Förderung und Therapie bei Hochbegabung
Veröffentlicht am 18.12.2015
Kann ein hochbegabtes Kind sein Potenzial nicht nutzen, kommen fast immer mehrere Schwierigkeiten zusammen, so dass ihm auf mehreren Ebenen geholfen werden. Welche Schwierigkeiten, in welcher Ausprägung und in welchem Zusammenspiel auftreten, variiert von Kind zu Kind. Förderansätze für hochbegabte Underachiever sollten deshalb sowohl individuell zugeschnitten, als auch mehrgleisig angelegt sein. Folglich kann es eine bestimmte Maßnahme, die imstande wäre, allen Underachievern zu helfen, nicht geben.
In den meisten Fällen benötigen die Betroffenen in folgenden Bereichen gezielte Unterstützung:
- Ein gezieltes Nacharbeiten versäumter Lerninhalte ist bei fast allen Fördermaßnahmen unumgänglich, da Underachiever den Lernstoff meist nur lückenhaft beherrschen.
- Eine normale Nachhilfe greift aber zu kurz, denn diesen Stofflücken liegen in der Regel gravierende Defizite im Lern- und Arbeitsverhalten zugrunde, die unbedingt mit angegangen werden müssen, um nicht nach kurzer Zeit wieder am selben Punkt zu landen.
- Die häufigen Misserfolgserlebnisse haben bei vielen Underachievern außerdem den Glauben in die eigenen Fähigkeiten derart erschüttert, dass sie die Hoffnung auf eine positive Veränderung aufgegeben haben und folglich keinen Sinn mehr darin sehen, sich noch weiter anzustrengen. Die Förderung muss deshalb auf dem Prinzip möglichst kleiner Schritte basieren, damit die Betroffenen überhaupt wieder erste Lernfortschritte erleben können. Werden diese kleinen Erfolge durch alle Bezugspersonen konsequent verstärkt, wird bei den meisten Underachievern das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten langsam wieder zurückkehren.
- Damit Lernanstrengungen bei schlechten Leistungen tatsächlich notenwirksam werden, braucht jeder Schüler eine gehörige Portion Frustrationstoleranz und Durchhaltevermögen. Beide Eigenschaften beruhen auf der festen Überzeugung, es letztendlich doch schaffen zu können. Ist das Grundvertrauen in die eigenen Person jedoch zu stark erschüttert, bedarf es zunächst gezielter, psychotherapeutischer Interventionen, um das notwendige Selbstwertgefühl wieder herzustellen. Die meisten dieser Interventionen bei Underachievern wirken nicht von heute auf morgen. Die Bezugspersonen müssen sich häufig auf einen mühsamen Weg mit allerlei frustrierenden Rückschlägen einstellen.
Unsere Nachhilfelehrerin Isabelle Dege (Großraum Rhein-Main-Gebiet) hat ihre Bachelorarbeit über Hochbegabung geschrieben und uns in einem Gespräch ein paar Tipps rund um die Unterstützung von hochbegabten Schülern gegeben.
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Zum KontaktformularSteinheider, Petra (2014): Was Schulen für ihre guten Schülerinnen und Schüler tun können. Hochbegabtenförderung als Schulentwicklungsaufgabe.