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    Von Google zu GPT: Warum Schüler das kreative Denken verlernen

    Veröffentlicht am 14.11.2025

    Ob bei der Ideenfindung für Texten oder das Verfassen von Hausaufgaben: Der Griff zur Suchmaschine ist für viele Schüler ebenso wie bei der privaten Nutzung selbstverständlich geworden. Schließlich scheint das Netz unerschöpfliche Inspiration zu liefern. Doch zeigt z. B. eine aktuelle Studie der Carnegie Mellon University (CMU): Zu häufiges „Googeln“ wirkt sich negativ auf die Kreativität aus und reduziert unsere Ideenvielfalt. Und die Sache wird noch komplexer, wenn künstliche Intelligenz ins Spiel kommt.

    Stört das „Googeln“ die Kreativität?

    Ein Forschungsteam der amerikanischen Privatuniversität hat untersucht, welchen Einfluss googeln auf die Kreativität bei der Ideenfindung hat. Dazu teilten sie ihre Proband:innen in zwei Gruppen auf: Während die eine Gruppe ein Kreativproblem ohne digitale Hilfe lösen sollte, durfte die andere nach Herzenslust googeln. Ziel war es, Einsatzmöglichkeiten für einen Regenschirm und für ein Schild zu sammeln.

    Das Ergebnis war überraschend: Die Proband:innen, die die Suchmaschine nutzten, fanden insgesamt weniger Verwendungszwecke für die beiden Gegenstände. Vor allem fiel der Unterschied beim Schild auf, da zu diesem auch bei Google nicht so viele Ideen zu finden waren, wie beim Schirm.

    Warum aber kam es zu diesem Ergebnis? Das Fazit der Forscher: Digitale Recherche kann die Eigenleistung bei kreativen Aufgaben mindern, weil der Fokus stärker auf vorhandenen Ideen und weniger auf eigenen Denkprozessen liegt. Dieser sogenannte Fixation-Effect entsteht, wenn eine mögliche Lösung vorgegeben wird und die Proband:innen sich eher an dieser orientieren, als eigene, weitere Lösungen zu finden.

    Von Google zu GPT: Wie KI die kreative Recherche verändert

    Die Studie bezog sich zwar auf Google, ähnlich kann es sich aber mit KI verhalten. Nicht wenige Privatnutzer:innen googeln gar nicht mehr, sondern stellen ihre Fragen allesamt Tools wie ChatGPT.  ChatGPT, Gemini oder Perplexity AI liefern blitzschnell Ideen, Gliederungen, Überschriften – und wirken damit wie ein Turbo fürs kreative Arbeiten. Doch ist das wirklich so?

    Die Parallelen zur Google-Recherche sind offensichtlich: Auch KI kann dazu verleiten, sich auf fremde Ideen zu verlassen, statt selbst kreativ zu denken. Wenn Du also KI als Ideengeber nutzt, entsteht schnell eine Illusion von Kreativität, die aber – wie bei Google – nicht zwingend mit echter Originalität einhergeht.

    KI-Tools sind mächtig, keine Frage. Sie sind vielseitig einsetzbar und sparen oft Zeit – doch wer sie unkritisch als Kreativhelfer einsetzt, riskiert uniformen Inhalt, ideenlose Überschriften oder Copy-Paste-Content, der wenig Mehrwert bietet.

    Digitale Bequemlichkeit: Wie Informationsflut unsere Ideenfindung beeinflusst

    Googeln oder KI birgt eine große Gefahr: Wir suchen externen Input, oft bevor wir selbst einen Denkprozess durchlaufen haben. Das Problem: Je mehr Ideen von außen kommen, desto weniger Raum bleibt für originelle Gedanken im Inneren.

    Diese kognitive Bequemlichkeit ist in Zeiten ständiger Reizüberflutung ein echtes Hindernis für kreative Arbeit. Unser Gehirn lernt, dass es Ideen nicht selbst entwickeln muss, und verlernt genau das mit der Zeit.

    In einer Umgebung, in der Schüler unter Druck stehen, möglichst schnell hochwertige Inhalte zu liefern, ist dieser Mechanismus besonders gefährlich. Dabei gibt es Wege, die eigene Kreativität gezielt zu fördern – trotz (oder gerade wegen) digitaler Tools.

    Was bedeutet das für Schüler?

    Kreativität lebt von Reibung, Kontrasten, Perspektivwechseln und nicht zu verachten, einem fundierten Bildungshintergrund!

     Deshalb ist es wichtig, bei der Ideenentwicklung bewusst zwischen interner und externer Informationsverarbeitung zu unterscheiden:

    • Erst denken, dann suchen: Versuche, erste Gedanken, Ansätze oder Ideen ohne externe Hilfe zu entwickeln.
    • KI & Google nur als Sparringspartner Lass Dir neue Perspektiven liefern, aber prüfe, ob Deine ursprünglichen Gedanken nicht doch besser waren.
    • Gönn Deinem Kopf Pausen. Manchmal entstehen die besten Ideen nicht beim Googeln, sondern beim Spazierengehen, Duschen oder Nichtstun.
    • Team-Workshops ohne Geräte: Für kreativen Austausch kann es sinnvoll sein, bewusst auf digitale Geräte zu verzichten.

    Fazit: Bewusst suchen, bewusst denken

    Die Studie liefert einen wichtigen Impuls für alle, die kreativ arbeiten: Externe Recherche – sei es über Google oder KI – kann die Kreativität fördern, wenn sie bewusst und gezielt eingesetzt wird. Wer sich jedoch zu früh auf digitale Tools verlässt, läuft Gefahr, die eigene Originalität zu verlieren.

    Gerade im schulischen Zusammenhang, wo es auf Unverwechselbarkeit, Relevanz und Afbau eines Textes ankommt, ist der eigene Denkprozess Gold wert. Google und KI sind Werkzeuge, Kreativität bleibt ein Handwerk.

    Und noch eine kleine Anmerkung:

    Wir wissen alle oder sollten es zumindest wissen, um eine Suchmaschine wirklich nutzen zu können braucht es Bildung (und nicht nur Wissen).

    Geben sie als Beispiel bei google das Stichwort „Kopfschmerz“ ein ist der vierte Treffer schon Werbung für ein Medikament! Und um aus all den vielen „Treffern“ für sich das Richtige zu finden, bräuchten sie schon fundierte medizinische Kenntnisse.

    So ist es bei allen Suchanfragen.

    Wir sollten als Eltern, Lehrer und überhaupt Jeder dafür sorgen, dass unsere Kinder Bildung erfahren können, damit sie in Zukunft eigenständig denken und kreativ sich Herausforderungen stellen können.


    Quellen der Studien:

    [Submitted on 10 Jun 2025] Cornell University:Your Brain on ChatGPT: Accumulation of Cognitive Debt when Using an AI Assistant for Essay Writing Task (Nataliya Kosmyna, Eugene Hauptmann, Ye Tong Yuan, Jessica Situ, Xian-Hao Liao, Ashly Vivian Beresnitzky, Iris Braunstein, Pattie Maes)

    Human-AI Collaboration Can Unlock New Frontiers in Creativity – Tools Developed by SCS Researchers Show Benefits for Inventors, Designers, Songwriters   Thursday, May 29, 2025 Carnegie Mellon University

    How AI Affects Our Sense of Self  And why it matters for business by Gizem Yalcin and Stefano Puntoni

    From the Magazine (September–October 2023) Harvard Business Review