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Verstärkerpläne und Belohnungssysteme für Kinder und Jugendliche

Veröffentlicht am 06.08.2018

Einige Schüler und Schülerinnen, die Nachhilfe in Anspruch nehmen, haben Motivationsprobleme, Lernschwierigkeiten, Leistungsprobleme oder Verhaltensprobleme.

Eine gängige Reaktion von Lehrern, Eltern und Schule ist, unerwünschtes Verhalten zu kritisieren oder sogar zu bestrafen. Werden Kinder und Jugendliche aber über einen längeren Zeitraum für negatives oder nicht erwünschtes Verhalten getadelt und zurechtgewiesen, besteht die Gefahr, dass sich ein negatives Selbstbild entwickelt.

Vielen Kindern und Jugendlichen fehlt ein Gefühl von Selbstwirksamkeit und der Glaube daran, selbst etwas am eigenen Verhalten positiv verändern zu können.

Nicht immer reicht also die intrinsische Motivation der Schüler aus und es macht Sinn, ein extrinsisches Motivationssystem in Absprache mit Eltern und Schülern aufzubauen.

Entscheidet man sich in der Arbeit mit Kindern für den Einsatz von sogenannten Verstärkerplänen, sollen zum einen unerwünschte Verhaltensweisen reduziert werden und zum anderen soll der Fokus auf positives Verhalten gelegt werden.

Empfehlenswert ist es, im Vorfeld eine Zielvereinbarung mit dem Schüler zu machen. Die gemeinsam festgelegten Ziele sollten so gewählt sein, dass sie auch erreichbar sind.

Indem gemeinsam Ziele formuliert werden, erlebt sich der Schüler als wirkungsvoll und von den Erwachsenen angenommen. Außerdem übernimmt er bewusst Verantwortung für zukünftiges Verhalten.  Dies wiederum bringt eine Motivationssteigerung und eine Erhöhung der Lernbereitschaft mit sich.

Vorteil von Verstärkerplänen

Werden Verstärkerpläne eingesetzt, um eine Verhaltensänderung beim Schüler zu erzielen, so werden neben den Zielen auch direkt die Konsequenzen besprochen, die in Kraft treten, wenn erwünschtes Verhalten nicht an den Tag gelegt wird. Da das Kind bzw. der Jugendliche in die Planung und Durchführung vollständig einbezogen wird, gibt es verlässliche und beständige Reaktionen auf Negativverhalten, die für den Schüler nicht überraschend kommen, sondern vorhersehbar sind.

In der Nachhilfesituation bespricht die Lehrkraft jede Unterrichtseinheit mit dem Schüler, inwiefern der Schüler sich dem Erreichen der Ziele genähert hat. Die Eltern können den Nachhilfelehrern unterstützend zur Seite stehen, was die Kommunikation innerhalb der Familie verbessern kann. Insbesondere positives Verhalten und auch das Bemühen darum sollte regelmäßig die notwendige Anerkennung erhalten.

Geeignete Verstärker

Grundsätzlich unterscheidet man drei Arten von Verstärkern: Soziale Verstärker, materielle Verstärker und Aktivitäts-Verstärker. In die Überlegung, welche Verstärker für den einzelnen Schüler vernünftig sind, sollten die Eltern miteinbezogen werden. Bei der Auswahl der passenden Verstärker sollte darauf geachtet werden, dass die Verstärker angemessen sind. Während bei dem einen Schüler schon ein Lächeln, ein Kopfnicken oder ein verbales Lob reicht, um Anstrengungsbereitschaft und Motivation zu erhöhen, muss bei anderen Kindern und Jugendlichen der Anreiz größer sein. So gibt es die Möglichkeit auf größere Verstärker, wie zum Beispiel ein Zug für die Modelleisenbahn oder Lego zu sparen. Hier erhält der Schüler für jedes erwünschte Verhalten einen Token. Token können Aufkleber, Smileys oder Stempel sein. Hat das Kind eine bestimmte, vorher vereinbarte Anzahl gesammelt, können diese gegen einen größeren Verstärker eingetauscht werden.  Hoch im Kurs bei Kindern und Jugendlichen stehen gemeinsame Aktivitäten mit den Eltern wie beispielsweise ein Schwimmbadbesuch, ein Kinobesuch oder ein Spieleabend.  Weitere mögliche Verstärker kann eine spätere Schlafenszeit, mehr Computerspielzeit oder Handynutzung sein. Da Eltern es in der Regel nicht so gerne sehen, wenn ihre Kinder zu viel vor dem Computer oder Smartphone sitzen, können sich Kinder so durch erwünschtes Verhalten Computerspielzeit oder Handynutzung verdienen, so dass Eltern die Möglichkeit haben,s das unerwünschte Freizeitverhalten ihrer Sprösslinge in geregelte Bahnen zu leiten.

Damit das Belohnungssystem auch funktioniert, erfordert es vom Nachhilfelehrer und auch den Eltern Zuverlässigkeit, Regelmäßigkeit und Konsequenz.

Welche unterschiedlichen Verstärkerpläne gibt es?

  1. Immerverstärkung: Bei der Immerverstärkung wird jedes erwünschte Verhalten direkt belohnt. So erhält der Schüler direkte Rückmeldung auf neues erwünschtes Verhalten.
  2. Quotenpläne: Hier erhält der Schüler die Belohnung erst, wenn er mehrfach das erwünschte Verhalten gezeigt hat .
  3. Intervallpläne: Bei einem Intervallplan erfolgt der Verstärker erst nach einer bestimmten Zeitspanne (z.B. nachdem der Schüler eine komplette Schulstunde ohne Stören mitgearbeitet hat oder die Nachhilfestunde ohne Ablenken oder Diskutieren durchgehalten hat).

Was ist bei der Anwendung von Belohnungssystemen zu beachten und wo liegen Gefahren?

Wichtig ist, dass Belohnungssysteme keine Dauereinrichtung sein dürfen und nicht zur Gewohnheit werden. Verstärkerpläne sollten vorübergehend sein und nur dazu dienen, unerwünschtes Verhalten aufzuzeigen und erwünschtes Verhalten erlebbar zu machen. Der Schüler soll erkennen, welche Vorteile das erwünschte Verhalten mit sich bringt. Dazu muss er das erwünschte Verhalten aber zunächst einmal überhaupt ausüben.

Hat der Schüler beispielsweise mit Unterstützung des Verstärkerplans regelmäßig seine Englischvokabeln gelernt, wird er aller Wahrscheinlichkeit nach im Vokabeltest besser abschneiden, konnte spüren, wie es ist, gut vorbereitet und ohne Angst in die Prüfung zu gehen, ein Lob vom Englischlehrer zu erhalten und keinen Ärger mehr mit den Eltern wegen schlechter Zensuren zu haben. Diese positiven Erfahrungen sollten im Idealfall dann eine langfristige Verhaltensänderung beim Schüler mit sich bringen, so dass das Fortführen des Belohnungssystems für das regelmäßige Vokabellernen überflüssig ist.

Wird immer weiter am Belohnungssystem festgehalten, besteht die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche auch selbstverständliche Dinge, wie Hausaufgaben erledigen, Vokabeln lernen oder Zähneputzen nur noch bereit sind zu erbringen, wenn sie dafür eine Belohnung erhalten.  Ziel sollte sein, dass Kinder und Jugendliche die Motivation in sich selbst finden. Eltern können ihren Kindern dabei behilflich sein, indem sie ihnen den Nutzen des positiven Verhaltens aufzeigen und nachvollziehbar darstellen.

Warum soll ich denn überhaupt meine Arbeitsblätter regelmäßig abheften oder mein Kinderzimmer immer aufräumen?

Zudem besteht die Gefahr des Korrumpierungseffekts. Der Korrumpierungseffekt besagt, dass die Kinder davon ausgehen, dass erwünschtes Verhalten, das belohnt werden muss, nicht so wertvoll ist. Erhält das Kind jedes Mal eine Belohnung dafür, wenn es Klavier geübt hat, kann Klavierspielen ja nichts Positives oder Erstrebenswertes sein, wenn man dafür belohnt werden muss. Die intrinsische Motivation fürs Klavierspiel kann so komplett verloren gehen.

 

Von Regina Henkelmann, unserer Konrektorin für Nachhilfe in Frankfurt.

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