Sie haben interesse an unserem Angebot?


       

    Biite beachten sie unsere Datenschutzerklärung.

    deutschlandweite qualifizierte Nachhilfe
    professionelles Qualitätsmanagement
    pädagogisch geschulte Lehrer

    „Ich kann das sowieso nicht!“ – Wie Eltern negative Lernüberzeugungen bei Kindern verändern können

    „Ich kann das sowieso nicht!“ – Ein Satz, den viele Eltern kennen. Die Mathematikaufgabe scheint unlösbar, die nächste Klassenarbeit steht bevor oder die Vokabeln wollen einfach nicht im Gedächtnis bleiben. Irgendwann wird das Heft zugeklappt und das Kind gibt frustriert auf. Für Eltern ist das oft schwer auszuhalten. Sie möchten helfen, motivieren und Mut machen. Doch gut gemeinte Sätze wie „Du musst es einfach noch einmal versuchen“ oder „So schwer ist das doch gar nicht“ bewirken manchmal genau das Gegenteil.

    Aus unserer pädagogischen Praxis wissen wir, dass hinter solchen Aussagen häufig mehr steckt als mangelnde Motivation. Wiederholte Misserfolge, Überforderung oder die Angst, erneut zu scheitern, können dazu führen, dass Kinder das Vertrauen in ihre Fähigkeiten verlieren. Mit der Zeit entwickeln sich daraus negative Lernüberzeugungen, die nicht nur das Selbstvertrauen, sondern auch die schulischen Leistungen beeinflussen. Doch solche Denkmuster sind nicht unveränderlich. Mit verständnisvoller Begleitung, geeigneten Lernstrategien und positiven Lernerfahrungen können Kinder Schritt für Schritt wieder Zutrauen in ihre Fähigkeiten gewinnen.

    Was sind negative Lernüberzeugungen?

    Negative Lernüberzeugungen sind verfestigte Annahmen über die eigenen Fähigkeiten. Sie entstehen häufig durch wiederholte Misserfolge und beeinflussen, wie Kinder neue Herausforderungen wahrnehmen. Aus einer einzelnen schwierigen Aufgabe wird schnell die Überzeugung, ein ganzes Fach nicht zu beherrschen. Typische Aussagen sind beispielsweise:

    • „Ich bin einfach nicht schlau genug.“
    • „Mathe liegt mir nicht.“
    • „Alle anderen verstehen das schneller als ich.“
    • „Egal, wie viel ich lerne, ich schreibe sowieso eine schlechte Note.“
    • „Wenn ich Fehler mache, bedeutet das, dass ich es nicht kann.“

    Problematisch werden solche Gedanken, wenn Kinder einzelne Schwierigkeiten auf ihre gesamte Persönlichkeit übertragen. Aus „Diese Aufgabe verstehe ich nicht“ wird dann „Ich bin schlecht in Mathe“. In der Pädagogik spricht man in diesem Zusammenhang vom schulischen Selbstkonzept. Es beschreibt, wie Kinder ihre eigenen Fähigkeiten einschätzen. Diese Einschätzung muss keineswegs mit ihren tatsächlichen Leistungen übereinstimmen, beeinflusst jedoch, wie selbstbewusst sie an Aufgaben herangehen, mit Fehlern umgehen und auf Misserfolge reagieren.

    Wie entstehen negative Lernüberzeugungen bei Kindern?

    Negative Glaubenssätze entwickeln sich meist über einen längeren Zeitraum. Häufig wirken verschiedene Erfahrungen zusammen, die sich gegenseitig verstärken.

    Wiederholte Misserfolge: Schreibt ein Kind trotz intensiven Lernens mehrfach schlechte Noten, kann der Eindruck entstehen, dass sich Anstrengung grundsätzlich nicht lohnt. Besonders problematisch ist es, wenn die Ursachen für die Schwierigkeiten nicht erkannt werden und das Kind keine Möglichkeit sieht, seine Leistungen zu verbessern.

    Vergleiche mit anderen Kindern: Aussagen wie „Deine Schwester konnte das in deinem Alter schon“ können das Selbstvertrauen beeinträchtigen, auch wenn sie nicht verletzend gemeint sind. Kinder nehmen vor allem wahr, was andere besser können, und verlieren dabei ihre eigenen Stärken aus dem Blick.

    Gut gemeinte, aber ungünstige Zuschreibungen: Sätze wie „In unserer Familie war noch nie jemand gut in Mathe“ oder „Du bist eben eher der kreative Typ“ vermitteln unbeabsichtigt, dass Fähigkeiten angeboren und kaum veränderbar sind. Kinder übernehmen solche Einschätzungen möglicherweise in ihr eigenes Selbstbild.

    Überforderung und fehlende Grundlagen: Manchmal liegen die Ursachen in Wissenslücken, die über längere Zeit nicht geschlossen wurden. Wer beispielsweise die Grundlagen der Bruchrechnung nicht sicher beherrscht, wird bei komplexeren Aufgaben immer wieder Schwierigkeiten haben. Ohne gezielte Unterstützung kann daraus die Überzeugung entstehen, grundsätzlich mathematisch unbegabt zu sein.

    Leistungsdruck und Angst vor Fehlern: Wenn Kinder das Gefühl entwickeln, nur mit guten Noten Anerkennung zu erhalten, werden Fehler schnell zu einer persönlichen Niederlage. Statt Neues auszuprobieren, vermeiden sie Situationen, in denen sie scheitern könnten.

    In der pädagogischen Arbeit ist es deshalb wichtig, nicht nur die schulischen Leistungen zu betrachten, sondern auch die Erfahrungen, die ein Kind mit dem Lernen verbindet. Hinter vermeintlich fehlender Motivation können Unsicherheit, Überforderung oder längst verfestigte negative Erwartungen stehen.

    Wie negative Glaubenssätze den Lernerfolg beeinflussen

    Negative Lernüberzeugungen können einen Kreislauf auslösen, aus dem Kinder ohne Unterstützung nur schwer wieder herausfinden. Ein Kind glaubt, eine Aufgabe ohnehin nicht lösen zu können. Deshalb beginnt es nur widerwillig, arbeitet angespannt oder gibt schnell auf. Dadurch fehlen Übung und Erfolgserlebnisse. Das Ergebnis bestätigt schließlich die ursprüngliche Überzeugung: „Ich wusste doch, dass ich das nicht kann.“

    Mit der Zeit kann sich diese Haltung auf weitere Lernbereiche übertragen. Manche Kinder ziehen sich zurück, andere reagieren gereizt oder zeigen demonstratives Desinteresse. Hinter einem scheinbar gleichgültigen „Ist mir doch egal“ kann sich die Angst verbergen, erneut zu scheitern. Entscheidend ist deshalb, diesen Kreislauf zu unterbrechen und Kindern wieder die Erfahrung zu ermöglichen, dass sie durch ihr eigenes Handeln etwas verändern können.

    Fixed Mindset und Growth Mindset – Fähigkeiten können sich entwickeln

    Die Psychologin Carol Dweck unterscheidet zwischen zwei grundlegenden Denkweisen, die beeinflussen, wie Menschen mit Herausforderungen umgehen. Beim Fixed Mindset werden Fähigkeiten und Intelligenz als weitgehend feststehend betrachtet. Wer eine Aufgabe nicht lösen kann, sieht darin einen Beweis für mangelnde Begabung. Ein Growth Mindset geht dagegen davon aus, dass sich Fähigkeiten durch Lernen, Übung, geeignete Strategien und Unterstützung weiterentwickeln können.

    Der Unterschied zeigt sich besonders deutlich bei Schwierigkeiten. Während ein Kind mit einem Fixed Mindset denkt: „Ich kann das nicht. Dafür bin ich einfach nicht begabt“, lautet der Gedanke bei einem Growth Mindset eher: „Ich kann das noch nicht. Vielleicht brauche ich einen anderen Lösungsweg.“

    Das kleine Wort „noch“ kann einen wichtigen Perspektivwechsel ermöglichen. Es macht deutlich, dass eine aktuelle Schwierigkeit kein endgültiges Urteil über die eigenen Fähigkeiten ist. Allerdings reicht positives Denken allein nicht aus. Kinder brauchen nachvollziehbare Lernschritte, geeignete Methoden und die Erfahrung, dass Fortschritte tatsächlich möglich sind. Auch wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Wirkung von Growth-Mindset-Ansätzen von den jeweiligen Lernbedingungen abhängt.

    Wie können Eltern negative Lernüberzeugungen verändern? Fünf praktische Tipps

    Eltern können entscheidend dazu beitragen, dass ihre Kinder wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln. Dabei geht es nicht darum, Schwierigkeiten kleinzureden oder ständig zum Durchhalten aufzufordern. Viel wichtiger ist es, negative Denkmuster zu erkennen, gemeinsam nach Ursachen zu suchen und neue Erfolgserlebnisse zu ermöglichen.

    1. Negative Gedanken ernst nehmen

    Wenn ein Kind sagt „Ich kann das sowieso nicht“, hilft ein sofortiges „Natürlich kannst du das!“ häufig wenig. Das Kind erlebt gerade etwas anderes und fühlt sich möglicherweise nicht verstanden. Hilfreicher ist eine Reaktion wie: „Ich sehe, dass dich diese Aufgabe frustriert. Lass uns gemeinsam herausfinden, an welcher Stelle es schwierig wird.“ So wird die Enttäuschung ernst genommen, ohne die negative Überzeugung zu bestätigen.

    1. Schwierigkeiten konkret benennen

    Pauschale Aussagen wie „Ich bin schlecht in Englisch“ sollten gemeinsam hinterfragt werden. Betrifft die Unsicherheit tatsächlich das gesamte Fach oder beispielsweise nur die Zeitformen? Aus „Ich kann kein Englisch“ kann so werden: „Ich verwechsle häufig die englischen Zeitformen. Daran kann ich gezielt arbeiten.“ Ein klar benanntes Problem lässt sich wesentlich leichter lösen als eine vermeintlich unveränderliche Schwäche.

    1. Fehler als Teil des Lernens verstehen

    Viele Kinder empfinden Fehler als Beweis für mangelnde Fähigkeiten. Dabei zeigen sie vor allem, welche Inhalte noch nicht sicher beherrscht werden. Entscheidend ist deshalb, wie Erwachsene darauf reagieren. Statt „Wie konntest du das schon wieder falsch machen?“ hilft die Frage: „Bis hierhin hast du alles richtig gemacht. Wo könnte sich der Fehler eingeschlichen haben?“ Dadurch richtet sich die Aufmerksamkeit auf den Lösungsweg und nicht auf die vermeintlichen Schwächen des Kindes.

    1. Kleine, erreichbare Lernziele setzen

    „Du musst endlich besser in Mathe werden“ ist für ein verunsichertes Kind eine kaum greifbare Forderung. Konkrete Ziele wie „Heute üben wir, Brüche mit gleichem Nenner zu addieren“ sind dagegen überschaubar und erreichbar. Wichtig ist, dass Aufgaben weder überfordern noch dauerhaft zu leicht sind. Kleine, selbstständig bewältigte Lernschritte schaffen Erfolgserlebnisse und machen Mut, sich auch schwierigeren Aufgaben zu stellen.

    1. Fortschritte sichtbar machen

    Kinder mit negativen Lernüberzeugungen konzentrieren sich häufig auf das, was ihnen noch nicht gelingt. Deshalb lohnt sich ein regelmäßiger Rückblick: Welche Aufgabe war vor zwei Wochen noch schwierig? Was funktioniert inzwischen besser? Welche Lernstrategie hat geholfen? Ein Lernprotokoll oder der Vergleich mit früheren Aufgaben kann Fortschritte sichtbar machen. So erkennt das Kind, dass seine Fähigkeiten nicht feststehen, sondern sich durch gezieltes Lernen weiterentwickeln können.

    Entscheidend ist, dass Kinder nicht nur anders über ihre Fähigkeiten denken, sondern auch neue Erfahrungen machen. Negative Lernüberzeugungen, die sich über längere Zeit entwickelt haben, verschwinden nicht durch ein einziges motivierendes Gespräch. Wenn Kinder jedoch wiederholt erleben, dass sie Schwierigkeiten mit geeigneten Strategien und Unterstützung bewältigen können, wächst allmählich das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

    Warum Selbstwirksamkeit für die Lernmotivation so wichtig ist

    Ein zentraler Begriff im Zusammenhang mit negativen Lernüberzeugungen ist die Selbstwirksamkeit. Damit ist das Vertrauen gemeint, Herausforderungen durch das eigene Handeln bewältigen zu können. Ein Kind mit einer ausgeprägten Selbstwirksamkeit geht nicht davon aus, dass jede Aufgabe leicht sein wird. Es vertraut jedoch darauf, Schwierigkeiten mit geeigneten Strategien, Übung oder Unterstützung bewältigen zu können.

    Dieses Vertrauen entsteht vor allem durch eigene Erfahrungen. Wenn ein Schüler nach mehreren erfolglosen Versuchen eine Textaufgabe versteht, weil er gelernt hat, wichtige Informationen zu markieren und den Lösungsweg zu strukturieren, erlebt er einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen seiner Lernstrategie und dem Ergebnis. Solche Erfahrungen sind häufig wirkungsvoller als allgemeines Lob.

    Statt nur zu sagen „Das hast du toll gemacht“, können Eltern den Fortschritt konkret benennen: „Du hast die Aufgabe heute selbstständig gelöst, weil du die einzelnen Schritte nacheinander bearbeitet hast.“ Dadurch erkennt das Kind, warum etwas gelungen ist und wie es diese Erfahrung auf neue Aufgaben übertragen kann.

    Was Eltern beim Lernen besser vermeiden sollten

    Auch gut gemeinte Unterstützung kann zusätzlichen Druck erzeugen, insbesondere wenn Eltern selbst zunehmend besorgt sind, weil die schulischen Leistungen ihres Kindes nachlassen. Hilfreich ist es deshalb, einige Verhaltensweisen bewusst zu vermeiden:

    • Ständige Vergleiche: Jedes Kind hat eigene Stärken, Schwächen und ein individuelles Lerntempo.
    • Pauschale Bewertungen: Aussagen wie „Du bist faul“ oder „Du bist eben kein Mathetyp“ können negative Selbstbilder verstärken.
    • Übertriebener Leistungsdruck: Wer ständig Angst vor schlechten Noten hat, kann seine Fähigkeiten oft nicht unbeschwert entwickeln.
    • Unrealistische Erwartungen: Lernfortschritte verlaufen selten gleichmäßig. Rückschläge gehören dazu.
    • Vorschnelle Lösungen: Wenn Erwachsene jede schwierige Aufgabe sofort erklären oder selbst lösen, fehlen dem Kind wichtige eigene Lernerfahrungen.

    Gerade bei den Hausaufgaben entstehen häufig Konflikte, weil Eltern helfen möchten, während das Kind jede weitere Erklärung als zusätzliche Belastung empfindet. Manchmal ist es deshalb sinnvoll, die Lernbegleitung zeitweise einer außenstehenden Person zu überlassen. Das kann die familiäre Situation entlasten und dem Kind einen neuen Zugang zum Lernen ermöglichen.

    Wie individuelle Nachhilfe das Selbstvertrauen stärken kann

    In unserer pädagogischen Arbeit erleben wir immer wieder, dass Kinder nicht nur fachliche Unterstützung benötigen. Häufig müssen sie zunächst das Vertrauen zurückgewinnen, überhaupt erfolgreich lernen zu können. Gerade Schülerinnen und Schüler, die über längere Zeit Misserfolge erlebt haben, beginnen eine Lernbegleitung oft mit der festen Überzeugung, bestimmte Aufgaben ohnehin nicht bewältigen zu können.

    Deshalb ist es wichtig, zunächst herauszufinden, wo die eigentlichen Schwierigkeiten liegen. Fehlen grundlegende Kenntnisse? Sind bestimmte Lernstrategien ungeeignet? Oder hat das Kind aufgrund früherer Erfahrungen bereits Angst, Fehler zu machen? Eine individuelle Lernbegleitung bietet die Möglichkeit, genau an diesen Punkten anzusetzen. Im Einzelunterricht können Lerninhalte in überschaubare Schritte aufgeteilt, Fragen ohne Zeitdruck gestellt und Fortschritte unmittelbar sichtbar gemacht werden.

    Unsere pädagogische Erfahrung zeigt: Nicht immer sind es die großen schulischen Erfolge, die eine Veränderung bewirken. Häufig beginnt sie mit einer einzigen Aufgabe, die ein Kind nach vielen erfolglosen Versuchen plötzlich selbstständig lösen kann. Solche Momente können dazu beitragen, festgefahrene negative Lernüberzeugungen allmählich zu verändern.

    Fazit: Aus „Ich kann das nicht“ kann „Ich kann es noch nicht“ werden

    Negative Lernüberzeugungen entstehen häufig durch wiederholte Misserfolge, Leistungsdruck oder das Gefühl, den schulischen Anforderungen nicht gewachsen zu sein. Wenn Kinder über längere Zeit davon überzeugt sind, etwas grundsätzlich nicht zu können, beeinflusst das nicht nur ihre Leistungen, sondern auch ihre Motivation und ihr Selbstvertrauen.

    Eltern können helfen, indem sie Schwierigkeiten ernst nehmen, auf pauschale Bewertungen verzichten und gemeinsam mit ihrem Kind nach konkreten Lösungswegen suchen. Entscheidend sind dabei nicht möglichst viele aufmunternde Worte, sondern echte Lernerfahrungen, die zeigen, dass Entwicklung möglich ist.

    Aus dem resignierten „Ich kann das sowieso nicht“ kann so Schritt für Schritt ein zuversichtliches „Ich kann es noch nicht – aber ich weiß, wie ich anfangen kann“ werden.

    Nutzen Sie unser kostenloses Beratungsgespräch!

    Zum Kontaktformular