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Motivorientiertes Lernen

Veröffentlicht am 10.03.2018

In der täglichen Arbeit mit Schülern aller Jahrgangsstufen und Schulformen zeigt sich immer wieder, wie wenig junge Menschen intrinsisch, d.h. von innen heraus motiviert sind. Selbstverständlich gibt es auch einige Schüler, die in einem hohen Maße selbstmotiviert sind und ihre Ziele konsequent verfolgen. Der Mehrzahl aber, so scheint es, fehlt eine konkrete Zielsetzung bzw. eine Sinnorientierung für ihr Leben und so finden sie auch den inneren Antrieb nicht, sich mit den Inhalten der schulischen Bildung aktiv auseinander zu setzen und diesen zu nutzen, um ihren Platz in der Welt zu finden.

In diesem Artikel soll vor allem nach den Ursachen für dieses weit verbreitete Phänomen gefragt werden, um letztlich nach möglichen Gegenmaßnahmen zu forschen.

Da das Phänomen in dieser Verbreitung zumindest neu ist, drängt sich die Frage auf, was sich in unserer Gesellschaft und den Bedingungen des Lebens in Deutschland gegenüber früheren Generationen geändert hat und wie sich diese neuen Bedingungen auf die Motivation der Heranwachsenden auswirken.

Die Globalisierung von „Bedeutsamkeit“

In diesem Zusammenhang scheint vor allem die technische und soziale Entwicklung unserer Gesellschaft prägend zu sein. Dass viele Eltern dem Phänomen Internet- und Medienkonsum ihrer Kinder weitgehend hilflos gegenüberstehen, ist dabei nur ein Aspekt. Hier nehmen Computer- oder Handyspiele und insbesondere die „Sozialen Netzwerke“ wie Instagram, Facebook etc. einen erheblichen Teil der freien Zeit Heranwachsender in Anspruch – zuungunsten einer direkten zwischenmenschlichen Kommunikation. Zudem werden die jungen Menschen in dieser „Parallelwelt“ permanent mit „Idealen“ überschüttet, die ihnen suggerieren, dass das Leben nur dann erstrebenswert erscheint, wenn man es zum „Superstar“ oder Topmodel bringt. „Normale“ berufliche Tätigkeiten hingegen erscheinen immer weniger attraktiv, was sich z.B. in dem allerorts beklagten Nachwuchsmangel in fast allen handwerklichen Berufen widerspiegelt. Die meisten Schüler, die überhaupt darüber nachdenken, präferieren eher eine Ausbildung bei der Polizei oder Bundeswehr, also Berufe, die einen weniger eintönigen Tagesablauf zu versprechen scheinen. Alternativ haben Bürojobs noch eine gewisse Attraktivität, kaum aber Berufe, in denen man sich die Hände dreckig macht, was sich in dem enormen Bedarf an Auszubildenden z.B. in den Metallberufen dokumentiert – handwerkliche Arbeit bietet wahrscheinlich zu wenig Raum, sich zu profilieren.

Ein weiteres Phänomen ist der aktuelle Trend, die Anonymität in der Massengesellschaft durch eine „Individualisierung“ von Massenartikeln wie Sportschuhen, Handys oder sogar Nutella-Gläsern und Schokoladentafeln zu kompensieren, indem man diese mit dem eigenen Namen oder individuellen Symbolen bedrucken lässt. Ohne diese Entwicklung für sich genommen über zu bewerten, verweist sie, psychologisch betrachtet, dennoch auf einen real erlebten Mangel an individueller (Selbst-) Wahrnehmung und Wertschätzung.

In bestimmter Hinsicht ist die Welt der heutigen Jugend eben größer geworden als sie es war, als ihre Eltern heranwuchsen. Das Internet hat unbestreitbar eine deutliche Veränderung der Vorstellungen darüber bewirkt, was „bedeutsam“ erscheint. Im lokalen Umfeld bekannt und geschätzt zu sein, reicht nicht mehr aus, um dem grundlegenden menschlichen Bedürfnis nach Anerkennung und Wertschätzung gerecht zu werden. Die allgemeine Globalisierung hat dazu geführt, dass auch dieses Bedürfnis sich ausgeweitet hat. Dafür sprechen z.B. die steigenden Zahlen von Jugendlichen, die psychiatrische Behandlungen benötigen, weil sie „nur“ ein paar hundert „Freunde“ auf Facebook haben, während einige Klassenkameraden hier mehrere Tausend verzeichnen. Hier gewinnen abstrakte Zahlen im Internet eine Bedeutung und wirken sich stärkend oder umgekehrt deprimierend auf das Befinden junger Menschen aus. Die realen Menschen hinter diesen Zahlen spielen dabei keine Rolle. Diese „Freunde“ bleiben anonym, unbekannt. Man ist ihnen niemals begegnet und man hat in den meisten Fällen auch noch nie mit ihnen kommuniziert. Wichtig erscheint nur: Sie haben etwas „geliked“, das man selbst „geposted“ hat – und über eine entsprechend große Zahl an „Likes“ bestimmt sich der subjektiv empfundene Wert der eigenen Person. Kein Wunder, dass die Motivation, sich mit „weltpolitisch“ absolut unbedeutenden Dingen wie Hausaufgaben, die außer ein paar desinteressierten Klassenkameraden und den Lehrern sowieso keiner mitbekommt, zu beschäftigen, dabei zusehends in den Hintergrund tritt. Viel aussichtsreicher erscheint es da doch, es mit regelmäßigen Beiträgen über Irgendwas auf YouTube zu einem ansehnlichen Bekanntheitsgrad zu bringen.

Kann Bildung Alternativen zur Identifikation bieten?

Angesichts solcher unter Jugendlichen weit verbreiteten Tendenzen, es in der „Welt“ zu etwas zu bringen, hat die schulische Bildung es zumindest schwer, in der Wahrnehmung der Heranwachsenden eine gewisse Bedeutung zu gewinnen. Wen interessiert es schließlich schon, wenn jemand eine Vorliebe für romantische Gedichte, mittelalterliche Geschichte oder binomische Formeln entwickelt? Solche Menschen haben da doch eher eine realistische „Chance“, sich als weltfremde Streber zu profilieren und sich sozial auszugrenzen.

Dass die Wenigsten letztlich einen Weg beschreiten, auf dem sie es zu der angestrebten Bekanntheit und Anerkennung bringen, entzieht sich dem in bestimmter Hinsicht idealistischen Bewusstsein der Jugendlichen. Aber was sind die Alternativen? Klar kann man auch als Arzt, Rechtsanwalt oder Unternehmer einen ansehnlichen gesellschaftlichen Status erreichen, aber einerseits ist der Weg dahin sehr mühsam und vielleicht gerade deshalb, andererseits nur von wenigen zu schaffen.

Eltern und Lehrer kämpfen hier also oft gegen Windmühlen und stoßen bei den Sprösslingen alleine deshalb schon auf taube Ohren, weil sie deren psychische Bedürfnisse und die hier genannten speziellen Bedingungen der heutigen „Wirklichkeit“ als Ursache des Problems gar nicht in den Blick nehmen. So versuchen sie ihre Kinder mit aus ihrer Sicht rationalen Argumenten dazu zu bewegen, sich auf die „wichtigen“ Dinge zu konzentrieren, statt ihre Zeit mit „nutzlosen“ Spielereien zu vertun.

Hier wird deutlich, wie weit die jeweiligen Paradigmen des Denkens von Erwachsenen und Jugendlichen auseinanderliegen. Während die einen den Sinn des Lebens darin verorten, sich über fleißiges Lernen und gute Schulnoten eine berufliche Position zu erarbeiten, die langfristig ein Leben in „Sicherheit“ und relativem Wohlstand garantiert, präferieren die anderen einen direkteren und vermeintlich leichten Weg, es zu Anerkennung und Wohlstand zu bringen. Die Tatsache, dass es per se nur wenigen gelingen kann, sich aus der Masse abzuheben und zum „Star“ zu werden, findet im eher idealistisch als realistisch geprägten jugendlichen Bewusstsein naturgemäß meist wenig Resonanz.

Wer also Einfluss auf das Bewusstsein seiner Kinder nehmen will, muss zuallererst die das Denken der Heranwachsenden bestimmenden Paradigmen verstehen und bei der „Argumentation“ seine eigenen Selbstverständlichkeiten vorübergehend zurückstellen. „Abholen“ kann man Menschen schließlich immer nur dort, wo sie gerade sind! Und in diesem speziellen Fall ist das eine von medial geprägten Idealen und Emotionen bestimmte „Wirk-lichkeit“.

„die hauslehrer“ – Ansätze zu einer motivorientierten Veränderung

Alle Hauslehrer durchlaufen, bevor sie ihre Arbeit mit Schülern beginnen, eine grundlegende psychologisch-pädagogische Schulung, die es ihnen ermöglicht, die Denkvoraussetzungen und verhaltensprägenden Motive der Heranwachsenden mit in den Blick zu bekommen. Nur wer diese Motive erkennt und mit seinem Handeln dort ansetzt, kann dauerhaft eine verändernde Wirkung bei anderen erzielen. Rationale Argumente alleine helfen hier nur wenig.

Viel wirksamer ist hier die Vorbildfunktion, an der sich Jugendliche mehr als an sonstigen Dingen orientieren. So spielt die die persönliche Reife bei der Auswahl unserer Lehrbeauftragten auch eine entscheidende Rolle, denn „Vorbild“ für eine selbstbestimmte und engagierte Lebensgestaltung kann nur jemand bieten, der diese Tugenden selbst anwendet und sich für sein eigenes Fortkommen und seine persönliche Entwicklung kontinuierlich einsetzt.

Um diese Vorbildfunktion wirksam werden zu lassen, sind unsere Lehrbeauftragten auch als Menschen für ihre Schüler „greifbar“. Sie zeigen sich mit ihren Stärken und Unsicherheiten und können so Beispiele für eine engagiert-aktive Lebensgestaltung geben. In vielen Fällen resultieren aus dieser Vorbildfunktion nachhaltige Erfolge, die umso leichter nachzuvollziehen sind, wenn man sich erneut vergegenwärtigt, dass die Einstellungen und Werte der Jugendlichen in weiten Teilen von einer virtuellen „Wirklichkeit“ bestimmt und geprägt werden. Als „reale“ Bezugspersonen fungieren meist nur die Eltern und Lehrer in der Schule. Wenn diese aber die derzeit bestimmenden Motive ihrer Kinder nicht oder nur sehr begrenzt nachvollziehen können und nur aus ihrer Sicht auf die Welt „Notwendigkeiten“ formulieren, reden sie oft an den Heranwachsenden vorbei und erreichen diese nicht. Das gilt leider häufig auch für Lehrer an Schulen, die in ihrer universitären Ausbildung zwar ein hohes Maß an fachspezifischem wissenschaftlichen Know how, in der Regel aber keine psychologischen Kompetenzen vermittelt bekommen, die sie im schulischen Alltag dringend benötigen, um angemessen auf die Motive der jüngeren Generation eingehen zu können und als Vorbild akzeptiert zu werden.

Die Basis der pädagogischen Arbeit von „die hauslehrer“ bilden demzufolge insbesondere diese menschlichen Faktoren, die allererst die Bereitschaft und Motivation wecken, Veränderungen aktiv anzugehen. Bei unseren Hauslehrern erleben die Kinder und Jugendlichen oft zum ersten Mal ein gewisses Verständnis – für ihre Motive ebenso wie für ihre Unsicherheiten und ihre Orientierungslosigkeit und Unentschiedenheit. Im Laufe der Zusammenarbeit werden dann individuell konkrete Lernstrategien erarbeitet, die dem jeweiligen Lerntyp des Schülers entsprechen und mit seinen individuellen Motiven verknüpft werden. Jeder „Erfolg“ wird ausdrücklich gewürdigt und positiv hervorgehoben, wobei anfangs auch ein intensiveres Bemühen als bisher als „Erfolg“ konnotiert wird. Mit der Zeit verändert sich so die Einstellung der Schüler zu den Lerninhalten ebenso wie zum Lernen selbst. Nur durch erlebte und gewürdigte Erfolge und einen Transfer der Inhalte in die Lebenswirklichkeit des Schülers kann Bildung „bedeutsam“ und zu einem erstrebenswerten Betätigungsfeld werden.

Mit dieser Arbeitsweise, in der alle Hauslehrer durch wöchentliche Supervisionen mit dem zuständigen Konrektor permanent fortgebildet werden, gewinnen sie in der Praxis die Anerkennung und den Respekt ihrer Schüler und werden in vielen Fällen auch zu geschätzten Gesprächspartnern für die Eltern, wenn es um das Verstehen der und eine positive Einflussnahme auf die Kinder geht.

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