Wie Eltern Nachhilfe optimal unterstützen
Veröffentlicht am 16.04.2015
- Kontaktieren eines geeigneten, qualifizierten Nachhilfeinstituts
- Möglichst präzise Beschreibung der Problemlage des Kindes
- Optimale Zusammenarbeit mit dem Nachhilfelehrer ermöglichen
Aber was bedeutet das im Einzelnen?
Kontaktieren eines geeigneten, qualifizierten Nachhilfeinstituts
Ihr Kind verliert den Anschluss in der Schule? Sie fürchten, dass es fachlich zu weit zurückliegt, als dass es sich selbstständig wieder „herankämpfen“ kann?
Nach langem Überlegen kommen Sie zu dem Entschluss, ein Nachhilfeinstitut zu kontaktieren.
Allerdings sind Sie nicht sicher, wodurch sich ein gutes Nachhilfeinstitut auszeichnet. Viele Nachhilfeinstitute bieten fachspezifischen Nachhilfeunterricht mit einer Gruppengröße von 5-8 Schülern an, die verschiedene Schulen besuchen und – teilweise – verschiedenen Jahrgängen angehören. Diese Nachhilfegruppen werden von einer Lehrkraft geleitet.
Eigentlich hatten Sie sich für eine Unterstützung durch einen Nachhilfelehrer entschieden, weil sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind einen Lehrer braucht, der ihm den Unterrichtsstoff noch einmal in aller Ruhe erklärt, ohne die Störungen aus der Schulklasse.
Wie kann sich eine einzige Lehrkraft während einer Gruppennachhilfe auf 5-8 Schüler gleichzeitig konzentrieren und dabei möglicherweise auch noch ständig zwischen Schülern verschiedener Jahrgänge und verschiedener Schulen hin und her wechseln, die unterschiedliche Anforderungen an Schüler – auch bei gleichen Jahrgängen – haben?
Wie viel nimmt der Nachhilfeschüler aus einer Nachhilfestunde mit, in welcher er sich die Aufmerksamkeit der Nachhilfekraft mit 4-7 anderen und auch noch sehr unterschiedlichen Schülern teilen muss?
Kann in dieser kurzen Zeit, 45-90 Minuten, mit all den anderen Schülern im Raum überhaupt eine Vertrauensbeziehung zwischen Lehrkraft und Schüler entstehen, so dass der Nachhilfeschüler tatsächlich all seine Schwierigkeiten offen legt und nicht aus Peinlichkeit einfach seine Probleme verschweigt?
Effektiver Nachhilfeunterricht ist Einzelunterricht!
Ein Schüler in schulischer Notlage benötigt eine Bezugsperson, welche in den Nachhilfestunden immer für ihn da ist. Er benötigt Konsistenz und Konstanz. Das heißt, dass Störungen, wie z.B. durch wechselnde Nachhilfeschüler, den Einstieg in jede einzelne Unterrichtsstunde erschweren. Denn für den Schüler ist damit der Vertrauensraum wieder ein Stück weit fremd geworden und er benötigt Zeit, um sich auf die Veränderung einzustellen.
Nachhilfe soll nachhaltig sein. Das Ziel ist es, den Nachhilfeschüler darauf vorzubereiten, dass er in Zukunft erfolgreich selbstständig lernen kann. Dieser Prozess der Selbstständigkeit wird gefördert, wenn der Nachhilfeschüler später an dem gleichen Platz weiter lernen kann, an dem er mit dem Nachhilfelehrer zusammen gelernt hat.
Denn Arbeitsprozesse sind eng an Orte gekoppelt. Jeder kennt ähnliche Gefühle: Zum Beispiel im Arbeitszimmer der Eltern besser lernen zu können als im eigenen Kinderzimmer oder das Wohnzimmer als Lernort zu meiden, weil es keine Arbeitsatmosphäre hat. Es lässt sich sagen, dass man am konzentriertesten in einem vertrauten Raum lernt, in dem man sich wohlfühlt und in welchen man sich stets begeben kann, wenn man lernen möchte – auch nachdem der Nachhilfeunterricht beendet wurde.
Daraus resultiert, dass der geeignetste Ort für den Nachhilfeunterricht nicht ein fremder Raum in einem räumlich entfernten Nachhilfeinstitut ist, sondern das eigene Zuhause.
Im Überblick:
Bei der Auswahl des Nachhilfeinstituts sollten Sie darauf achten, dass
- Einzelunterricht gewährleistet wird
- der Nachhilfeunterricht zuhause stattfindet
Möglichst präzise Beschreibung der Problemlage des Kindes
Wenn Sie sich für ein Nachhilfeinstitut entschieden haben, ist es wichtig, diesem auch möglichst präzise Auskunft über Ihr Kind und seine Schwierigkeiten zu geben. Ist es zusätzlich z.B. durch LRS oder ADHS eingeschränkt, so sollte dies in jedem Fall genannt werden. Ein gutes Nachhilfeinstitut nimmt bei der Auswahl des Nachhilfelehrers darauf Rücksicht und sucht einen dafür speziell geeigneten aus.
Optimale Zusammenarbeit mit dem Nachhilfelehrer ermöglichen
Der dafür vereinbarte Tag ist gekommen und es findet das Vorstellungsgespräch mit dem Nachhilfelehrer statt. Sie sollten auf einem solchen Treffen bestehen, damit Sie sich ein Bild von dem Nachhilfelehrer machen können, der in der nächsten Zeit bei Ihnen zuhause mit Ihrem Kind zusammenarbeitet. Bei diesem Treffen sollte Sie in der Lage sein, die aktuelle Situation des Kindes im Detail beschreiben zu können und die Beweggründe für eine Nachhilfe offen zu legen. Außerdem ist es für jeden Nachhilfelehrer hilfreich, wenn es möglich ist, schon bei diesem ersten Treffen alte Klassenarbeiten, Bücher und Hefte des Schülers einzusehen, damit er die Problemlage besser einschätzen kann.
Die erste Nachhilfestunde beginnt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sofort über Fachliches geredet werden kann, sondern es muss in vielen Fällen erst einmal der Arbeitsplatz begutachtet werden. Wie schon oben angesprochen, ist der Ort des Lernens sehr wichtig. So sollten die Eltern der Schüler mit die Verantwortung übernehmen, dass stets Ordnung auf dem Schreibtisch herrscht und ausreichend Arbeitsmaterialien bereit stehen. An dieser Stelle sollten die Eltern den Nachhilfelehrer auch fragen, ob eventuell noch etwas fehlt: z.B. Karteikarten für die Sprachen, Geodreieck oder Zirkel für Mathe, Buntstifte, um Regeln farblich hervorzuheben.
Nun findet der eigentliche Nachhilfeunterricht statt. In der Zeit, während der ein Nachhilfelehrer Ihr Kind betreut, dürfen Sie sich gerne einmal ausruhen oder aber die Ruhe nutzen, um ungestört arbeiten zu können. Der Nachhilfelehrer versucht in jedem Fall, von den Eltern unabhängig zu arbeiten und bei zusätzlichen Hausaufgaben, Materialbesorgungen etc. erst einmal den Nachhilfeschüler in die Pflicht zu nehmen. Allerdings ist der Lehrer meist nur einmal in der Woche vor Ort. Den Rest der Woche ist der Schüler auf sich allein gestellt.
Es ist nicht sinnvoll zu denken, dass 90 Minuten Nachhilfeunterricht alleine automatisch eine Verbesserung der schulischen Leistungen bewirken!
Vor allem den Eltern der Nachhilfeschüler muss bewusst sein, dass der Nachhilfeunterricht dafür da ist, Lernschwierigkeiten, fachliche Missverständnisse und gezielt Schwierigkeiten anzugehen. Ein Fortschritt lässt sich jedoch erst dann verzeichnen, wenn das in der Nachhilfestunde gelernte auch in der darauf folgenden Woche geübt wird. Ist dies nicht der Fall, so wird jede Nachhilfestunde zur Wiederholung der letzten. Von daher: Ein Fortschritt ist oftmals zu Beginn der Betreuung nur langsam zu verzeichnen.
Was können Eltern tun, damit der Nachhilfeunterricht noch effektiver wird?
Im Sprachenunterricht beispielsweise sind Vokabeln entscheidend, um dem Unterricht folgen zu können. Wer die Vokabeln nicht beherrscht, der versteht erstens nicht den Klausurtext, zweitens nicht die Aufgabenstellung und folglich wird die Bearbeitung der Aufgabe schlicht unmöglich.
Wenn doch Vokabeln lernen so einen großen Teil des Sprachenlernens ausmacht, warum sollte man diese dann nicht in der Nachhilfestunde lernen?
Der Nachhilfeunterricht ist dafür da, Probleme zu lösen, die der Schüler nicht alleine lösen kann. Vokabeln lernen kann er auch alleine
Und hier kommen die Eltern ins Spiel. Der Nachhilfelehrer wird seinem Schüler meist kleinere oder manchmal auch größere Aufgaben aufgeben, die er zu Vorbereitung für die nächste Stunde bearbeiten soll. Unter anderem auch, wenn nötig, Vokabeln lernen. Viele Kinder brauchen noch eine äußere Motivation, um diese eher als lästig empfundenen Aufgaben zu erledigen. Eltern sollten ihre Kinder motivieren, diese Zusatzaufgaben zu erfüllen, etwa mit kleinen Zugeständnissen ihrerseits: „Wenn du die Vokabeln bis heute Abend gelernt hast, darfst du nach dem Abendbrot noch einmal am Computer spielen.“
Jedoch ist diese Art der Motivierung von Seiten der Eltern nicht möglich, wenn diese gar nicht wissen, dass der Schüler vom Nachhilfelehrer die Aufgabe bekam, etwas vorzubereiten. In vielen Fällen sind die Eltern berufstätig und nach der Nachhilfestunde des Kindes gar nicht im Haus.
Dies sollte jedoch kein Hindernis dafür sein, in regem Kontakt mit dem Nachhilfelehrer zu stehen. Wenn kein persönliches Treffen möglich ist, sollte z.B. ein Email-Austausch angestrebt werden.
Im Überblick:
Vor dem Nachhilfeunterricht sollten sich die Eltern bemühen,
- dem Nachhilfelehrer zunächst einen Überblick über die aktuellen schulischen Leistungen des Kindes zu geben,
- die besprochenen Arbeitsmaterialien zu besorgen, damit ein reibungsloser Unterricht möglich ist und
- Motivation für Lernleistungen des Schülers außerhalb der Nachhilfestunden zu schaffen
Eltern sollten im ständigen Austausch mit dem Nachhilfelehrer stehen, damit sie die Punkte 2 und 3 effektiv angehen können.
Finden Sie uns auch in Fulda und der gesamten Region Osthessen!