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Hauslehrer

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia schreibt über den Begriff: „Als Hauslehrer werden Personen bezeichnet, die vornehmlich Kinder und Jugendliche zuhause im Privatbereich, anstatt in Schulen, Unterricht erteilen oder erziehen. Dies können die eigenen Eltern sein, aber auch Privatlehrer, die für den Hausunterricht engagiert werden. (…) Da in Deutschland die Schulpflicht besteht, darf nur in begründeten Ausnahmefällen der Unterricht außerhalb der Schule erfolgen. Hauslehrer werden heutzutage überwiegend für den Nachhilfeunterricht benötigt.“1 Zur Beschreibung der Tätigkeit eines Hauslehrers / einer Hauslehrerin hat sich mittlerweile als Anglizismus auch der Begriff „homeschooling“ eingebürgert. Hauslehrer und Hauslehrerinnen unterrichten, da es um die Betreuung von Individuen geht, meist im Einzelunterricht. Manchmal oder in begründeten Ausnahmefällen – etwa bei Zwillingen – macht aber auch Doppelunterricht Sinn.

Kein Lehrer, sondern Hauslehrer!

Ein traditioneller Hauslehrer muss, anders als ein Lehrer in der Schule, neben mehreren Fremdsprachen (Englisch, Latein, Französisch / Spanisch, selten auch Russisch oder Portugiesisch) auch in Mathematik, den naturwissenschaftlichen Fächern Chemie und Biologie („NaWi“) und idealerweise auch im musischen Bereich (Literatur, Musik, bildende Kunst) Bescheid wissen, um fächerübergreifende Lerneffekte (Wissenstransfer) zu erzielen und sie mit den Interessen junger Menschen verknüpfen zu können.

Durch seine Tätigkeit vor Ort (das heißt im familiären Umfeld bzw. im Privatbereich des Schülers) operiert ein Hauslehrer nicht primär im schulischen Milieu, sondern dort, wo den Schülern der nicht verstandenen Schulstoff vor die Füße fällt, persönliche Konflikte und Probleme, nicht selten den Lernprozess direkt beeinflussen, die in der Familie zum Vorschein kommen. Naturgemäß trägt seine Tätigkeit also eher pädagogische (betreuende) als didaktische (lehrende) Merkmale.

Tipps und Tricks um ein guter Hauslehrer zu sein

  • Was für jeden heutigen Schüler gilt, gilt umso mehr auch für jeden Lehrer: Lebenslanges Lernen und ein stetig hohes Maß der Selbstkontrolle und der Selbstevaluation sind wichtig.
  • Gewöhnen Sie sich lieber früher als später daran, dass Ihre Leistungen anderen zugeschrieben oder von anderen bewertet werden. Nehmen Sie das gelassen hin.
  • Vergessen Sie nie, dass der Sinn Ihrer Tätigkeit darin besteht, sich überflüssig zu machen. Sie arbeiten an guten Entwicklungen und Prozessen, deren nachhaltigen Erfolg Sie höchstens indirekt erfahren können.
  • Bleiben Sie wachsam! Verlieren Sie im Dschungel der Erwartungen, des Erfolgsdrucks, der zu lösenden Probleme, der gerade herrschenden Erziehungs- und Bildungsmoden nicht den Überblick, das Selbstvertrauen und den Bezug zu Ihren wirklichen Klienten: den Schülern!
  • Organisieren Sie sich, suchen Sie Team- und Umfeldstrukturen, in denen Sie auch mal über eigene Probleme und Wünsche sprechen und sich austauschen können. Die eigene Zufriedenheit ist ein wesentlicher Faktor für eine qualitativ hochwertige Ausübung des Hauslehrerjobs!

Herausforderungen eines Hauslehrers

Zu trauriger Berühmtheit gelangte zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein gewisser Andreas Dippold, dessen authentischen Fall der Wissenschaftshistoriker Michael Hagner 2012 in seinem ebenso gründlich recherchierten wie lesenswerten Buch „Der Hauslehrer“ niederlegte.2 Dippold, ein 23-jähriger Jurastudent, wurde 1902 vom Berliner Bankiersehepaar Koch für deren beiden Söhne als Hauslehrer engagiert; das Ganze endete damit, dass der überforderte Dippold einen der Jungen in Abwesenheit der Eltern totprügelte und wegen Totschlags zu einer mehrjährigen Zuchthausstrafe verurteilt wurde.

Die besondere Qualität des Buches besteht darin, dass Hagner es versteht, über das persönliche Versagen des Hauslehrers auch die Unzulänglichkeiten der damals gerade entstehenden Reformpädagogik und eines um die Jahrhundertwende vorherrschenden, von mechanistischen Idealen geprägten Erziehungsbildes herauszuarbeiten, die an der Eskalation der Situation und deren dramatischem Ausgang erheblich mitgewirkt haben.

Die heutigen Erwartungen und Anforderungen an das Berufsbild entstehen aufgrund von Umständen, die durchaus vergleichbar sind mit denen, die zur Zeit der blühenden Industrialisierung und des sich daran orientierenden pädagogischen Verständnisses herrschten. Damals wie heute haben Eltern weniger Zeit für ihre Kinder, die sich ihrerseits in rasanten und immer anspruchsvolleren Entwicklungen der Technik, des Wissens, der Kultur und der Gesellschaft zurechtfinden, verorten und anpassen müssen. Was von einem Hauslehrer erwartet wird, geht deshalb über schulische Unterstützung weit hinaus; es umfasst ebenso therapeutische, beratende, persönlichkeitsbildende und alltagsorganisatorische Aspekte.

Hauslehrer damals und heute

Damals waren Hauslehrer Leute, die bei ihren Auftraggebern wohnten und das alltägliche Leben ihrer Schutzbefohlenen vollständig teilten. Im Falle der Familie Koch war Privatunterricht nötig geworden, weil beide Söhne wegen schlechter Schulleistungen dem reformpädagogischen „Landerziehungsheim“ Haubinda verbannt worden waren; aus einer Schar von über 40 Bewerbern setzte sich schließlich Dippold durch, weil er Referenzen vorweisen konnte und bereit war, sein Jurastudium für die anstehende Hauslehrer-Aufgabe bei den Kochs zu unterbrechen.

Natürlich sind die Eltern schulpflichtiger Kinder heute nicht mehr darauf angewiesen, deren Schulbildung privat organisieren und bezahlen zu müssen. Ein Hauch vom alten „Privatlehrer-Image“ hat sich allerdings bis ins neue Jahrhundert hinübergerettet. Damals wie heute müssen Lehrkräfte, die ihre Schüler zuhause aufsuchen, um dort den Lernalltag zu organisieren, ihre gesamte pädagogische Kunst aufwenden, um den „Spagat“ zu schaffen zwischen Ansprüchen der Schule und der elterlichen „Kundschaft“ einerseits und den persönlichen Voraussetzungen und Möglichkeiten des Schülers andererseits.

„die hauslehrer“ und seine Hauslehrer und Hauslehrerinnen

Das Institut „die hauslehrer“ stellt hohe Ansprüche an seine Lehrkräfte: Sie dürfen bestimmten Sekten (bspw. der so genannten „Scientology“-Kirche) niemals angehört haben, angehören oder Tendenzen dazu haben, neben einer gut absolvierten eigenen Schulausbildung auch pädagogische und persönliche Eignungen mitbringen, sie sollten erfahren, lernfähig und -motiviert sein und über ein gehöriges Maß an Kritikfähigkeit verfügen. Darüber hinaus sichern regelmäßige pädagogische und psychologische Beschulungen, Teamgespräche und andere qualitätssichernde Maßnahmen, dass die Art und Weise der Unterrichtsbetreuung, der Kundenkontakt und die Dienstleistungsbereitschaft gleichbleibend hoch gehalten werden.

Verweise

1: Siehe den Wikipedia-Eintrag „Hauslehrer“ unter https://de.wikipedia.org/wiki/Hauslehrer (zuletzt aufgerufen am 07.01.2016).

2: Vgl. Hagner, Michael: „Der Hauslehrer. Die Geschichte eines Kriminalfalls“; 1. Aufl. 2012; Berlin: Suhrkamp Verlag.