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Die neue Trendsportart für Jugendliche – DTD! – Dick! Träge! Depressiv!

Veröffentlicht am 29.01.2020

Zugegeben, das klingt jetzt erst mal sehr provokant und aggressiv. Jedoch lassen die neuesten Studien die Alarmglocken noch lauter läuten als bisher.

Dick!

Du bist, was Du isst!

Dieser alte Spruch hat in der heutigen Zeit eine noch höhere Bedeutung, al szu seiner Entstehungszeit. Vielerlei gesundheitliche Beschwerden oder gar Krankheiten können direkt auf nicht ausgewogene und einseitige Ernährung zurückgeführt werden.

Einige in der Kindheit geprägte Ernährungsgewohnheiten können sich ins Erwachsenenalter fortsetzen und langfristig für Gesundheit und Krankheit mit bestimmend sein. (Quelle-3-)

Wir müssen inzwischen nicht mehr wie unsere Vorfahren Phasen des Mangels oder gar Hungers durchleben. Der Kühlschrank ist wohl gefüllt, mehrere Mahlzeiten am Tag sind die Norm. Allein – was wir essen ist oft nicht so ganz das Gesündeste für unseren Körper.

Anteilig zu gering fällt vor allem der Verzehr von Obst und Gemüse aus. Der Konsum von Süßwaren, Knabberartikeln und Limonaden ist hingegen in allen Altersklassen zu hoch. (Quelle-3-)

Wenn wir durch die Straßen einer Stadt schlendern, kommen wir in den Fußgängerzonen (außer an den üblichen Bekleidungsketten) vor allem an FastFood-Läden, To-Go-Cafes, Take-away-Schuppen und sonstigen Geschäften vorbei, die ihre  „schnellen“ Essen dem eiligen Zeitsparer anbieten. Und das noch möglichst billig. Wer interessiert sich dort wirklich für die Herstellung, die Zubereitung und die Inhaltsstoffe der offerierten Produkte. Wahrscheinlich nur der Hersteller, der möglichst viel Gewinn machen möchte.

Hier braucht es schon ein gewisses Maß an Bildung, Interesse und daraus resultierend Verantwortungsgefühl für sich selbst und auch für die eigenen Kinder.

Kinder aus Familien mit niedrigem sozio-ökonomischen Status essen weniger Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und Rohkost und konsumieren mehr Limonaden, Süßwaren, Wurst, Fleisch und Fastfood als Jungen und Mädchen aus besser gestellten Familien.

Die Elternkompetenz in Ernährungsfragen muss von Anfang an gestärkt werden. Sozial- und Familienhebammen müssen das Thema Stillen und Ernährung inklusive gesundem Familienessen und Basisregeln zur Esskultur in ihre Arbeit einbeziehen. (Quelle-3-)

Auch in den Einrichtungen, in denen unsere Kinder betreut und ausgebildet werden, liegt die Qualität nicht unbedingt im Bereich der Anforderungen einer wirklich gesunden Ernährung. Man muss jetzt nicht gerade das Extrembeispiel aus den USA nehmen, wo Schulkinder zum Schulfrühstück Fertigpizza serviert bekommen (kann man in der TV Serie von Jamie Oliver sich anschauen).

Vor allem Kindertagesstätten und Schulen in Stadtteilen mit besonderen sozialen Belastungen müssen ein gesundes Verpflegungsangebot bereithalten, das den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung entspricht. Pädagogische Fachkräfte und Eltern müssen aktiv einbezogen werden.
Um die Auswahl gesunder Lebensmittel zu erleichtern, ist eine verständliche und eindeutige Kennzeichnung notwendig. Werbung für Lebensmittel sollte im Kontext von Kindersendungen vermieden werden. (Quelle-3-)

  • Wie aus dieser Studie hervorgeht, sind wir als Eltern gefragt:
  • Wie verhalten wir uns denn?
  • Was leben wir unseren Kindern vor?
  • Was setzen wir den Kindern und Jugendlichen denn zu essen vor?
  • Kochen wir überhaupt jeden Tag frisch?

Eine wahre Anekdote aus meinem Bekanntenkreis wirft ein bezeichnendes Licht auf das Ernährungsverhalten der heutigen Generation: Ein Freund machte krankheitsbedingt einen „gesunden Kochkurs“ im Krankenhaus mit. Von den 35 Teilnehmern waren die Leiterin des Kurses und er die einzigen, die kochen konnten. Auf Nachfrage erklärte ein Teilnehmer, er hätte eine “Kochapp“ auf dem Smartphone. Es handelte sich dabei um einen Lieferdienst einer bekannten Fastfoodkette! Noch Fragen?

Einer kleiner Tipp am Rande: Schauen sie sich doch einmal den amerikanischen Dokumentarfilm „Food Inc.“ aus dem Jahre 2008 an. Darin werden die Praktiken der US Agrar- und Fleischindustrie den Bioerzeugern gegenübergestellt. Vor allem eine ca. 15-minütige Sequenz ist für Jugendliche sehr empfehlenswert: Darin wird die industrielle Herstellung von Hamburger Rohmasse, die in den bekannten Fastfoodketten verkauft wird, gezeigt. Wer danach noch dort essen geht – guten Appetit!

Träge!

81 Prozent der Jugendlichen zwischen elf und 17 Jahren weltweit bewegen sich weniger als eine Stunde am Tag. Sie erreichen damit nicht die Mindestempfehlung der Weltgesundheitsorganisation, wobei hierunter auch moderate Bewegung fällt, etwa mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Schule zu kommen.

  • Mädchen sind deutlich seltener sportlich aktiv als Jungen.
  • Im Vergleich zu anderen Industriestaaten schneidet Deutschland schlecht ab.

Die Studie zeigt auch den Unterschied zwischen den Geschlechtern auf: 79,7 Prozent der Jungen und sogar 87,9 Prozent der Mädchen dieser Altersgruppe waren 2016 körperlich nicht aktiv genug. Im Vergleich zum Jahr 2001 haben sich die Zahlen für Deutschland sogar ein wenig verschlechtert (Jungen: 79,5 Prozent; Mädchen: 87,7 Prozent). Weltweit haben sich die Werte nur bei den Jungen gering verbessert.

„Wir hatten eine elektronische Revolution, die die Bewegungsmuster von Jugendlichen offensichtlich verändert hat – und sie dazu anregt, mehr zu sitzen, weniger aktiv zu sein, mehr zu fahren, weniger zu gehen“, sagt Leanne Riley, eine der Co-Autorinnen der Studie. Die Jugendlichen spielten letztlich mehr digital als wirklich aktiv. (Quelle -1-)

Im Vergleich zu dem heutigen Umfeld eines Kindes, das in der Stadt aufwächst, erscheint mir meine ländliche Umgebung in den 50er Jahren als ein Paradies zum Spielen. Wir waren mehr draußen als drinnen. Bäume, ein Bach und der Wald waren unsere Umgebung.

Ein weiterer Grund für fehlende körperliche Aktivität sei zudem die Frage der Sicherheit in manchen Regionen oder Umfeldern. „Es gibt Umfelder, in denen wird es immer gefährlicher, draußen zu sein und aktiv zu sein. Wenn es nicht sicher genug ist, draußen zu sein, dann gehen Jugendliche auch weniger zu Fuß zur Schule oder fahren mit dem Fahrrad“, so Riley. (Quelle1-)

Der für Deutschland zu beobachtende Unterschied zwischen Jungen und Mädchen findet sich auch auf globaler Ebene wieder: Während sich 77,6 Prozent der Jungen nicht ausreichend bewegen, sind es bei den Mädchen 84,7 Prozent. Die größten Unterschiede zwischen den Geschlechtern wurden in Irland (17 Prozentpunkte) und den USA (16,5 Prozentpunkte) festgestellt. „Hier wirken sich auch kulturelle Aspekte aus. In manchen Kulturen ist es nicht vorgesehen, dass Mädchen so aktiv sind wie Jungen, oder sie werden nicht ermutigt, sich so viel zu bewegen wie die Jungs„, erklärt Riley.

Insgesamt war der Anteil an inaktiven Kindern in Südkorea am höchsten, während er in Bangladesch am niedrigsten war. Die WHO hatte eigentlich das Ziel ausgegeben, den Anteil der Jugendlichen mit zu wenig Bewegung bis 2030 auf 70 Prozent zu senken. „Dieses Ziel können wir nicht einhalten, wenn sich diese Trends fortsetzen“, macht Regina Guthold, Studienautorin und WHO-Expertin für die Gesundheit von Jugendlichen, deutlich. (Quelle-1-)

Wer schon einmal zu Schulbeginn am Morgen in der Nähe der Schulgebäude war, kennt die Situation: Mengen von SUVs blockieren die Straße vor der Schule, Schulkinder steigen an der Straßenseite aus und gehen die paar Meter in die Schule. Gerade an Grundschulen in den Städten ein leider alltägliches Bild.
Leider haben wir in unserem Schulsystem nach meiner Auffassung hier einen gravierenden Mangel. Schauen wir uns nur einmal die Stundenpläne der Schüler an: Meist mindestens drei „Langtage“ in der Woche. Lernen und Hausaufgaben sollen ja auch noch bewältigt w werden.

Wann bleibt da noch wirklich Zeit zum Spielen mit Freunden (draußen!), zum Entspannen (draußen!), für sportliche Aktivitäten (draußen!)?

Eine Buchempfehlung an dieser Stelle: „Rettet das Spiel!“ von Quarch & Hüther. Friedrich Schiller darf man auch zitieren: „ Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt!“ Wir lernen tatsächlich vor allem, wenn wir spielen! Selbst als Erwachsene sagen wir sogar, bevor wir etwas Neues versuchen: “Das muss ich in Gedanken erst einmal durchspielen!“

Depressiv!

Zum Glück wandelt sich in den letzten Jahren die Einstellung zu Depressionen. Wo noch vor nicht allzu langer Zeit oft Anzeichen für depressives Verhalten gerade bei Kindern und Jugendlichen mit Sprüchen, wie: „Jetzt stell Dich mal nicht so an“! Oder „Kopf hoch, das wird schon wieder!“ abgebügelt wurden, schaut man heute etwas genauer hin.

Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren leiden immer häufiger unter Depressionen. Das berichtet der Norddeutsche Rundfunk (NDR) unter Berufung auf  Hochrechnungen der Barmer. Demnach hat sich die Zahl der Betroffenen zwischen 2005 und 2017 mehr als verdoppelt. Vor allem Mädchen müssen sich demnach öfter der Diag­nose Depression stellen.

Wurde 2005 noch bei 1,14 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland eine Depressionsdiagnose gestellt, waren es im Jahr 2017 bereits 2,79 Prozent. Insgesamt wurden der Hochrechnung zufolge 2017 bei mehr als 193.000 10- bis 18-Jährigen eine Depression diagnostiziert, dabei litten fast doppelt so viel Mädchen (127.672 Diagnosen) wie Jungen (65.615 Diagnosen) unter der psychischen Erkrankung.

Die Gründe für den Anstieg sind laut Kinder- und Jugendpsychologe Michael Schulte-Markwort vom Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) vielfältig. Oft gebe es aber zu viel Druck in Schule und Familie. Manchmal sagen mir schon Neunjährige in der vierten Klasse, wenn ich den Überstieg ins Gymnasium nicht schaffe, ist mein Leben gelaufen“, sagte der Experte in einem NDR-Interview. Jugendliche sähen sich zunehmend mit dem Gefühl konfrontiert, dass sie den Lebensstandard ihrer Eltern möglicherweise nicht mehr erreichen könnten. „Das war früher anders“, so Schulte-Markwort. (Quelle-4-)

Der Leistungsdruck ist enorm gestiegen, eine diffuse Angst vor der Zukunft hat zugenommen.
Die Möglichkeiten der „Ablenkung“ und der Zugang zu diesen für Jugendliche sind wesentlich zahlreicher als noch vor einer Generation.

Gerade die „Unsozialen Medien“, wie Facebook, Instagram, Twitter und Co. haben einen hohen Anteil an der Zunahme von Neid und Depression, wie aus den nachfolgend aufgeführten Beispielstudien ersichtlich:

Jugendliche, die viel Zeit im Internet verbringen, sind nicht automatisch gefährdet, depressiv zu werden. Entscheidend ist laut einer Studie in JAMA Pediatrics weniger, wie lange die Teenager am Bildschirm sind, sondern eher, womit sie sich beschäftigen

Depressionen sind bei Jugendlichen nicht häufiger als bei anderen Menschen. Sie können jedoch nachhaltigere Schäden anrichten, weil die Jugendlichen ihre Ausbildung vernachlässigen, keine Freunde finden und am Ende den einzigen Ausweg in einem Suizid sehen. Die vielen Stunden, die die Heranwachsenden am Computer, Smartphone oder Tablet verbringen, betrachten Erwachsene oft mit großer Sorge.

Ob die langen Bildschirmzeiten den Jugendlichen schaden, ist umstritten. Die meisten wissenschaftlichen Studien waren bisher Querschnittstudien, die den aktuellen Internetkonsum mit der Befindlichkeit der Jugendlichen in Verbindung gebracht haben, woraus sich eine Ursache-Wirkungsbeziehung herstellen lässt. Wesentlich aussagekräftiger sind jedoch Langzeitstudien, die Dauer und Veränderung der Bildschirmzeiten mit der späteren psychischen Konstitution vergleichen.

Die bisher größte Studie hat ein Team um Patricia Conrod von der Universität Montreal in den letzten Jahren an 31 Schulen der kanadischen Großstadt durchgeführt. Insgesamt 3.826 Schüler der 7. bis 11. Klasse wurden regelmäßig zu ihrem Internetkonsum befragt. Sie füllten außerdem das „Brief Symptoms Inventory“ aus, der 7 Symptome abfragt, die auf Depressionen hindeuten (etwa Gefühle von Einsamkeit, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit). Die Schüler füllten außerdem die „Rosenberg Self-Esteem Scale“ aus, einen Fragebogen zum Selbstwertgefühl, und sie wurden nach ihren sportlichen Aktivitäten befragt.

An der Studie nahmen insgesamt 3.826 Schüler teil, die zu Beginn der Studie im Mittel 12,7 Jahre alt waren. Die jetzt vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass die Bildschirmzeiten der Jugendlichen differenziert betrachtet werden müssen.

Soziale Medien und Serienmarathon steigern das Risiko

Als ungünstig zu bewerten sind lange Zeiten in sozialen Netzwerken. Jede tägliche Stunde bei Facebook und anderen Plattformen war mit einem Anstieg depressiver Symptome verbunden. Dies zeigte sich nicht nur im Vergleich mit Gleichaltrigen, sondern auch im zeitlichen Verlauf bei den einzelnen Jugendlichen. Eine Zunahme des Konsums sozialer Medien steigerte die Depressivität der Jugendlichen.

Die Forscher erklären dies mit der „upward social comparison“-Theorie. Wer in sozialen Medien unterwegs ist, vergleiche sich ständig mit anderen Jugendlichen, und da darunter häufig bessere Selbstdarsteller sind, zögen viele auf Dauer den Kürzeren. Sie fühlten sich weniger attraktiv und armseliger. Das Selbstwertgefühl sinke und am Ende komme es zu Depressionen, schreibt Conrod. Bei vielen komme es zu einem „reinforcing spiral process“, also zu einer Abwärtsspirale, da mit der Depressivität auch die Popularität in den Netzwerken beständig abnehme. (Quelle -5-)

Wenn man sich diesen Teufelskreis einmal deutlich vor Augen hält, zu wenig Bewegung – macht dick – macht depressiv – führt zu noch weniger Bewegung  – und so weiter und so fort. Wieder wie immer sind wir als Eltern gefordert in unsrer Vorbildfunktion. Das eigene Verhalten ist DIE Leitlinie für unsere Kinder!
Wie heißt es so schön: Man kann Kinder erziehen, wie man will – sie machen einem doch alles nach!

– wird fortgesetzt –

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Quellen

  1. The Lancet 21.11.2019  Global trends in insufficient physical activity among adolescents: a pooled analysis of 298 population-based surveys with 1·6 million participants  Regina Guthold, PhD   Gretchen A Stevens, DSc  Leanne M Riley, MSc  Prof Fiona C Bull, PhD
  2. Food and health in Europe:a new basisfor action WHO 2002
  3. Robert Koch-InstitutNordufer 2013353 Berlinwww.rki.deBundeszentrale für gesundheitliche AufklärungOstmerheimer Str. 22051109 Kölnwww.bzga.deRedaktionRobert Koch-InstitutAbteilung für Epidemiologie und GesundheitsberichterstattungAngelika RieckGeneral-Pape-Straße 62–6612101 BerlinBundeszentrale für gesundheitliche AufklärungReferat Aufgabenplanung und -koordinierungDr. Frank Lehmann, MPHOstmerheimer Str. 22051109 Köln
  4. Deutsches Ärzteblatt 2019
  5. (2019; doi: 1001/jamapediatrics.2019.1759).