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    Besser in Mathe werden: Einfache Tipps und die richtigen Matheübungen

    Veröffentlicht am 16.02.2022

    Ungefähr zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler haben Probleme in Mathematik.
    Das betrifft nicht nur das Kennen und Beachten von mathematischen Gesetzen oder das Analysieren von Aufgabenstellungen, sondern auch einfaches schriftliches Rechnen von Aufgaben oder einfache Kopfrechnen-Aufgaben. Freiwillige Matheübungen, wie unter anderem das kleine und große Einmaleins üben, werden nur widerwillig gemacht. In höheren Klassenstufen treten zudem immer häufiger Wissenslücken selbst bei einfachen mathematischen Grundlagen auf, was ein Durchdringen neuer Themengebiete und das Lösen neuer Mathematik-Aufgaben noch zusätzlich erschwert.

    Was ist also nun das Entscheidende, um besser in Mathematik zu werden? Ist es allein die Begabung oder hat es doch mehr mit dem Lernen und Üben zu tun?

    Eine Langzeitstudie mit 3500 bayerischen Schülerinnern und Schülern im Jahr 2013 konnte eindeutig aufzeigen: Intelligenz spielt nur in jungen Jahren eine Rolle. Letztlich zählt allein die Motivation. (vgl. Holger Dambeck: Erfolg in Mathe – Motivation ist wichtiger als Intelligenz)
    Wer Probleme in Mathematik hat, sollte daher keine Ausrede in fehlender mathematischer Begabung suchen, sondern vielmehr mit Fleiß, Ausdauer und den richtigen Lernstrategien in Angriff nehmen, bessere Noten in Mathematik zu bekommen.

    Tipp 1: Öfters Kopfrechnen üben

    Schülerinnen und Schüler sollten regelmäßig Kopfrechnen üben. Das hilft nicht nur, beim Rechnen in der Schule schneller und sicherer zu werden, sondern auch in vielen Alltagssituationen. Wer häufiger Kopfrechnen übt, hat oft auch ein besseres Zahlengefühl und ein besseres Gefühl für Größen und Einheiten.

    Tipp 2: Das kleine und große Einmaleins muss sitzen

    Ob Überschlagsrechnung, die Überprüfung von Taschenrechner-Ergebnissen oder das Vermeiden zeitlich aufwendiger halbschriftlicher bzw. schriftlicher Rechnungen: Wer das Einmaleins beherrscht, hat eigentlich nur Vorteile. Daher gilt es, das Einmaleins zu lernen und regelmäßig zu üben.

    Tipp 3: Täglich Mathe üben

    Bis zum Ende der Schulzeit heißt es: Ungefähr 10 bis15 Minuten täglich Mathe üben.
    Auch und gerade, wenn kein Test anliegt und keine Hausaufgaben erledigt werden müssen. In dieser Zeit können zum Beispiel Definitionen und Merksätze wiederholt oder Kopfrechnen sowie das Einmaleins geübt werden.

    Tipp 4: Mathematische Gesetze, Definitionen, Merksätze und Schemen lernen

    Auch wenn es im Fach Mathematik hauptsächlich um Rechnen und um Lösungsstrategien geht, so bilden trotzdem Definitionen, Merksätze, mathematische Gesetze, Formeln und davon abgeleitete Mathematik-Eselsbrücken die Grundlage für richtige Rechenwege und richtige Ergebnisse. Wer diese kennt und beim Rechnen einfach aus dem Gedächtnis abrufen kann, findet einfacher die richtigen Lösungswege und ist beim Rechnen nicht nur sicherer, sondern auch schneller.

    Tipp 5: Besser Mathe üben als Aufgaben auswendig lernen

    Natürlich müssen Rechengesetze, Begriffsbestimmungen oder Schemen gelernt und beherrscht werden. Aber Mathematik heißt hauptsächlich, Lösungsideen zu entwickeln und zu rechnen. Das regelmäßige Rechnen verschiedener Aufgaben hilft nicht nur dabei, zuvor Gelerntes besser zu verstehen und anzuwenden, sondern auch zu verinnerlichen, wie und warum in der Mathematik etwas funktioniert oder auch nicht funktioniert.

    Tipp 6: Keine angefangene Aufgabe bleibt ungelöst

    Mathematikaufgaben sollten zu Ende gerechnet werden, auch wenn Probleme auftreten. Das Nachrecherchieren im Lehrbuch und Internet oder das Nachfragen bei Mitschülerinnen und Mitschülern, Geschwistern und Eltern oder der Lehrerschaft hilft nicht nur dabei, die eigentliche Aufgabe zu lösen, sondern auch mathematische Grundlagen rund um diese Aufgabe zu wiederholen.

    Tipp 7: Eine ordentliche Heftführung und eine saubere Handschrift sind ein „Muss“

    Eine gute Heftführung unterstützt nicht nur dabei, Themen, Definitionen und Merksätze schneller zu erkennen, sondern besonders bei längeren und komplexeren Aufgaben nicht den Überblick zu verlieren. Schülerinnen und Schüler, die eine saubere Handschrift haben und genau in den Kästchen schreiben, neigen zudem zu weniger Übertragungs- und Flüchtigkeitsfehlern.

    Tipp 8: Formale Vorgaben und Schemata immer einhalten

    Formale Vorgaben und vorgegebene Schemata sind in der Mathematik wichtig. Sie dienen nicht nur der Übersichtlichkeit (Unterstreichen, Befehlsstrich bei Gleichungen, usw.), sondern vor allem dem Einhalten von Lösungswegen und dem Abarbeiten notwendiger Zwischenschritte (u.a. Gegeben, Gesucht, Lösung, Antwortsatz).

    Tipp 9: Wo immer möglich einen Bezug zum Alltag herstellen

    Kinder und Jugendliche, die immer wieder Probleme haben, Aufgaben und Lösungswege zu verstehen, können parallele Anwendungsbeispiele im „realen Leben“ suchen und versuchen, eine Verbindung zum Themenbereich oder der speziellen Aufgabe herzustellen. Gerade bei Wahrscheinlichkeiten, Maßstäben, Gewichten, Volumen, Flächen oder Entfernungen hilft dieses oft, mathematische Sachverhalte besser zu durchdringen.

    Tipp 10: Wissenslücken schließen und fehlende Grundlagen nacharbeiten

    Besonders in Mathematik, Physik und Chemie sind die Unterrichtsthemen aufeinander aufbauend. Sitzt der Unterrichtsstoff vorangegangen Schuljahre nicht, ist es oft schwerer, neue Themen zu verstehen. Deshalb sollten erkannte Wissenslücken und fehlende Grundlagen durch Nacharbeiten des Unterrichtsstoffes geschlossen beziehungsweise aufgearbeitet werden.

    Tipp 11: Aus Misserfolgen und Fehlern lernen

    Das Auswerten von Leistungsüberprüfungen ist ein gutes Mittel, um „Fehlerquellen“ und Wissenslücken zu erkennen. Es ist dabei hilfreich, die Fehler zu kategorisierten und die Fehlerbehebung der Wichtigkeit nach anzugehen:

    Kategorie A

    Wissenslücken und fehlende Grundlagen (z.B. nicht an Formeln oder mathematische Gesetze erinnert, ähnliche Aufgabe noch nie gerechnet)

    Kategorie B

    Fehlüberlegungen, Aufgabe falsch verstanden, falsche Lösungsansätze und Fehlerroutinen (z.B. Fläche statt Volumen; Division durch „0“,;Produkt statt Summe)

    Kategorie C

    Formale Fehler, Flüchtigkeitsfehler und Übertragungsfehler (z.B. Antwortsatz vergessen, vergessen in eine andere Einheit umzuwandeln, Zahlen falsch übernommen)

    Tipp 12: Professionelle Hilfe suchen

    Für Kinder- und Jugendliche, die – trotz Motivation und Fleiß – dauerhaft Probleme in Mathematik haben, können Zusatzangebote der Schule helfen, bessere Noten in Mathematik zu schreiben.

    Eine andere Möglichkeit ist, über eine geeignete Nachhilfekraft nachzudenken. Diese sollte aber nicht nur fachlich qualifiziert sein, sondern sich auch tiefergehend mit Lernstrategien auskennen und zumindest über pädagogische Grundkenntnisse verfügen.

    Fazit:

    Bei Schülerinnen und Schüler, die regelmäßig Mathematik üben, entwickelt sich die Fähigkeit des logischen Denkens (auch analytische Fähigkeit genannt) oft besser. Sie sind dadurch eher in der Lage, Probleme zu erkennen, im Kern zu beschreiben und in kleinere, händelbare Problemdetails aufzuteilen sowie selbstständig Lösungsstrategien zu entwickeln. Dabei geht es nicht nur um die Mathematik an sich, sondern um alle Schulfächer und viele Herausforderungen im täglichen Leben.


    Quellen: