spätestens im Alter von 12 Jahren ein Kind seinen ersten Pornofilm auf dem Mobiltelefon angeschaut hat. Die Umfrage wurde kaum publiziert und fand dadurch auch nicht ihre Weckfunktion für Eltern, sich einmal Gedanken zu machen, was ihre Sprösslinge unbeaufsichtigt im Internet so alles konsumieren.

Ein erweiterter und neuer Bereich in der Erforschung von ADHS zu den Auslösern und Ursachen wurde am Universitätsklinikum Bonn untersucht:

Marcel Schulze, Doktorand der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Bonn (UKB), hat sich in seiner Studie mit Schwächen der Sinnesverarbeitung von ADHS-Patienten beschäftigt.

Für seine Abschlussarbeit erhielt er eine Auszeichnung für Nachwuchswissenschaftler (den „Young Scientist Award“) der World Federation ADHD (Attention Deficit Hyperactivity Disorder). Diese ist ein weltweiter Verbund zur Forschung und Behandlung von ADHS.

Wie schon zu Anfang des Textes beschrieben, ist ADHS ist nicht nur bei Kindern und Jugendlichen in großem Maße vorhanden und beeinträchtigt in vielen Familien das Zusammenleben. Gerade auch der sogenannte Schulalltag wird bei den davon Betroffenen meist negativ dominiert.

Nun ist ADHS keine Erkrankung, die sich auf ein einzelnes oder ein Hauptsymptom beschränken lässt. Es ist eher eine Mischung aus verschiedenen Merkmalen. Meist, wie der Name ADHS schon deutlich macht, ist eine ausgeprägte Hyperaktivität (dafür steht das H), also ein sehr großer Bewegungsdrang, welchen schon der Arzt Heinrich Hoffmann in seinem Buch „Struwwelpeter“ mit dem Zappelphilipp so treffend beschrieben hat, ein Teil. Dazu kommt oft eine kaum vorhandene Impulskontrolle, die noch durch leichte Ablenkbarkeit und Unaufmerksamkeit verstärkt wird.

Die betroffenen Patienten beschreiben oft, dass sie viele Gedanken und Assoziationen gleichzeitig wahrnehmen und von den verschiedenen Sinneseindrücken geradezu überwältigt werden. Schulze fand heraus, dass dabei die Sinneseindrücke vom Gehirn nicht in ihrer Relevanz oder Wichtigkeit behandelt werden, sondern eher alle fast ungefiltert „durchgelassen“ werden. Im Gegensatz dazu scheint bei Menschen ohne ADHS diese „Filterwirkung“ zu funktionieren und es findet nicht die Überlastung durch Sinnesreize statt.

In seiner Studie hat Marcel Schulze sich in erster Linie mit den beiden Sinnen „Hören“ und „Sehen“ und deren gegenseitige Beeinflussung und Abstimmung beschäftigt. Seine Ergebnisse zeigten, dass bei den ADHS-Betroffenen diese Abstimmung nicht in dem Maße passt, wie es bei Nichtbetroffenen der Fall ist.

Die Ergebnisse zeigtenauch, dass der Bereich des Hörens bei den von ADHS betroffenen Erwachsenen deutlich stärker von Sinneseindrücken aktiviert wird.

Bei seinen nächsten Forschungsvorhaben plant Marcel Schulze herauszufinden, ob bei komplizierteren Aufgabenstellungen die Einflüsse von Reizen des Hör- und Sehsinnes etwas verändern. So sollen einfachere und schwerere Aufgaben zu bewältigen sein, während akustische und optische „Störungen“ einfließen. Damit hofft er auf neue Erkenntnisse, ob von der Komplexität einer Aufgabe die Art und Weise der Verarbeitung in den Sinnen abhängt.

(Quelle: Universitätsklinikum Bonn, Prof. Dr. Philipsen 2021)

Nutzen Sie unser kostenloses Beratungsgespräch!

Zum Kontaktformular

Der Beitrag Neue Studien der Uniklinik Bonn zu ADHS erschien zuerst auf die hauslehrer.

]]>
„Die Kunst, bei sich zu bleiben“ – in Zeiten von Corona https://www.hauslehrer.de/blog/die-kunst-bei-sich-zu-bleiben-in-zeiten-von-corona/ Tue, 22 Jun 2021 08:00:40 +0000 https://www.hauslehrer.de/?p=8495 Seit mehr als einem Jahr leben wir mit einem Virus, dass uns als Menschen vor zunehmende Herausforderungen stellt. Vieles, was wir im Lauf der Jahrzehnte verdrängt haben – persönlich, politisch, klimatechnisch, wirtschaftlich, unsere eingefahrenen Glaubenssätze, Einstellungen, Gewohnheiten und Traumatisierungen –  kommt ans Licht und wird auf die Probe gestellt. Im letzten Jahr wurden immer mehr […]

Der Beitrag „Die Kunst, bei sich zu bleiben“ – in Zeiten von Corona erschien zuerst auf die hauslehrer.

]]>
Seit mehr als einem Jahr leben wir mit einem Virus, dass uns als Menschen vor zunehmende Herausforderungen stellt. Vieles, was wir im Lauf der Jahrzehnte verdrängt haben – persönlich, politisch, klimatechnisch, wirtschaftlich, unsere eingefahrenen Glaubenssätze, Einstellungen, Gewohnheiten und Traumatisierungen –  kommt ans Licht und wird auf die Probe gestellt. Im letzten Jahr wurden immer mehr Maßnahmen verhängt und das gewohnte Leben hatte auf diese Weise tiefgreifende Einschränkungen – für die einen mehr, für andere weniger – erfahren.

In meinem Aufsatz geht es nicht darum, irgendwelche Maßnahmen zu kritisieren.  Dafür ist es für mich nicht die passende Plattform.
Ich möchte nur auf Möglichkeiten und Chancen eingehen, die – neben anderen – auch im pädagogisch-psychologischen Ansatz von „die hauslehrer“ enthalten sind, um sich durch diese schwierigen Zeiten zu manövrieren, sie zu durchschauen und sie zu meistern. Gerade was den Umgang mit zunehmenden Ängsten betrifft, können sich einige Möglichkeiten im Ansatz von „die hauslehrer“ anbieten.

Im Großen und Ganzen kann ich es zusammenfassen als: „Die Kunst, bei sich zu bleiben“.
Bei der heutigen Fülle an Informationen, Meinungen, Hiobsbotschaften über unterschiedliche Medien und Kanäle ist es schwierig, das Passende für sich herauszufiltern.

Die absolute Wahrheit werden wir nicht erfahren. Umso mehr gilt es hier, möglichst bei sich zu bleiben. Ich könnte mich fragen, welche Beziehung ich zu diesem Virus habe. Welche Urängste werden bei mir ausgelöst? Welche Erfahrungen haben mich geprägt? Bin ich womöglich traumatisiert worden? Stelle ich mir diese Fragen und auch einige mehr, trete ich in Kommunikation mit mir selbst und entwickle zum Außen die nötige Distanz.

Im Lehrer-Schulungszyklus von „die hauslehrer“ bieten sich hierzu u.a. Aspekte der klientenzentrierten Gesprächsführung von Carl Rogers an.

Hier stehen drei Punkte im Vordergrund:

  1. Empathie

Ohne einen liebevollen, achtsamen und dankbaren Umgang mit mir selbst, kann ich gerade diese Krise nicht bewältigen. Ich achte auf meine Gedanken, meine Gefühle, meine Sorgen und Ängste. Erst wenn ich diese Ebene erreicht habe, kann ich auch anderen gegenüber mitfühlend wirken.

  1. Kongruenz

Denken, Fühlen Handeln und Sprechen bilden eine Einheit. Wir erleben, wie heute zunehmend Denken und Fühlen voneinander abgespalten werden. Das Handeln basiert weitgehend auf Statistiken, Daten, Zahlen und Kurven, mit denen man ständig konfrontiert wird. Zunehmend werden wir ins Denken gedrängt und teilweise denken wir bei allem, was wir tun, nicht weiter. Hier gilt es, sich der eigenen Realität zu stellen und diese nicht zu verdrängen.

  1. Akzeptanz

Ich nehme mich selbst so an wie ich bin. Ich sehe meine Ängste, meine

Unzulänglichkeiten, aber auch meine Kraft und mein Vermögen, diese Situationen zu bewältigen.

Dankbarkeit

Ein weiterer Aspekt, den ich noch ergänzen möchte, ist das Stehen in und das Entwickeln von Dankbarkeit. Gerade in dieser Zeit bietet sich mir die Chance, meinen Körper wertzuschätzen, für die Kräfte der Natur und den Zusammenhalt von Menschen dankbar zu sein.

Bin ich bei mir selbst angekommen und womöglich auch noch mit mir selbst im Reinen, kann ich mich auf meine Mitmenschen beim Zusammenleben – und beim Unterrichten als Lehrer -achtsam einlassen.  Ich zeige Präsenz und Standhaftigkeit und bin frei von Verurteilung, Täter-Opferspiralen und Rechtfertigungsstrategien. Es wird nichts schön und nichts schlechtgeredet und ich verhelfe durch meine Klarheit auch anderen zur Klarheit. So vermeide ich die grundlegenden Fehler, die bei der Kommunikation auftreten.

Bevor ich auf diese Fehler oder auch besser Irrtümer oder Umwege eingehe, möchte ich auf eine grundlegende Voraussetzung hinweisen, ohne die jeder Kommunikationsakt zum Scheitern verurteilt ist: Die Bereitschaft und die Fähigkeit zuzuhören.
Mir scheint, dass heutzutage diese Bereitschaft abhandenkommt.

Hier einige Aspekte aus dem Lehrer-Schulungszyklus von „die hauslehrer“, die sich auf Fehler beziehen, die bei der Kommunikation oft auftreten.

  1. Meinungen

Es ist erstaunlich, wie sehr wir in dieser Krisenzeit mit verschiedensten Meinungen konfrontiert werden. Es spricht grundsätzlich nichts dagegen, dass sich jeder seine Meinung bildet. Die Frage stellt sich nur, was ist bei diesen Meinungen „mein“?
Oft sind es die Meinungen von Fachleuten oder Gruppen, die sich selbst erst diese Meinungen gebildet haben. Wissenschaftler, Politiker, Lehrer, Künstler, Wirtschaftsvertreter, Gruppierungen im Internet … die meisten haben ihre eigenen Meinungen. Ich muss mir hier immer wieder die Frage stellen, auf welche Meinung ich höre. Den Kommunikationsvorgang ständig mit Meinungen zu überladen, wird diesen zum Stillstand bringen. Wo schon so viele Meinungen sind, ist Lernen und Erfahren kaum noch möglich.

  1. Glaubenssätze

Verfestigen sich Meinungen immer mehr, werden sie irgendwann zu Glaubenssätzen. Ein Glaubenssatz kann mittlerweile so stark sein, dass er Jahrhunderte überdauert. Beispiele: „Politiker sind grundsätzlich „korrupt“, sonst wären sie ja nicht so weit gekommen.“ „Krankheit und Schmerz müssen aus der Gesellschaft ausgegrenzt und dort „bekämpft“ werden.“
Kann ich hier vielleicht einen Perspektivenwechsel vollziehen?
Können Politiker nicht auch empathisch und am Gemeinwohl orientiert sein und trotzdem weit kommen?
Bieten Krankheit und eventuell auch Schmerz – bis zu einem gewissen Grad – nicht auch die Chance zur Heilung und zur Stärkung?

  1. Dramatisieren

Wir neigen in Krisenzeiten sehr zum Drama und schaffen auf vielen Ebenen unsere Bühnen und Inszenierungen. Welchen Platz nehme ich bei diesen Aufführungen ein? Bin ich noch neutral in der kompletten Darstellung. Manchmal kommt es einem vor, als ob man in einem Traum oder falschen Film durch die Welt geht. Spätestens hier sollte man auf die Stopptaste drücken und versuchen, diesen Film anzuhalten.

  1. Schönreden oder Schlechtreden

Werbung machen für unsere Glaubenssätze und Überzeugungen gehört zum Alltag. Aber auch hier blockiere ich auf lange Sicht meinen freien Blick auf die Dinge und die Geschehnisse und hindere mich an der wirklichen Kommunikation.

  1. Manipulieren

Die manipulative Kraft der Medien und des Internet ist mittlerweile so offensichtlich, dass ich dem kaum noch entkommen kann. Auch in Kommunikationsakten sollte ich mehr auf Situationen achten, bei denen mich mein Gegenüber beeinflussen will.

  1. Emotionalisieren oder Versachlichen

Emotionalisieren versucht meistens eine Abhängigkeit herzustellen und wirkt in den meisten Fällen sehr vereinnahmend und manipulativ (oft unter Freunden, die es gut mit einem meinen…) Versachlichen bringt einen Abstand mit sich und kann Barrieren aufbauen, um sich ja nicht einlassen zu müssen. (oft in Gesprächen mit „Fremden“…)

  1. Fachsprache

Auch die Fachsprache schafft in vielen Fälle einen Abstand zu meinem Gesprächspartner, zeigt sie doch, dass ich vieles besser weiß und es durch Studien belegen und beweisen kann. Auch diese Kommunikation schafft Distanz, ist einseitig und oft abgespalten von der Realität.

Um über diese Fehler bei der Kommunikation hinauszukommen, möchte ich auf einige Auswege hinweisen, die ich in einem anderen Blog-Text näher beleuchten möchte:

  1. Informieren statt ignorieren
  2. Aufklären statt dramatisieren
  3. Sich positionieren statt manipulieren
  4. Mitgefühl zeigen statt emotionalisieren

Es lassen sich mit Sicherheit noch mehr Punkte finden, die einen Kommunikationsakt verbessern können. Bin ich durch ein bestimmtes Muster geprägt, fehlt oft die Klarheit im Kommunikationsakt. Tatsächlich findet dann irgendwann keine Kommunikation mehr statt. Es fehlt die gemeinsame Ebene.

Eine Möglichkeit bei der klientenzentrierten Gesprächsführung bietet das „Spiegeln“. Dazu muss ich mich aber frei machen von den verschiedensten Mustern, die mich prägen.Das heißt letztendendes, ich komme wieder zu mir zurück, um Klarheit bei mir aufzubauen. Ich räume auf mit meinen Meinungen, Glaubenssätzen, Beurteilungen, Emotionalisierungen … und werde einfach und klar.

Wie sich das „Spiegeln“ äußern könnte, möchte ich auch in einem anderen Blog-Text darstellen.

Nutzen Sie unser kostenloses Beratungsgespräch!

Zum Kontaktformular

Der Beitrag „Die Kunst, bei sich zu bleiben“ – in Zeiten von Corona erschien zuerst auf die hauslehrer.

]]>
Gruppenzwang https://www.hauslehrer.de/blog/stream-gruppenzwang/ Wed, 16 Jun 2021 17:18:59 +0000 https://www.hauslehrer.de/?p=8515 Das Herdentier in uns! Der Mensch ist ein sehr soziales Wesen. Seit jeher hat er in einer Gruppe gelebt. Ob als Nomade, Bauer oder in einer Großstadt. Das Soziale ist nicht nur genetisch verankert, sondern auch das Ergebnis seines Intellekts, welcher viele Arten der Arbeitsteilung hervorgebracht hat. Die Gruppe übernimmt außerdem erzieherische Aufgaben, indem sie […]

Der Beitrag Gruppenzwang erschien zuerst auf die hauslehrer.

]]>

Das Herdentier in uns!

Der Mensch ist ein sehr soziales Wesen. Seit jeher hat er in einer Gruppe gelebt. Ob als Nomade, Bauer oder in einer Großstadt. Das Soziale ist nicht nur genetisch verankert, sondern auch das Ergebnis seines Intellekts, welcher viele Arten der Arbeitsteilung hervorgebracht hat. Die Gruppe übernimmt außerdem erzieherische Aufgaben, indem sie soziales Verhalten belohnt und unsoziales Verhalten bestraft. So lernt der Mensch, mit und in der so überlebenswichtigen Gruppe zu leben. In der Schule zeigt sich allerdings ein Phänomen unsere Gruppenabhängigkeit, welches eher unschön ist: der Gruppenzwang.

In diesem Stream wollen wir über Gruppenzwänge reden und warum es manchmal gut ist, dem Gruppenzwang zu widersprechen.

Hier geht’s zum Stream

Der Beitrag Gruppenzwang erschien zuerst auf die hauslehrer.

]]>
Cancel Culture – Mythos oder Gefahr? https://www.hauslehrer.de/blog/stream-cancel-culture-mythos-oder-gefahr/ Sun, 11 Apr 2021 18:21:36 +0000 https://www.hauslehrer.de/?p=8366 Bildung ist mehr als Wissen Cancel Culture ist spätestens seit dem Lisa Eckhard Vorfall auch in Deutschland in aller Munde. Aber was ist Cancel Culture, beschreibt der Begriff ein existierendes Phänomen und geht von ihm tatsächlich eine Gefahr aus? Dies und mehr in unserem Stream am 14.04.21. In unserer Rubrik „Bildung ist mehr als Wissen“ […]

Der Beitrag Cancel Culture – Mythos oder Gefahr? erschien zuerst auf die hauslehrer.

]]>
Bildung ist mehr als Wissen

Cancel Culture ist spätestens seit dem Lisa Eckhard Vorfall auch in Deutschland in aller Munde. Aber was ist Cancel Culture, beschreibt der Begriff ein existierendes Phänomen und geht von ihm tatsächlich eine Gefahr aus? Dies und mehr in unserem Stream am 14.04.21.

In unserer Rubrik „Bildung ist mehr als Wissen“ besprechen wir regelmäßig Phänomene und Ereignisse, die oftmals auf den ersten Blick nichts mit Nachhilfe und Erziehung zu tun haben. Allerdings sind wir der Meinung, dass die Fähigkeit zur Debatte und Reflexion von gesellschaftlich relevanten Themen ebenfalls ein Teil von Bildung ist.

Darüber wollen wir in unserem Stream mit dem Geiger Markus Reinhardt sprechen. Markus gehört der Volksgruppe der deutschen Sinti an. Ein politisch diskutierter Begriff für das Volk der Sinti, Roma und andern verbundenen Gruppen ist Zigeuner. Es ist nachgewiesen, dass die ersten Sinti vor über 800 Jahren in das heutige Deutschland einwanderten. Während der Nazi-Herrschaft in Deutschland wurden die Sinti genauso wie Juden verfolgt und in Konzentrationslager deportiert.

Markus Reinhardt setzt sich zeit seines Lebens für die gesellschaftliche Anerkennung der Zigeuner bzw. Sinti und Roma in Deutschland ein. Er gehört also zu einer Gruppe, die als Minderheit bezeichnet wird. Die Cancel Culture soll Minderheiten und damit auch Markus schützen. Was hält er jedoch von Cancel Culture und glaubt er, dass so Minderheiten geschützt werden können?

Die Begrifflichkeit Cancel Culture ist sehr jung und erst in den letzten 5 Jahren in den USA entstanden. Auch im Zuge der #MeToo Bewegung wurde der Begriff genutzt und zu den Ersten, die „gecancelt“wurden, gehörten Harvey Weinstein, Louis C.K. und Kevin Spacey.

Wenn heute von Cancel Culture die Rede ist, sind die eben genannten Fälle allerdings ausdrücklich nicht gemeint. Gemeint sind strafrechtlich nicht relevante Äußerungen und Handlungen, die als Diskriminierung von Minderheiten wahrgenommen werden. Der Kampf der Cancelden wird hierbei Online, oftmals per Twitter, bestritten.

Durch massive Online-Proteste, (Neudeutsch: Shitstorm) wird eine öffentliche Diskreditierung erreicht. Nicht selten verliert der Gecancelte als Folge seinen Job und seine Karriere.

So verlor David Shor, ein Analyst, der den Demokraten in den USA 2020 zum Wahlsieg verhelfen sollte, seinen Job, nachdem ein Tweet von ihm für Unmut in einem Teil der Twitter-Gemeinde geführt hatte. Shor hatte nach dem Tod von George Floyd die Studie eines schwarzen Harvard-Professors zusammengefasst, der zum Schluss gekommen war, dass gewaltsame Proteste den Republikanern und friedliche Proteste den Demokraten zugutekämen. Aktivisten der Black-Lives-Matter-Bewegung verstanden den Tweet als Rat zu friedvollen Protesten, sprachen Shor allerdings das Recht dazu ab, als weißer Mann Afroamerikanern einen solchen Rat geben zu dürfen.

Auch in Deutschland kam es bereits zu Fällen, die der Cancel Culture zugeordnet werden. So wurde Lisa Eckhardt, eine österreichische Kabarettistin und Autorin, vom Harbour-Literatur-Festival in Hamburg ausgeladen. Vorhergegangen war die Absage von zwei ebenfalls eingeladenen Autoren, die sich von Lisa Eckhardt distanzieren wollten, da diese ihrer Meinung nach rassistische und antisemitische Klischees bediene.

Im Zusammenhang von Cancel Cultur wird auch von einer Kultur der Selbstzensur gesprochen. Aus Furcht von dem digitalen Pranger würden Meinungen nicht mehr frei geäußert werden. Dies würde insbesondere dem wissenschaftlichen Diskurs schaden. Als Reaktion auf Cancel Cultur Ereignisse wurde z.B. das „Netzwerk Wissenschaftsfreiheit“ gegründet.

Ob Cancel Cultur tatsächlich mehr als nur ein Modewort ist, ist indes nicht sicher. Viele Forscher sehen in der Cancel Cultur keine Strömung und gar nicht eine Gefahr für den freien Meinungsaustausch. Sie argumentieren, dass es schon immer Debattenregeln gegeben habe. Nur haben sich diese Regeln verändert. So wurde früher die Politcal Correctnes als Zensurmittel beschimpft und heute sei es die Cancel Cultur.

 

Der Beitrag Cancel Culture – Mythos oder Gefahr? erschien zuerst auf die hauslehrer.

]]>
Vorurteile und Stereotype https://www.hauslehrer.de/blog/stream-vorurteile-und-stereotype/ Wed, 24 Mar 2021 16:27:36 +0000 https://www.hauslehrer.de/?p=8361 Wie sie entstehen, wie man sie abbaut und warum man doch immer welche haben wird! In diesem Stream wollen wir über Vorurteile und Stereotype sprechen. Jeder hat welche und jeder ist schon mal Opfer von ihnen geworden. Allerdings haben einige Mitbürger stärker unter ihnen zu leiden als andere. Je stärker man von der Mehrheit abweicht, […]

Der Beitrag Vorurteile und Stereotype erschien zuerst auf die hauslehrer.

]]>
Wie sie entstehen, wie man sie abbaut und warum man doch immer welche haben wird!

In diesem Stream wollen wir über Vorurteile und Stereotype sprechen. Jeder hat welche und jeder ist schon mal Opfer von ihnen geworden. Allerdings haben einige Mitbürger stärker unter ihnen zu leiden als andere. Je stärker man von der Mehrheit abweicht, desto häufiger begegnen einem Vorurteile. Insbesondere Migranten trifft es daher besonders oft.

Vorurteile basieren vor allem auf drei Faktoren: Auf Gruppeneffekten, Heuristiken und der Gedächtnisstruktur.
Wer versteht, wie diese drei Faktoren Vorurteile erzeugen, lernt auch, wie man sie reduzieren kann. Allerdings wird man schnell bemerken, dass man wohl immer Vorurteile haben wird – und dass dies in einigen Fällen auch von Vorteil sein kann.

Wie diese drei Faktoren Stereotype erzeugen, erfahrt ihr am Mittwoch den 24.03.21 hier.

 

Stream Inhalt

Was sind Vorurteile und Stereotype?

Vorurteile und Stereotype stellen Wissensstrukturen über Personen und Personengruppen dar. Gebildet werden die Strukturen basierend auf der individuellen Erfahrungswelt desjenigen, der die Vorurteile bzw. Stereotype besitzt. Es handeln sich also um Gedächtnisinhalte, die mit bestimmten Personen und Gruppen assoziiert werden. Sie werden durch das Wahrnehmen einer entsprechenden Person bzw. deren Eigenschaften aktiviert und fallen einem ein. Vorurteile sind nicht auf bestimmte Bevölkerungsgruppen oder ein bestimmtes Aussehen beschränkt. Dass der Deutsche fleißig und pünktlich sei, ist auch ein Stereotyp. Da alles, was man wahrnimmt, Assoziationen hervorruft, besitzt man jeder Person oder auch Sache gegenüber Vorurteile.

Im Allgemeinen allerdings sind mit Vorurteilen und Stereotype negative Wertungen gemeint. So ist die Assoziation des fleißigen Deutschen zwar ein Vorurteil, allerdings kein negatives. Die Assoziation, dass Sinti und Roma bzw. allgemein Zigeuner kriminell seien, ist hingegen negativ und falsch, womit es eindeutig ein Vorurteil darstellt.

Wie entstehen Vorurteile und Stereotype?

Vorurteile und Stereotype gehen auf die Erfahrungswelt einer Person zurück. Sie stellen also kein reines Faktenwissen dar, sondern dass, was man im Laufe seines Lebens wahrgenommen hat. Hier spielen Faktoren wie Salienz (Auffälligkeit), Wiederholung und Verarbeitungstiefe eine Rolle. Das Vorurteil, arabisch aussehende Männer seien gefährlich, basiert zum Beispiel darauf, dass in den Medien und in unserer Gesellschaft allgemein immer wieder islamistische Terroranschläge stark thematisiert werden und dass eine braune Hautfarbe von der üblichen weißen Hautfarbe abweicht und somit salient ist.

Es entstehen Assoziationen, die nicht auf tatsächliche Erfahrungen mit Männern brauner Hautfarbe zurückgehen. So erklärt sich auch, warum in den Teilen Deutschlands mit dem geringsten Ausländeranteil Vorurteile über südländisch anmutende Männer am stärksten verbreitet sind.

Oft gehen Vorurteile auch nur auf eine negative Erfahrung zurück, die allerdings eine größere Verarbeitungstiefe aufweist als die vielen neutralen oder positiven Erfahrungen. Sie wird also besser erinnert.

Was kann man gegen Vorurteile und Stereotype  machen?

Vorurteile allgemein können nicht eliminiert werden. Unser Gedächtnis funktioniert assoziativ. Wir sehen etwas und was man sieht, erinnert einen an etwas. Selbst also, wenn man zu 100% steuern könnte, was man wahrnimmt, hätte man immer noch Vorurteile, nur würde man selbst bestimmten, welche diese sind.

Da man allerdings kaum steuern kann, was man erlebt, kann man auch kaum steuern, welche Vorurteile und Stereotype man entwickelt wird.

Wenn man aktiv bestimmte Vorurteile abbauen möchte, muss man alte Assoziationen von neuen verdrängen lassen. Dies kann man erreichen, indem man zum Vorurteil konträre Erfahrungen macht. Wer also bemerkt, dass er Vorurteile gegenüber Männern mit brauner Hautfarbe hat und dies ändern möchte, der sollte sich Freunde mit brauner Hautfarbe suchen und gezielt Informationen suchen, in denen Männer mit brauner Hautfarbe positiv konnotierte Rollen einnehmen.

Auf diese Weise werden die alten negativen Assoziationen ersetzt durch positive.

Möchte man als Elternteil, dass das eigene Kind keine Vorurteile gegenüber Deutschen mit ausländischen Wurzeln entwickelt, der kann z.B. sein Kind auf eine Schule mit größerem Ausländeranteil schicken. Statt mit Terroristen wird das Kind südländisch aussehende Männer mit seinen besten Freunden assoziieren.

Ansonsten bleibt einem nur übrig, sich stets zu vergegenwärtigen, dass man Vorurteile hat und diese zu identifizieren, wenn sie aufkommen. Das erfordert eine gewisse Sensibilität den eigenen Gedanken gegenüber. Im Lauf des Tages kommen viele Gedanken auf, die man bewusst kaum oder gar nicht wahrnimmt.

Um sich seine Gedanken bewusst zu machen, kann man Wenn-Dann-Pläne nutzen. Möchte man seine Vorurteile Männern mit brauner Hautfarbe gegenüber abbauen, dann kann man den Wenn-Dann-Plan verfassen: „Immer, wenn ich einen Mann mit brauner Hautfarbe sehe, dann beobachte ich ganz genau, was ich denke.“
Diesen Plan schreibt man auf und klebt ihn sich an den Toilettenspiegel, sodass man ihn regelmäßig liest.

Auf diese Weise baut man das Vorurteil zwar nicht unbedingt ab, allerdings wird einem bewusst, dass die ersten Gedanken, wenn man einen entsprechenden Mann sieht, Vorurteile sind. Die Bewusstmachung verringert die Wahrscheinlichkeit, dass man entsprechend des Vorurteils handelt.

Denn nur weil man Vorurteile hat, heißt das noch nicht, dass man entsprechend handelt.

Sind Vorurteile immer falsch?

Eine schwierige Frage! In unserer Erfahrungswelt nehmen wir natürlich auch Fakten wahr. Dass Mexico-City gefährlicher ist als Berlin, ist eine statistische Tatsache. Das Vorurteil, Mexico-City ist gefährlich, ist schlicht korrekt.
Hier hilft einem am Ende nur Wissen. Die Annahme, ein Mann mit brauner Hautfarbe, der gerade an einem vorbeigeht, sei ein Terrorist, basiert nicht auf Fakten. Eine große Zahl Deutscher besitzt eine dunklere Hautfarbe und islamistische Anschläge sind trotzdem selten.

Auch Wissen und Bildung hilft also, sein Handeln nicht von Vorurteilen leiten zu lassen.

 

Der Beitrag Vorurteile und Stereotype erschien zuerst auf die hauslehrer.

]]>
Free-to-Play Computerspiele und ihre Gefahren https://www.hauslehrer.de/blog/stream-free-to-play-comuterspiele-und-ihre-gefahren/ Fri, 26 Feb 2021 10:48:07 +0000 https://www.hauslehrer.de/?p=8326 Zocken Free-to-Play Computerspiele Kinder ab? In diesem Stream wollen wir uns mit dem weltweiten Phänomen der Free-to-Play Spiele beschäftigen. Zu den bekanntesten Vertretern dieser Spieleart gehören „Fortnite“ und „Genshin Impact“. Free-to-Play Spiele sind, wie ihr Name bereits verrät, kostenlos. Man downloadet einen entsprechenden Titel und los geht’s – oder doch nicht? Wie das Geschäftsmodell Free-to-Play […]

Der Beitrag Free-to-Play Computerspiele und ihre Gefahren erschien zuerst auf die hauslehrer.

]]>
Zocken Free-to-Play Computerspiele Kinder ab?

In diesem Stream wollen wir uns mit dem weltweiten Phänomen der Free-to-Play Spiele beschäftigen.
Zu den bekanntesten Vertretern dieser Spieleart gehören „Fortnite“ und „Genshin Impact“. Free-to-Play Spiele sind, wie ihr Name bereits verrät, kostenlos. Man downloadet einen entsprechenden Titel und los geht’s – oder doch nicht?

Wie das Geschäftsmodell Free-to-Play funktioniert, warum es eine Gefahr für Kinder und den elterlichen Geldbeutel sein kann und wie man damit umgehen sollte, wenn das eigene Kind Free-to-Play Games spielt, besprechen wir in unserem Live-Stream.

 

 

 

 

Stream Inhalt

Was sind Free-To-Play Spiele und worin unterscheiden sie sich von den klassischen PC Spielen?

Free-To-Play Computer bzw. Smartphone/Tablet Spiele unterscheiden sich von klassischen PC Spielen zum einen dadurch, dass das Spielen selbst kostenlos ist. Man erhält also tatsächlich ein vollständiges Spiel, ohne dafür bezahlen zu müssen. Zum anderen besitzen Free-To-Play Spiele in aller Regel keine Story. Es gibt also nicht so etwas wie einen Story-Modus, sondern es wird ein Spielprinzip zur Verfügung gestellt, dass Partie für Partie wiederholt wird. Bei klassischen Computerspielen existiert in aller Regel eine Art Story und bei sehr guten Spielen sogar ein filmreifes Drehbuch. Zusätzlich enthalten klassische Spiele meist auch Elemente von „Free-To-Play“ Spielen in Form eines Online Modus.

Was sind beliebte/bekannte Free-To-Play Spiele?

Besonders bekannte Free-To-Play Spiele sind „Candy Crush Saga“, „Farmville“, „Fortnite“, „League of Legends“, „Dota“ und „Counterstrike“. Für all diese Spiele muss keinerlei Geld bezahlt werden, um sie benutzen zu können. Es existieren auch keine versteckten Zusatzinstallationen wie oft üblich bei kostenloser Software .

Wie verdienen Macher von Free-To-Play Spielen Geld?

Geld verdienen die Macher von solchen Spielen natürlich trotzdem. Zwei Arten des Geldverdienens sind dabei am häufigsten. Der Kauf von „kosmetischen Artikeln“ und der Kauf von reduzierter Wartezeit. Kosmetische Artikel beziehen sich auf das Aussehen der Figur, die man im Spiel steuert. Dazu gehören Frisuren, Kleider, die allgemeine Erscheinung der Figur und vieles mehr. Das Game zu spielen kostet also nichts, seine Figur zu individualisieren und personalisieren hingegen schon. Ironischerweise waren solche kosmetische Artikel bei klassischen Computerspielen lange Zeit nur witzige Extras, deren Existenz nicht oder kaum in die eigentliche Bewertung des Spiels hineingeflossen ist. Free-To-Play Spiele haben die witzigen Extras zu einer Geschäftsidee gemacht.

Der Kauf von reduzierter Wartezeit ähnelt da schon eher dem eigentlichen Kauf eines Spiels. Bei diesem Finanzierungsmodell kann der Spieler 1 bis 2 Stunden ohne Unterbrechung spielen, wird dann allerdings zu einer Pause gezwungen. Es sei denn, er bezahlt. Dann kann er für weitere Stunden ungehindert spielen.

Während die erste Variante das Bedürfnis, die eigene Individualität zum Ausdruck zu bringen, nutzt, um Geld zu verdienen, macht sich die zweite Variante den Spaß- und Sucht-Faktor von Computerspielen zunutze.

Was macht diese Art des Kommerzes so gefährlich für Kinder bzw. den Geldbeutel ihrer Eltern?

Free-To-Play Spiele stellen eine potenzielle Gefahr für Kinder dar, da die sie das Gefühl für Kosten und Geld austricksen. Das Verständnis für Kosten ist beim Ausgeben von Bargeld recht plastisch. Man hat 10 Euro im Geldbeutel und nachdem man sie ausgegeben hat, sind sie weg. Ein anderer Effekt ist bei „Plastikgeld“, also Kreditkarten zu erleben. Auch Erwachsene geben mehr Geld aus, wenn sie mit Geldkarten zahlen, als wenn sie Bar bezahlen. Kinder haben zudem ein sehr viel geringer ausgeprägtes Gefühl für Kosten und Geld als Erwachsene. Ein Effekt, der bereits bei Erwachsenen zu höheren Ausgaben verführt, hat entsprechend eine noch größere Wirkung auf Kinder.

Dieser Effekt wird bei Free-To-Play Spielen eingesetzt, bei denen echtes Geld zuerst in eine InGame-Währung gewechselt wird. Man gibt also keine Euros aus, sondern z.B. „Kristalle“.

Darüber hinaus handelt es sich meist um kleine Beträge. Die Wartezeit zu verkürzen kostet so nur einen Euro. Ein Euro ist nicht viel und man möchte eben unbedingt weiterspielen. Gibt man allerdings regelmäßig einen Euro aus, so „läppert sich“ der ausgegebene Betrag und nach kurzer Zeit hat man mehr ausgegeben als bei einem klassischen Spiel.

Wo/wie bekommen Kinder Free-To-Play Spiele in die Hände?

Kinder und Jugendliche findet man regelmäßig ganz an der Spitze des Interesses für neue (digitale) Entwicklungen. Sie finden oftmals auf sehr kreative Weise Wege, Neuheiten zu testen. Free-To-Play Spiele finden sie dabei vor allem in den Playstores ihres Smartphones/Tablets oder bei Videospielplattformen wie „Steam“.

Sollte man seinen Kindern das Spielen von Free-To-Play Titeln verbieten?

Verbote sind immer schwierig, da sie den Wert des angestrebten Dinges erhöhen. Zumal Kinder wie erwähnt sehr kreativ sind im Finden von Wegen, ihr Ziel zu erreichen. Free-To-Play Spiele findet man zudem auf jeder digitalen Plattform, was ein Verbot praktisch kaum umsetzbar macht. Restriktive Maßnahmen bedeuten also eher einen Kontrollverlust als einen Kontrollgewinn. Allerdings können Free-To-Play Spiele zu einer Kostenfalle für Ihr Kind und Sie selbst werden.

Was sind Vorsichtsmaßnahmen, die man als Eltern treffen sollte, bevor man seinem Kind Zugang zu Free-To-Play Spielen erlaubt?

Wir empfehlen daher, machen Sie es Ihrem Kind unmöglich, Geld in Free-To-Play Spielen auszugeben. Hinterlegen Sie auf dem Medium, welches Ihr Kind nutzt, keine Zahlungsdaten bzw. sichern Sie diese mit einem Passwort, welches Ihr Kind nicht kennt. Aufgrund der allgemeinen Suchtproblematik, die von allen digitalen Medien ausgeht, sollte  das Spielen von Free-To-Play Titeln nur als Belohnung nach erfolgreich getaner Arbeit (Hausaufgaben, Hausarbeit etc.) erlaubt werden.

Zu guter Letzt gilt wie immer, schauen Sie, was Ihre Kinder machen. Spielen Sie mit ihnen ihre Free-To-Play Lieblingstitel. So können Sie direkt die Gefahren beurteilen und ihren Kindern Hilfestellung geben. Free-To-Play Spiele können auf diese Weise zu einer lehrreichen Erfahrung über Verlockungen der Welt, Wert von Geld und Finanzplanung werden.

 

 

Der Beitrag Free-to-Play Computerspiele und ihre Gefahren erschien zuerst auf die hauslehrer.

]]>
Deutschrap https://www.hauslehrer.de/blog/deutschrap/ Tue, 09 Feb 2021 18:38:00 +0000 https://www.hauslehrer.de/?p=8302 Deutschrap – und was man darüber wissen sollte Deutschrap gehört zu den erfolgreichsten Musikgenres in Deutschland und die Beliebtheit wächst! Schon heute werden die Single-Charts vom heimischen Rap dominiert und auch die Album-Charts werden immer häufiger von einer Deutschrap-Platte angeführt. Einer der Gründe für den großen Erfolg von Deutschrap ist, dass sie den Streaming-Markt beherrschen, […]

Der Beitrag Deutschrap erschien zuerst auf die hauslehrer.

]]>
Deutschrap – und was man darüber wissen sollte

Deutschrap gehört zu den erfolgreichsten Musikgenres in Deutschland und die Beliebtheit wächst! Schon heute werden die Single-Charts vom heimischen Rap dominiert und auch die Album-Charts werden immer häufiger von einer Deutschrap-Platte angeführt.

Einer der Gründe für den großen Erfolg von Deutschrap ist, dass sie den Streaming-Markt beherrschen, in dem es auf häufige Veröffentlichungen ankommt. Gestreamt wird vor allem von den jüngeren und jüngsten Generationen. So ist Deutschrap auch unter Schülern die beliebteste Musikrichtung.

Deutschrap gehört allerdings in aller Regel dem Gangster-Rap an, in dem es zum guten Ton gehört, sich sprachlich problematisch auszudrücken.

Wie Deutschrap zu verstehen ist und wie man als Eltern mit ihm umgehen kann, besprechen wir in unserem Stream am 10.02.20 um 20.30.

 

Stream Inhalt

Was ist eigentlich Rap?

Rap ist im Kern Sprechgesang, den man auch in Opern der letzten Jahrhunderte findet. Auch in den damaligen Opern machte der Sprechgesang eine besondere Rhythmik aus, da solche Passagen meist nur mit einem Kontrabass begleitet wurden. Der moderne Sprechgesang aka. Rap wurde allerdings von Afroamerikanern in den 80er und 90er-Jahren des letzten Jahrtausends entwickelt. Besonders im Vordergrund steht im Rap der Rhythmus bzw. der Beat, während sich melodische Elemente oftmals auf den Refrain aka. die Hook

Was ist Gangsta-Rap?

Vom „normalen“ Rap unterscheidet sich Gangsta-Rap durch explizite, brachiale, meist aggressive und gewaltverherrlichende Textinhalte. Beschrieben wird eine Welt voller Waffengewalt, Prostitution und Drogen. Vor allem die ursprünglichen Vertreter des Gangster-Raps verarbeiteten in ihren Texten ihre Lebensrealität, die eben von Waffengewalt, Prostitution und Drogen geprägt war. Heute findet man auch Gangster-Rapper, die nicht aus dem „Gangster“-Milieu stammen, allerdings diesem Musikstil zuzuordnen sind.

Deutschrap

Deutschrap ist zwar per se nicht nur Gangster-Rap, allerdings zu großen Teilen. Zu den bekanntesten Vertretern gehört hierbei Kool Savas, Azad, Bushido, Kollegah und 187. Auch im Deutschrap werden Gewalt, Drogen und Sexismus verherrlicht. Auch in Deutschland rappen viele Künstler von ihrer Lebensrealität.

Wie ist Deutschrap zu bewerten?

Deutschrap ist weder „böse“, noch „schlecht“. Euphemistisch kann man Rap als Fallbeispiel unterschiedlicher Lebensrealitäten, die man gemeinhin der Unterschicht zuordnen würde, beschreiben. Für Kinder der gleichen Lebensrealität, also der Unterschicht, sind Rapper hierbei Vorbild und Identifikationsfigur. Einerseits beschreiben sie ein Leben, welches die Kinder nachvollziehen können, andererseits haben es die Rapper aus der Armut herausgeschafft.

Für Kinder der Mittelschicht sind die Texte einerseits lustig (oftmals sind diese auch ironisch gemeint), da die Inhalte gesellschaftliche Konventionen und Verbote brechen und sie können sich beim mitsprechen wie Gangster fühlen. Andererseits sind die Beats schlicht gut und übertreffen Pop, Rock und Schlager in ihrer Qualität und Komplexität bei Weitem.

Ist Deutschrap für jedes Alter?

Nein! Auch wenn Deutschrap besser ist als sein Ruf, ist er nicht für jedes Alter gemacht. Erst ab einem Alter, da Kinder erkennen können, welche Textinhalte rein fiktiv sind bzw. dem künstlerischen Genre entsprechen und welche Inhalte als ernst zu nehmende Gesellschaftskritik zu verstehen sind, kann Deutschrap bedenkenlos von Kindern gehört werden.
Ab welchem Alter dies genau ist, kann von Kind zu Kind stark variieren. Mit 14 Jahren werden die meisten Kinder dazu im Stande sein.

Wie kann ich als Elternteil mit Deutschrap umgehen?

Wenn ihr Kind ein großer Fan von Deutschrap ist und dies auch schon in sehr jungen Jahren, dann empfehlen wir, sich die Songs mit ihrem Kind gemeinsam anzuhören und die problematischen Inhalte gemeinsam zu thematisieren. Sensibilisieren sie ihr Kind für diese und helfen sie bei der Interpretation und Einordnung der Texte. Ihrem Kind den Deutschrap zu verbieten, können wir hingegen nicht empfehlen, da sie dies kaum schaffen werden. Es wird immer Möglichkeiten geben, wie ihr Kind an die Musik kommt.

Schadet Deutschrap meinem Kind?

Nein! Wie ein Kind sich verhält, ist nur zu einem sehr kleinen Teil von Musik (oder Computerspielen) abhängig. Kein Kind wird gewalttätig oder kriminell wegen Gangster-Rap!

 

 

Der Beitrag Deutschrap erschien zuerst auf die hauslehrer.

]]>